Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage, wie sich Künstler dem Thema »Deutschland« nähern. Gemeint ist damit nicht der Produktionsstandort Deutschland, sondern die Reflexion als Lebens- und Kulturraum. Obgleich »Deutsche Kunst« oder »Kunst aus Deutschland« ein gern gesehenes Etikett mit Ausstellungstradition ist, bleibt es Fiktion.
Mit der Realität künstlerischer Praxis hat solch eine nationale Festschreibung meist wenig zu tun. Auch fand trotz vielfältiger Schauen zu diesem Thema in der Vergangenheit eine thematisch-kulturelle Auseinandersetzung bislang nur indirekt statt.
In der Ausstellung im ZKM sind rund 50 deutsche und internationale Künstler mit Arbeiten vertreten, die sich mit dem vertrauten und doch fremden Terrain Deutschland – seiner Geschichte, Erinnerung, Identität und der kulturellen Verortung, den eigenen biographischen Bezügen, Strukturen, Symbolen, Formbezügen, Klischees und der Repräsentationspolitik – auseinandersetzen. Das Projekt »Vertrautes Terrain – Aktuelle Kunst in/über Deutschland« versteht sich als Resonanzraum für die differenzierte Auseinandersetzung mit Arbeiten von KünstlerInnen, die Deutschland auf sehr unterschiedliche Weise als Geschichts-, Kunst- und Sozialraum reflektieren.
Auch mögliche Parallelentwicklungen und Referenzen auf anderen kulturellen Feldern wie Literatur, Musik, Theater, Tanz, Design, Mode oder Film werden berücksichtigt. Die Schau wird daher begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm. In Vorträgen, Diskussionen, Aktionen, Präsentationen, Performances, Führungen und Aufführungen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern wird die Thematik transdisziplinär behandelt.
Kuratiert von Gregor Jansen und Thomas Thiel.
Die Aussstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Führungen: So 16 Uhr