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02.03.2006
Grossherzog Leopold von Baden 1790-1852



Am 29. August 1790 wurde Leopold von Baden als erster Sohn Markgraf Karl Friedrichs und dessen zweiter Frau Luise Karoline geboren. Da Luise Karoline Geyer von Geyersberg dem Zähringer Adelsgeschlecht nicht ebenbürtig war, waren die Söhne aus dieser Ehe auch nicht für eine Erbfolge im markgräflichen Haus vorgesehen.

Leopold von Baden, der den Namen Leopold von Hochberg trug, nachdem seine Mutter sich Freifrau von Hochberg hatte nennen dürfen, wurde demnach nicht im Hinblick auf die Übernahme der Position des Landesfürsten erzogen.

1809 begann Leopold von Hochberg das Studium der Staatswissenschaft und Staatswirtschaftslehre in Heidelberg, bereiste Europa und nahm als 24jähriger am Krieg gegen Frankreich teil, weswegen er zum Generalmajor befördert wurde.

Nachdem die Erbfolgeregelung des Hauses Baden im Jahr 1818 zugunsten der Söhne aus der zweiten Ehe Markgraf Karl Friedrichs geändert worden war, nahm Leopold von Hochberg den Rang eines Erbprinzen ein und heiratete im Jahr darauf standesgemäß Sophie Prinzessin von Schweden, eine Urenkelin seines Vaters.

Mit ihr und seiner schnell wachsenden Familie verbrachte er regelmäßig die Sommermonate in Baden-Baden, wo er 1824 ein von Friedrich Weinbrenner großzügig gestaltetes Haus außerhalb der Stadtmauern erwarb. Erbprinz Leopold kann ohne weiteres ein maßgeblicher Einfluss auf die Umgestaltung der kleinen mittelalterlichen Bäderstadt zur zeitgemäßen und hohen Ansprüchen genügenden "Capitale d'été" zugestanden werden.

1830 übernahm er als vierter Großherzog des Landes die Regierungsgeschäfte und wertete die ehemalige Residenzstadt der Markgrafschaft Baden weiter auf, indem er 1843 das Neue Schloss, Großherzogin Stéphanie als Witwensitz zugestanden jedoch kaum von ihr genutzt, gegen sein Sommerpalais eintauschte. Umfangreiche Ausbau- und Renovierungsarbeiten am Neuen Schloss sorgten für eine komfortable Unterkunft der großherzoglichen Familie und ließen Baden-Baden zur Sommerresidenz des Landesfürsten werden.

Zu Beginn seiner Regierungszeit weckte Großherzog Leopold beim Volk hohe Erwartungen an eine politische Wende, da er ein neues Regierungskabinett mit fortschrittlich denkenden Mitgliedern berufen hatte und zu Weihnachten 1831 ein Pressegesetz erließ, das seinesgleichen in Deutschland suchte. Dem Rücknahmedruck konnte Großherzog Leopold im Jahr 1832 nicht standhalten. In den Folgejahren hatte er sich mit dem Gerücht, seine Gemahlin habe die Ermordung Kaspar Hausers in Auftrag gegeben ebenso auseinanderzusetzen wie mit dem wachsenden Unmut in der Bevölkerung, der 1848 in der badischen Revolution eskalierte.

Am 13. Mai 1849 floh die großherzogliche Familie nach Koblenz ins Exil. Am 18. August 1849 zog Großherzog Leopold an der Seite des preußischen Prinzen Wilhelm wieder in der Residenzstadt Karlsruhe ein und akzeptierte ohne nennenswerten Widerspruch, dass Preußen, dem die Verantwortung für viele Todesurteile gegen Beteiligte an der badischen Revolution zuzuschreiben ist, die Kontrolle über das Land ausübte.

Hatte Leopold von Baden schon vor der Revolution mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, so verstärkten sich diese nach seiner Rückkehr aus dem Exil und führten dazu, dass er am 21. Februar 1852 seinem zweiten Sohn, Friedrich, die Regierungsgeschäfte übertrug. Am 24. April 1852 starb Großherzog Leopold.








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