Die Frage nach Recht und Gerechtigkeit in Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen berührt direkt die alltägliche Erfahrung jedes Einzelnen und steht in unmittelbarer Berührung mit der Werteentwicklung und Wertorientierungen. Einerseits haben bereits Kinder im Alter von 3 oder 4 Jahren eine relativ genaue Vorstellung davon, was gerecht oder fair ist, andererseits stimmt diese Vorstellung mit dem tatsächlich gesprochenen Recht nicht unbedingt überein. Außerdem führt „richtiges“ Wissen nicht unbedingt zu richtigem Handeln und darüber hinaus gilt oft genug und mitunter schmerzhaft erfahren das „Recht des Stärkeren“.
Kinder und Jugendliche haben Rechte: Die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 beschreibt neben den Schutzrechten (Berücksichtigung des Kindeswillens, Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit), neben den Mitwirkungsrechten auch das Recht auf angemessene Lebensbedingungen, Unterhalt und Bildung. Dazu gehört die Förderung seiner körperlichen, geistigen, seelischen, sittlichen und sozialen Entwicklung. Ziel der sittlichen Entwicklung ist die freie Entfaltung der Persönlichkeit, das Erlernen der Achtung vor den Menschenrechten, Achtung der Eltern, der Sprache, kultureller Werte, Toleranz und der natürlichen Umwelt.
Dass diese Rechte nicht nur in der dritten Welt mit Füßen getreten werden sondern auch in Deutschland – siehe die aktuelle Debatte um gleiche Bedingungen für alle Kinder in Kindergärten oder Schulen – keine Selbstverständlichkeit sind, liegt angesichts des Auseinanderklaffens der sozialen Schere in der Gesellschaft auf der Hand.
Viel Sprengstoff für Kinder- und Jugendtheatertage in Karlsruhe. Wie in den vergangenen Spielzeiten präsentiert das Theater einen Mix aus Eigenproduktionen des Jugendclubs (u.a. von William Goldings „Herr der Fliegen“), Workshops, Gastspielen, Schülerperformances und Debatten, die diesen hochbrisanten Themenkomplex erweitern, vertiefen und zuspitzen.
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