Bauhaus, Dada, Expressionismus und Neue Sachlichkeit, Charleston und Ausdruckstanz, Bubikopf und Freikörperkultur – die 20er Jahre sind kulturell eine glanzvolle Zeit des Aufbruchs und des Experiments, voller Innovationen. In einer ganzen Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen aus Theater, Tanz, Musik, bildender Kunst, Film und Literatur werden in Pforzheim zwischen Mitte September und Ende November dieses Jahres die 20er Jahre ein stückweit wieder lebendig. Möglich geworden ist das Pforzheimer „20er Jahre Kultur-Festival“ durch private Sponsorengelder.
Alle größeren Kulturinstitutionen in Pforzheim haben sich die Weimarer Zeit auf die Fahnen geschrieben: In der Ausstellungshalle im Reuchlinhaus steht das private Kunstsammeln im Mittelpunkt, die Ausstellung „Mein Freund Pechstein. Die Sammlung Walter Minnich“ zeigt zwischen dem 14. September und 16. November Meisterwerke unter anderem von Max Pechstein, Moriz Melzer und Chaim Soutine, die heute zur Sammlung des Kunstmuseums Luzern gehören.
Die Pforzheim Galerie stellt dagegen monografisch einen der bekannten Künstler der Neuen Sachlichkeit und Porträtisten des zeitgenössischen Lebensgefühls vor: Rudolf Schlichter, der 1890 in Calw geboren wurde und in Pforzheim in die Lehre ging.
Zwischen dem 21. September 2008 und dem 18. Januar 2009 sind seine Bilder zu sehen. In der Ausstellung des Kunstvereins „Variationen über das schwarze Quadrat“ wird eine weitere Facette zeitgenössischer Kunst zu sehen sein, die sich mit Werken der klassischen Moderne auseinandersetzt. In Pforzheim entwickelte sich die Schmuckindustrie, die ab 1927 regelrecht boomte, zu einer Erfolgsgeschichte. Der rasch folgende Absturz durch die Weltwirtschaftskrise traf die Menschen umso härter.
Das Stadtmuseum zeigt „Die 20er Jahre in Pforzheim“ und geht dabei der Frage nach, was von den stürmischen politischen Entwicklungen und kulturellen Innovationen in einer mittelgroßen Stadt weit weg von Berlin ankam. Internationale Leihgaben zum „Art Déco“ sind zwischen dem 20. September dieses Jahres bis zum 11. Januar 2009 im Schmuckmuseum Pforzheim zu bewundern.
Lebensgefühl, Stimmung und Lebendigkeit versprechen schließlich die vom Kulturhaus Osterfeld inszenierte „Robert Kreis-Revue“, eine vom Stadtarchiv zusammengestellte Dada-Revue und eine Charleston-Tanzveranstaltung in den Schmuckwelten. Das Kommunale Kino widmet sich den Stummfilmen der 20er, eine Vorführung des Kultfilmes „Metropolis“ macht diese bewegte Epoche zu einem Erlebnis.
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