Der Europatag am 9. Mai 2008 ruft uns ein wahrhaft historisches Datum in Erinnerung. An diesem Tag im Jahr 1950 schlug Robert Schumann, der Außenminister Frankreichs, öffentlich die Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) vor, um mit einer supranationalen Kontrolle dieser kriegsbedeutenden Güter den Frieden in Europa dauerhaft zu sichern. Die EGKS war der Vorläufer der heutigen Europäischen Union (EU).
Mit dem Verfassungsvertrag von Lissabon sind die innere Einheit der EU und ihre Entscheidungsmechanismen unter maßgeblicher deutscher Mitwirkung vorangebracht worden. Damit bleibt die Europäische Union auch in ihrer gewachsenen Vielfalt handlungsfähig. Auf der anderen Seite ist jedes Land zurecht bestrebt, seine Eigenart und kulturelle Identität zu bewahren. Es entsteht ein gesundes Spannungsverhältnis zwischen dem Ganzen und seinen Teilen. In diesem Sinne hat die Europäische Kommission das Jahr 2008 zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs ausgerufen.
Die Europawoche 2008, die den Europatag in Karlsruhe umrahmt, wird von zahlreichen Organisationen mit verschiedensten Veranstaltungen getragen. Höhepunkt ist das Europafest am 10. Mai auf dem Marktplatz.
Frieden, Freiheit und Wohlstand für ihre Bürger sind auch heute die wesentlichen Ziele der EU, die inzwischen auf 27 Mitgliedsstaaten angewachsen ist. Über 495 Millionen Menschen von Spanien bis Lettland leben derzeit in diesem Staatenbund. Die Vielfalt der Kulturen im gemeinsamen Haus zeigen, aber auch Chancen und Risiken erörtern, Europa den Bürgern nahe bringen, will in jedem Jahr die Europawoche, zu der Städte und Gemeinden um den 9. Mai eine Fülle von Veranstaltungen bieten. In Karlsruhe hat die Europawoche seit jeher besonderen Stellenwert, die Fächerstadt ist in Zahl und Qualität der Programmpunkte immer ganz vorne in Baden-Württemberg.
So haben auch in diesem Jahr Organisationen, Vereine und Institutionen zur Europawoche vom 2. bis zum 11. Mai ein Bündel an Konzerten, Vorträgen, Foren oder Ausstellungen geschnürt.
Am heutigen Freitag und morgigen Samstag veranstaltet etwa die Deutsch-Italienische Gesellschaft im Regierungspräsidium am Rondellplatz ihre zehnte Kulturbörse, und die Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft - beteiligt sich mit zwei Vorträgen an der Woche unter Schirmherrschaft von OB Heinz Fenrich. Am Dienstag, 6. Mai, spricht der Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Bank Peter Zieringer über „Die Zukunft automobiler Finanzdienstleistungen in Europa", am Donnerstag, 8. Mai, beleuchtet Prof. Dr. Harald Hagemann die Rolle der deutschen Volkswirtschaft in Europa.
Beide Veranstaltungen beginnen um 11.30 Uhr in der Aula der Hochschule in der Moltkestraße 30. Und als Höhepunkt der Woche steigt am Samstag, 10. Mai, auf dem Marktplatz das Europafest. Bei der einzigen von der Stadt organisierten Veranstaltung der Woche zeigen Organisationen von 11 bis 18 Uhr ihr „europäisches Schaffen", auf der Bühne gibt es ein Programm aus Musik, Tanz und Gesang.