Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden hat sich nicht allein als Regentin mit großem Sachverstand einen Namen gemacht, sondern ist als kenntnisreiche Bauherrin und Sammlerin in Erscheinung getreten. Ihre Begeisterung für kostbare Steine wird in der Ausstellung anlässlich ihres 275. Todestages durch eine Vielzahl an beeindruckenden Werken der Steinschneidekunst dokumentiert.
Eine außergewöhnliche Leihgabe verleiht der Schau nun zusätzlichen Glanz. Die Kassette „da rimedi“, mit kunstvollen Einlegearbeiten aus Halbedelsteinen dekoriert, hat schließlich ihren Weg von Florenz nach Rastatt gefunden. Das Kästchen wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Auftrag Cosimos III., Großherzog von Toskana und mit Sibylla Augusta verwandtschaftlich verbunden, für Papst Clemens XII. gefertigt.
Die Kassette entstand nach einem Entwurf Giovanni Battista Fogginis in den Großherzoglichen Hofwerkstätten in Florenz. Das Meisterwerk aus dunklem Ebenholz vermag sowohl von innen als auch von außen zu entzücken. Im Inneren haben sich Glasfläschchen und 34 unterschiedliche Heilmitteldosen samt den bestickten Abdeckungen erhalten. Das Äußere beeindruckt durch die kunstvoll verspielte Pracht der vergoldeten Bronzen, die die Kassette rahmen. An den Seiten und auf dem Deckel entfalten feinste Steinlegearbeiten, die Blumengebinde sowie einen in Blumenzweigen sitzenden Papagei zeigen, eine leuchtende Farbigkeit.
Derartige Motive bezauberten bereits Sibylla Augusta und veranlassten sie, diese auch in ihrem Porzellanschloss Favorite zu verwenden. Die Ausstellung EXTRA SCHÖN der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg lädt die Besucher ein, den Spuren Sibylla Augustas zu folgen und sich ebenfalls von den unterschiedlichen Motiven, Materialien und Techniken der Exponate bezaubern zu lassen.
EXTRA SCHÖN.
Markgräfin Sibylla Augusta und ihre Residenz
Sonderausstellung in der Barockresidenz Rastatt
Öffnungszeiten der Ausstellung
12. Juli bis 21. September 2008. Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr.
An die 150 Exponate aus Privatsammlungen und Museen in Baden-Württemberg, Deutschland, Italien und der Schweiz zeigen die Kostbarkeiten des badischen Hofes am Beginn des 18. Jahrhunderts. Zugleich werden Leben und Wirken einer ungewöhnlichen Frau sichtbar: Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden. Ein reiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung. Zur Ausstellung sind ein umfangreicher wissenschaftlicher Katalog und ein reich bebildertes Magazin erschienen.