Junge Kunst ist einer der Schwerpunkte der 12. St-art, die am 23. November 2007 in Straßburg beginnt. Vier Tage lang geben 100 Galerien aus 13 Ländern einen Überblick über das aktuelle Kunstgeschehen - von Malerei über Plastik bis zu Installationen und Glaskunst. Frankreichs zweitgrößte Messe für zeitgenössische Kunst zieht jedes Jahr gut 28000 Besucher an. Gastländer sind diesmal Spanien und die Benelux-Länder.
Unter dem Label „New Profile“ firmieren Galerien, die sich speziell für junge Künstler engagieren. So zeigt die Galerie Trafic (Ivry sur Seine) junge, figurative Kunst etwa von Christine Guinamand, Youcef Korichi und Raphaelle Ricol. Nogatsch Fine Art (Straßburg) stellt Fotos von Amihai Melki in den Mittelpunkt, beklemmende nächtliche Straßenszenen aus Tel Aviv. Die Straßburger Galerie No Smoking sorgt für frischen Wind zum Beispiel mit Arbeiten im Pop Art-Stil von Pierre Fraenkel und Objektskulpturen von Christian Miquel.
Mehrere One Man-Shows stellen bestimmte Künstler in den Focus, so ist Speedy Graphito bei Art Partner (Paris) zu sehen, Matteo Massagrande bei Stefano Forni (Bologna) und Guy de Lussigny mit seinen geometrischen Abstraktionen bei Gimpel und Muller (Paris). Weitere One Man-Shows sind dem Vertreter der narrativen Kunst Le Gac, dem flämischen Maler düsterer Szenerien Roland Devolder und dem vor zwei Jahren verstorbenen expressionistischen argentinischen Maler Fabian Cerredo gewidmet.
Das Gastland Belgien ist mit bekannten Galeristen wie Guy Pieters aus Knokke vertreten, der Arbeiten von Yves Klein und Niki de Saint Phalle verkauft, doch ebenso mit jungen Galerien wie „Libre cours“ aus Brüssel. Hier kann man Fotoarbeiten von Corinne Lecot und Plastiken von Victoria Calleja entdecken. Spanien präsentiert sich mit neun katalanischen Galerien, was auf die kulturelle Dynamik dieser Region verweist. Einige wie „Sala Pares“ und „Jordi Bernadas“ sind schon seit einigen Jahren mit Erfolg auf der St-art präsent. Auf den Auftritt von Galerien wie „Agora 3“ aus Barcelona darf man gespannt sein.
Unter den fünf deutschen Ausstellern findet sich wieder die „Maisenbacher Art Gallery“ (Trier/Berlin). Sie hat ihren Auftritt diesmal unter das Motto „Rote Träume“ gestellt. Ottmar Hörl wird den Stand einmal mehr mit seinen Multiple-Arbeiten für den Besucher attraktiv machen. Hörls rote „Teddy“-Arbeiten stammen aus der Installation „Der vergessene Traum“, die in diesem Jahr in Mörfelden zu sehen war. Anna Maria Burger (München) präsentiert zart nuancierte Arbeiten auf Papier von Nicole Bottet, Aquarelle von Gottfried Salzmann und Landschaftbilder von Karl Korab. Die Galerie Pas Edition aus Benzweiler zeigt Zeichnungen von Jürgen Görg und Plastiken von Ralf Weber. Jean Marc Laik (Koblenz) ist wieder mit dem jungen figurativen Künstler Mohamed Lekleti vertreten und dem Bildhauer Mark Lorenz. Erstmals dabei ist die Galerie „Raum“ aus Freiburg unter anderem mit Collagen von Axel Kentsch.
St-art bleibt die europäische Messe für Gegenwartskunst mit dem Schwerpunkt Glaskunst. Sieben Galerien aus Frankreich, Italien, Tschechien und der Slowakei zeigen eine breite Palette von Glaskunstarbeiten, darunter Plastiken aus optischem Glas etwa von Pavol Hloska, Stephan Pala oder Oliver Lesso, kolorierte Glaskörper von Czeslaw Zuber oder Formen aus geschmolzenem Glas von Yan Zoritchak. Die Prager Galerie Pokorna vertritt den Meister der Glaskunst Stanislav Libensky.
Besondere Aufmerksamkeit verdient zudem eine Ausstellung außerhalb des Verkaufsbereichs mit Porträts aus der Gesellschaft der Weimarer Republik im Stil der „Neuen Sachlichkeit“. Gezeigt werden hier Werke von Otto Dix, George Grosz, Max Beckmann, Ludwig Meidner, Rudolf Schlichter und anderen Künstlern ihrer Zeit. Sie spiegeln die Auseinandersetzung der Künstler mit den politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen jener Jahre wider. Die 57 Porträts zeigen Kriegsversehrte, Arbeitslose, Bettler, Prostituierte, Maler, Intellektuelle und Vertreter der Obrigkeit.