In Forchheim bei Karlsruhe wird seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein Feld besetzt, auf dem gentechnisch veränderter MON810-Mais von Monsanto angebaut werden soll. Im Lauf des heutigen Tages wurde das Feld umzäunt und das zuständige Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg drohte, am Freitag mit der Aussaat von Genmais zu beginnen, unter Aussparung der besetzten Fläche. Als Reaktion darauf säten Aktivist_innen heute konventionellen Mais aus.
Landwirtschaftsminister Peter Hauck bezeichnete die Versuche heute
als »unabhängige Forschung«. Darauf reagierten die Feldbesetzer_innen mit
scharfer Kritik: »Lobbyarbeit für Monsanto als unabhängige Forschung zu
bezeichnen entbehrt jeder Grundlage«, so Matze Fahrer, »Versuchsleiter Jany
ist in vielfacher Weise als Lobbyist für die Gentech-Industrie tätig, etwa
als Vorsitzender der vom Weltkonzern Monsanto unterstützten
Lobbyvereinigung 'Wissenschaftskreis Grüne Gentechnik'.«
»Um festzustellen, dass Gentechnik sich unkontrolliert auskreuzt, braucht man keine weitere Forschung, ein Blick nach Kanada, Mexiko oder in eins der
vielen anderen Länder, in denen die gentechnikfreie Produktion von Mais oder
Soja inzwischen praktisch unmöglich ist, genügt«, erläutert Pia Reufsteck von
den Aktivist_innen weiter.
Die Aktivisten wollen ausharren, bis das Land die Freisetzungsversuche mit
gentechnisch verändertem Mais einstellt. Sie fordern Landwirtschaftsminister
Hauck auf, dem Beispiel der Hochschule Nürtingen zu folgen, die kürzlich nach Protesten ihre Versuche mit Monsanto-Produkten einstellte.