14.04.2008
Das gesunde Kinderzimmer - Arbeitskreis Baubiologie Südwest - Karlsruhe
Auf Kinder lauern viele Gefahren im Haus und Garten. Jährlich werden allein 200000 Vergiftungen mit Haushaltsmitteln, Medikamenten und Giftpflanzen gemeldete. Die Zahl der Kinder, die sich Zuhause durch Unfälle verletzen ist noch höher. Ungesicherte Treppen und Herdplatten, nicht arretierbare Fenster, frei zugängliche Haushaltsreiniger und hochgiftige Zimmerpflanzen: Die Liste möglicher Gefahrenquellen ist lang. Als Eltern, Großeltern oder Tagesmutter kann man nicht immer seine Augen und Hände überall haben. Deshalb ist es wichtig, Gefahrenquellen zu reduzieren. So könnten 95 Prozent aller Unfälle mit Kindern im Haus und Garten vermieden werden.
Krankheiten
Jedes vierte Kind leidet unter einer Allergie. Doch diese und andere Krankheiten lassen sich reduzieren, manchmal sogar vermeiden, wenn auf die richtige Einrichtung und Gestaltung des Kinderzimmers geachtet wird. Denn Immunsystem und Organismus von Kindern reagiert um das zehnfache empfindlicher auf Schadstoffe, Elektrosmog, Allergene und Co. Wird der kleine Körper permanent mit Stressfaktoren überlastet, kommt es zu Autoimmunkrankheiten. Asthma, Neurodermitis und chronische Rhinitis sind die Folge. Umweltverschmutzung, gesundheitsschädliche Zusatzstoffe in Lebensmittel und Textilien belasten Kinder ohnehin. Da sollte wenigstens Daheim die Welt noch in Ordnung sein.
Farben und Spielzeug
Welche Wandfarben passen zu meinem Kind? Welche tragen zum gesunden Kinderzimmerklima bei? Welche Farben und Formen regen die Phantasie an? Schaden Spielzeuge aus Kunststoffe? Wer Kinder hat, stellt viele Fragen. Und wer diesen Fragen nachgeht, wird mit vielen Meinungen konfrontiert. Ein unabhängiger Rat ist Gold wert. Doch eines ist gewiss: Kinder lieben es bunt. Knallige Farben und inspirierendes Spielzeug müssen nicht schädlich sein, und gesundheitlich unbedenkliche Farben und Spielzeuge sind nicht eintönig und langweilig.
Wohngifte und Elektrosmog
Wenn Vierjährige noch Bettnässer sind, nachts nicht durchschlafen oder ständig herumzappeln, dann kann das wohnbedingte Ursachen haben. Die Matratze, die Schadstoffe ausdünstet kann genau so zum Problem werden, wie das elektrische Feld der Stromleitungen in der Wand neben dem Bett, oder dem „reizenden“ Klima durch elektrostatisch aufgeladene Polyester-Vorhänge, Laminat und Plüschtiere mit ihren oftmals weit über 1000 Millivolt Oberflächenspannung.
Fußböden und Wandgestaltung
Sie liegen, robben, kriechen und spielen auf dem Fußboden: unsere Kinder. Um so wichtiger sind pflegeleichte, bequeme und hautfreundliche Bodenbeläge, die keine Schadstoffe ausdünsten, Milben kein Zuhause bieten und trotzdem schön aussehen. Mit Wänden ist es ebenso. Auch sie sollten frei von Schadstoffen sein, die kindliche Phantasie beflügeln, nach kreativen Mal-Attacken leicht zu reinigen oder überstreichbar sein, das Raumklima positiv mitgestalten und in kritischen Fällen Schimmelpilzen keine Nahrung bieten. Die Auswahl naturgesunder Wandfarben, Putze und Fußbodenbelägen ist groß. Vom edlen Lehmputz zur einfachen Kalkfarbe vom Echtholzdielenboden über Linoleum, in der Baubiologie finden sich viele kinderfreundliche, gesunde und kreative Gestaltungselemente für Kinderzimmer und andere Wohnräume.
Heizung
Eine gesunde Heizung sorgt für ein angenehmes Klima im Kinderzimmer: Sie läßt Feinstaub nicht zirkulieren, trocknet die Luft nicht aus, verschwelt keine Fussel und belastet so die Luft nicht zusätzlich mit Schadstoffen. Sie verteilt die Temperatur optimal, so dass es am Fußboden angenehm warm ist. Sie ist weder magnetisch noch elektromagnetisch auffällig und verbraucht wenig regenerative Energie. Welche Heizungen sich für das Kinderzimmer eignen, weiß der Fachmann. Eine Beratung ist in jedem Falle hilfreich.