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25.04.2008
Offener Brief an Landwirtschaftsminister Peter Hauck von der Genfeldsiedlung Forchheim
25.04.2008



Nachfolgender offener Brief ging heute an Landwirtschaftsminister Peter Hauck:



Absender

Bewohner/-innen 

der Genfeldsiedlung Forchheim

0721-2086922 oder 0176-24447815



Öffentlicher Brief an:

Peter Hauk, Minister  

Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum

26.04.2008


Die Bewohner/-innen der Genfeldsiedlung Forchheim fordern die Einstellung der 

Forschung mit Agro-Gentechnik auf den Versuchsflächen der Landesanstalt für 

Pflanzenschutz Forchheim


Sehr geehrter Herr Minister,

hiermit fordern wir Sie auf, die Forschung mit Agro-Gentechnik auf den Feldern 

der  Landesanstalt für Pflanzenschutz Forchheim einzustellen. 


Mittlerweile hat sich gentechnisch veränderter Mais selbst in der Wiege des Maisanbaus – in Mexiko – über das Saatgut eingekreuzt. Ähnliches passierte letztes Jahr in Deutschland, als über 1000 ha  Gen-Raps auf deutschen Äckern ausgesät wurde, ohne dass die Bauern wussten, was für Saatgut sie ausgesät hatten. Dies ist eine gefährliche Entwicklung.


Sie argumentieren für die Agro-Gentechnik, indem Sie unter dem Deckmantel der Risikoforschung und Abstandsforschung bis zu 3 ha Gen-Mais der Firma Monsanto anbauen. Für uns ist diese so genannte Forschung ein Akzeptanz-Versuch, um Gentechnik auf baden-württembergischen Äckern hoffähig zu machen.


Ein Schutz vor Gentechnik wird nicht durch Abstandsregelungen (ob 150 Meter bei konventionellem oder 300 Meter bei Bio-Mais) garantiert, sondern kann nur über das Verbot von gentechnisch veränderten Pflanzen und dem Handel mit deren Produkten erreicht werden.


Wir sind der Meinung, dass die Agro-Gentechnik tatsächlich vorhandene Probleme in der Landwirtschaft nicht lösen kann und noch viel schlimmer: bisher nicht bestehende Probleme schafft. Die großen landwirtschaftlichen Probleme entstehen durch die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft: 


- durch riesige Agrarwüsten ohne Landschaftselemente, die mit möglichst wenig Arbeitsaufwand (also mit großen Maschinen und einem großen Einsatz von chemischem Pflanzenschutz) bearbeitet werden sollen. 


- durch Monokulturen, die das natürliche Gleichgewicht von Nützlingen und Schädlingen außer Kraft setzen.


- durch Züchtung von Pflanzensorten, die überall auf der Welt gleichermaßen wachsen sollen anstatt auf regionale Gegebenheiten angepasst zu sein.Wir wollen eine kleinbäuerliche, regionale, gentechnikfreie Landwirtschaft!


Baden-Württemberg steht für diese regionale gentechnikfreie Landwirtschaft:

Baden-Württemberg ist ein Land voller kulinarischer Spezialitäten. 


Es hat für seine vielfältigen und hochwertigen landwirtschaftlichen Produkte einen sehr guten Ruf bei Freunden des guten Essens. Wollen Sie als Minister für Ernährung und Ländlichen Raum der einzige noch existierende Anbauer von Gen-Mais in Baden-Württemberg sein? Wollen Sie den guten Ruf der baden-württembergischen Landwirtschaft und die regionale Vielfalt in Baden-Württemberg in Gefahr bringen? 

„Schmeck den Süden“ - nicht „Schmeck die Gentechnik“ sollte weiterhin Ihr Motto sein.


Wir fordern Sie auf: Stellen sie sich auf die Seite der Verbraucherinnen und Verbraucher, der Bäuerinnen und Bauern im Land, die sich mehrheitlich gegen Gentechnik ausgesprochen haben! Unterstützen Sie unsere Anliegen, wie Sie gestern schon den Kampf der Milchbauern gegen Preisdumping unterstützt haben!


Wir sehen unser Handeln nicht als kriminell oder illegal an! Ihre Akzeptanzbeschaffung für die Agro-Gentechnik ist ein Notstand, gegen den wir berechtigterweise vorgehen müssen, um zu verhindern, dass die Landesregierung irreversible Tatsachen schafft.


Sie sehen, unsere Handlungen sind wohlüberlegt und keineswegs vorschnell. Wir sind gekommen um zu bleiben! Wenn nötig, so lange, bis Sie keine Gelegenheit mehr zur Aussaat haben. Es sei denn, der Agro-Gentechnik-Anbau des Landes Baden-Württemberg wird endgültig eingestellt.


Mit entschlossenen Grüßen


Gez.

Bewohner/-innen der Genfeldsiedlung









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