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09.01.2006
200 Jahre Königreich Württemberg und Großherzogtum Baden



Finanzminister Gerhard Stratthaus: „Vor 200 Jahren wurden nicht nur Fürstentümer von Napoleons Gnaden geschaffen, sondern auch die Grundsteine für unser heutiges Bundesland gelegt“

Zum Geburtstag organisieren die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württembergs zahlreiche Veranstaltungen und Sonderführungen

„Am 1.1.1806 wurde Württemberg zum Königreich erhoben. Baden wurde am 12. Juli desselben Jahres zum Großherzogtum ernannt. Damit waren die Länder Baden und Württemberg fast in den Grenzen entstanden, in denen sie sich 150 Jahre später zum Land Baden-Württemberg zusammenschlossen. An diese Ereignisse, die sich in einer von Kriegen und Krisen geschüttelten Zeit vollzogen, erinnern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg in einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Sonderführungen“, sagte Finanzminister Gerhard Stratthaus am Montag (9. Januar 2006) in Stuttgart.

Mit den Schlössern in Stuttgart und Ludwigsburg besitzen die Staatlichen Schlösser und Gärten die Hauptschauplätze des Königreichs Württemberg, das 112 Jahre lang (1806 bis 1918) bestand. Im Brennpunkt stehen das Neue Schloss in Stuttgart, Hauptresidenz aller württembergischen Könige - und Schloss Ludwigsburg als Sommerresidenz König Friedrichs I.

„Diese Denkmäler erzählen mit ihrer zum Teil noch originalen Ausstattung mehr über das Leben am neuen württembergischen Königshof als das andere Medien vermitteln können. Das Hofzeremoniell wird am einstigen Ort des Geschehens wieder zum Leben erweckt“, so Stratthaus. Das Sonderführungsprogramm 2006 widmet dem Jubiläum unter dem Motto „Auch Württemberg hat Königsschlösser - Wir zeigen sie Ihnen!“ einen besonderen Schwerpunkt.

Im Stuttgarter Neuen Schloss bieten zwei Sonderführungen Gelegenheit, zu erfahren, wie es hier zu Königszeiten zuging. Die Wilhelma ist in diesem Jahr nicht nur als Zoologischer Garten zu genießen, sondern auch als exotisches Lieblingsprojekt König Wilhelms I. zu entdecken. Auf diesen König gehen auch zwei andere Objekte des Führungsprogramms zurück, nämlich das Wilhelmatheater und die Kapelle auf dem Rotenberg. Dem Wirken seines Nachfolgers, König Carls und seiner tatkräftigen Gemahlin Olga, ist die Führung in der Gruft des Alten Schlosses gewidmet.

In Schloss Ludwigsburg und dem Lustschlösschen Favorite, beide von König Friedrich im Inneren prachtvoll im Stil des Empire modernisiert, lässt sich auf den Spuren Napoleons erfahren, wie der Griff Württembergs nach der Krone gelingen konnte. Es wird gezeigt, welch Glanz sich bei den Festen und Tafelfreuden entfaltete. Eine einmalige Besonderheit im Jubiläumsjahr ist die Führung im romantischen Landschaftsgarten König Friedrichs. Speziell für Kinder gibt es auch zahlreiche Angebote. Nur ein Titel sei als Appetitmacher herausgegriffen: „Knödel und Kanonendonner - ein Festmahl zu Ehren Napoleons“.

Auch die ehemals badischen Schlösser unsers Landes haben zum Thema Großherzogtum interessante Sonderführungen zu bieten. Schloss Bruchsal zeigt mit der Führung „Krone wider Willen“ den Zwiespalt auf, in dem sich die Zeitgenossen angesichts der Ereignisse sahen. Selbst der frischgebackene Großherzog empfand keine ungeteilte Freude über seinen Aufstieg.

Schloss Rastatt bietet im Ahnensaal einen Blick in die Geschichte Badens und das Schicksal badischer Regenten. Dabei kommt neben ihrem Leben, ihren Verdiensten und ihren Schicksalen auch so manche heitere Anekdote zur Sprache. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen aber der Weg Napoleon Bonapartes vom einfachen Offizier zum Kaiser der Franzosen, sein militärisches Genie und sein staatsmännisches Talent. Die Besucher erfahren wie die Markgrafschaft Baden in besonderer Weise von den guten Beziehungen zu Napoleon profitieren konnte.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen sind schließlich mit „Ein Mordfall im Hause Baden“ Tatort spannender Ereignisse. Im Appartement der Reichsgräfin von Hochberg, der zweiten Ehefrau des badischen Großherzogs Karl Friedrich, erfahren die Besucher interessante Details. Die Veranstaltungen machen anschaulich, wie die damaligen Häuser Baden und Württemberg auch durch eine kluge Heiratspolitik unter die großen Fürstenhäuser aufstiegen. Diese verwandtschaftlichen Beziehungen halfen beiden Häusern trotz des Verlustes an Eigenständigkeit durch den widerwillig akzeptierten Rheinbundbeitritt nicht nur zu überstehen, sondern an Rang und Gebiet kräftig hinzuzugewinnen.

Darüber und noch über vieles andere mehr erzählt das spannende Jubiläumsprogramm der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg in diesem Jahr.

Prospekte über die Führungen sind ab dem 12. Januar beim Prospektservice des Staatsanzeigers unter Telefon 0711-6660144 oder per E-Mail prospektservice@staatsanzeiger.de oder an den Schlosskassen erhältlich. Weitere Informationen auch im Internet unter www.schloesser-und-gaerten.de.





www.schloesser-und-gaerten.de


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