Jens Lehmann ist nicht nur die Eins, er sieht auch wie eine aus. Im
GQ-Interview spricht er über sein Leben in London, seine
Lesegewohnheiten, wie die Brasilianer zu schlagen sind und seine
Zukunftspläne: »Bundestrainer wäre ein guter Job«.
Trikotnummer: 1
Geboren am: 10.11.1969 in Essen
Größe: 1,90 m
Gewicht: 87 kg
Verein: Arsenal London
Vorherige Vereine: DJK Heisingen
Schwarz-Weiß Essen
Schalke 04
AC Mailand
Borussia Dortmund
Position: Tor
Erstes Länderspiel: 18. Februar 1998 in Maskat gegen den Oman (2:0)
Länderspiele: 35
Jens Lehmann – die neue Nummer eins
Den 7. April 2006 wird Jens Lehmann nie mehr vergessen. Per Handy
teilte ihm Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit, dass er sich für ihn als
Nummer eins bei der Weltmeisterschaft entschieden habe. 'Ich habe mich
natürlich unglaublich gefreut, schließlich habe ich immer an meine
Chance geglaubt', erklärte er unmittelbar, nachdem er die freudige
Nachricht erhalten hatte.
In der Folgezeit bestätigte der 36-Jährige mit spektakulären Leistungen
für den FC Arsenal London, dass die Entscheidung der sportlichen
Leitung der deutschen Nationalmannschaft durchdacht gewesen war. Vor
allem mit seinem gehaltenen Elfmeter im Halbfinal-Rückspiel der
Champions League beim FC Villarreal, als er für die 'Gunners' in der
Schlussminute mit einer Glanztat gegen den argentinischen Superstar
Juan Riquelme den Finaleinzug gegen den FC Barcelona perfekt machte,
wurde er auf der Insel zum 'Superman'.
Bereits vor diesem denkwürdigen Match hatte Jens Lehmann viele
Ausrufezeichen gesetzt. Immerhin hat er in dieser Saison in der
Champions League einen neuen Torrekord aufgestellt. Und eins hat der
gebürtige Essener vielen seiner Torwart-Kollegen voraus: Er hat selbst
schon mal einen Treffer erzielt. Nicht per Elfmeter, sondern aus dem
Spiel heraus. Und was für einen: Im Dezember 1997 eilte Lehmann in der
Schlussminute der Partie von Schalke 04 bei Borussia Dortmund aus
seinem Tor, fegte in den gegnerischen Strafraum, kam in der Tat an den
Ball – und traf prompt zum Endstand von 2:2. Damals spielte er noch für
'Königsblau', nur gut ein Jahr später, nach einem Intermezzo beim AC
Mailand, wechselte er zu den 'Schwarz-Gelben', von wo aus er den
Schritt ins Mutterland des Fußball wagte.
Mit Arsenal London, wo er zwischenzeitlich auch schon mal Bekanntschaft
mit der Ersatzbank gemacht hatte, gewann Lehmann den FA-Cup und die
Meisterschaft 2004. Titel gewannen mit ihm außerdem die legendären
'Euro-Fighter' von Schalke 04, nämlich 1997 den UEFA-Pokal, und 2002
die Dortmunder Borussia, nämlich die deutsche Meisterschaft.
Die absolute Krönung soll für Lehmann aber in diesem Sommer folgen.
Zwar verpasste er mit Arsenal die Krone im europäischen Fußball und
musste bei der 1:2-Finalniederlage in Paris gegen den FC Barcelona
zudem mit Rot vom Feld, doch der WM-Titel im eigenen Land wäre eine
mehr als willkommene Wiedergutmachung. Es wäre eine tolle Erfolgsstory
für die neue Nummer eins im deutschen Tor.