03.04.2008
Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen arbeiten mit Dubai zusammen
Als erstes Museum in Europa arbeiten die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen (rem) mit dem Arabischen Emirat Dubai zusammen. Der Kulturmanager Michael Schindhelm, der in Dubai arbeitet, holt die Mannheimer Ausstellung «Ins Heilige Land. Pilgerstätten von Mekka und Medina bis Jerusalem» in das boomende Wüstenemirat am Golf. «Der Hunger nach Kultur ist in Dubai enorm groß», sagte der 47-Jährige am Donnerstag in Mannheim. «Wir stehen vor der großen Aufgabe, eine metropolitane und kulturelle Infrastruktur in Dubai aufzubauen.»
Die rem-Schau zeigt vom 15. September bis zum 9. November 2008 die frühesten Fotografien orientalischer Wallfahrtszentren aus dem 19. Jahrhundert. Die Kunstschätze sollen im Dubai Financial Centre präsentiert werden. Eigene Gebäude für Kunst und Kultur müssten noch gebaut werden, sagte Schindhelm. «Die Hardware ist noch nicht vorhanden.»
Erst vor wenigen Wochen war die «Dubai Culture and Arts Authority» gegründet worden - eine Institution, die den Kulturaufbau vorantreiben soll. Das Opernhaus von Dubai, konzipiert von Stararchitektin Zaha Hadid, soll 2013 fertig sein und auch Ausstellungsflächen für bildende und darstellende Kunst bieten. Bis dahin sollen Kulturprojekte in einem geplanten Amphitheater des Architekten Rem Koolhaas über die Bühne gehen, berichtete Schindhelm.
«Wir hoffen, mit zu den großen Bemühungen beitragen zu können, in Dubai Neues zu schaffen und das, was vorhanden ist, fortzuentwickeln», sagte Michael Tellenbach, Zweiter Direktor der rem. Weitere Exporte von Mannheimer Kunstausstellungen nach Dubai seien geplant - etwa «Saladin und die Kreuzfahrer» sowie «Pferdestärken».
Schindhelm hat sich als Theaterintendant, Regisseur und Autor in Deutschland einen Namen gemacht. Bis zu seinem Wechsel 2007 nach Dubai war er Chef der Berliner Opernstiftung.