06.07.2006
Hasenpest in Rheinland-Pfalz - Erster Fall der vergangenen 50 Jahre
Rheinland-Pfalz ist die auch für Menschen gefährliche Hasenpest
ausgebrochen. Der Erreger der Tularämie wurde bei einem Feldhasen
festgestellt, der in der Verbandsgemeinde Nieder- Olm (Kreis
Mainz-Bingen) tot gefunden worden war, wie das
Verbraucherschutzministerium mitteilte. Menschen könnten sich über
direkten Kontakt mit kranken Tieren anstecken. Die Hasenpest lässt sich
den Angaben zufolge gut mit Antibiotika behandeln.
Ein Jäger habe den Hasen für einen Test beim Landesuntersuchungsamt
abgegeben, weil das Tier krank gewirkt habe, sagte eine
Ministeriumssprecherin. Ein Labor der Bundeswehr in München habe
schließlich den Tularämie-Erreger festgestellt. Dies sei der erste Fall
von Hasenpest in Rheinland-Pfalz in den vergangenen 50 Jahren, ergänzte
die Sprecherin.
Das Ministerium rief Jäger dazu auf, bei der Arbeit mit erlegten Tieren
die Hygieneregeln einzuhalten. Ein auffälliges Tier sollte untersucht
werden. Die Krankheit kann auch bei Wildkaninchen, Ratten, Mäusen und
anderen Nagetieren auftreten. Der Verzehr von Wild ist den Angaben
zufolge unbedenklich, wenn das Fleisch bei mindestens 60 Grad länger
als zehn Minuten lang durchgegart wird.
Im vergangenen Oktober waren neun Jäger im hessischen
Griesheim an Hasenpest erkrankt, nachdem sie infizierte Tiere
ausgewaschen hatten. Der Ausbruch war eine der größten
Gruppenerkrankungen durch dieses Bakterium in Deutschland seit mehr als
40 Jahren gewesen. Die Hasenpest ist ansonsten in Deutschland selten.
Pro Jahr werden normalerweise drei bis fünf Fälle gemeldet.