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20.03.2007
Herzogin Henriette von Württemberg (1780-1857) - Großmutter Europas und Wohltäterin Kirchheims
07.05.-01.11.2007



Schon zu ihren Lebzeiten galt Herzogin Henriette von Württemberg als „Diakonisse im Fürstengewand“. Sie lebte von 1811 bis 1857 in Schloss Kirchheim unter Teck und gründete oder unterstützte in Kirchheim und Umgebung zahlreiche karitative und soziale Einrichtungen. Bis heute beeindruckt sie durch ihre Bescheidenheit, ihre Toleranz und ihre Zuwendung an die Mitmenschen. Die Erinnerung an Herzogin Henriette ist nicht nur in ihren Stiftungen lebendig.


Anlässlich ihres diesjährigen 150. Todestages erinnern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zusammen mit der Stadt Kirchheim unter Teck an diese große Frau der Landesgeschichte: mit einer Ausstellung im Städtischen Museum im Kornhaus, mit einer besonderen Präsentation der historischen Wohnräume der Herzogin im Kirchheimer Schloss und mit zahlreichen Veranstaltungen.


Herzogin Henriette von Württemberg (1780-1857)

Porträt der jungen Henriette

Henriette stammt aus zwei der prominentesten Adelsfamilien Mitteleuropas: Am 22. April 1780 wird sie als Tochter des Fürsten Karl Christian von Nassau-Weilburg (1735-1788) in Kirchheimbolanden (Pfalz) geboren. Über ihre Mutter, Prinzessin Karoline von Oranien (1743-1787), ist sie mit dem Welfenhaus verwandt und eine Urenkelin König Georgs II. von England. Trotz aller hochadeliger Abstammung: Ihr Lebensweg zeigt wenig Kontinuität und viel Düsteres. Bereits als Kind, in den Jahren 1787 und 1788, verliert sie kurz nacheinander beide Eltern; ihr älterer Bruder Friedrich Wilhelm (1768-1816) übernimmt ihre Erziehung.

Herzog Louis von Württemberg

Dann bestimmen die Auswirkungen der Französischen Revolution die Lebensumstände. Unter anderem weicht die Familie im September 1792 in einer überstürzten Flucht vor den Truppen des revolutionären Frankreichs nach Osten aus. Nach verschiedenen Ortswechseln findet die Familie 1796 in Bayreuth Zuflucht. Hier lernt Henriette ihren Mann, Ludwig von Württemberg (1756-1817), einen Bruder des späteren ersten württembergischen Königs, kennen. Bereits im darauffolgenden Jahr findet die Hochzeit der beiden statt.

Ludwig ist zunächst Offizier in preußischen Diensten und ab 1800 General im russischen Dienst. Sein Karriereweg bringt wechselnde Aufenthaltsorte mit sich; Henriette begleitet ihren Mann. Dementsprechend bringt Henriette ihre fünf Kinder an fünf verschiedenen Orten zur Welt. Nach unsteten Jahren, in denen Ludwig sich sehr hoch verschuldete, zwingt König Friedrich die Familie als Folge der hohen Verschuldung zum Aufenthalt in Schloss Kirchheim.

Hier gewinn das Bild Henriettes nach dem Tod ihres Mannes 1817 die bis heute bekannten Konturen. Während ihrer 40-jährigen Witwenschaft engagiert sie sich in ihrer neuen Heimatstadt zunehmend sozial und karitativ. Zwischen 1820 und 1856 initiiert oder begleitet sie in Kirchheim die Gründung verschiedener Schulen und Pflegeeinrichtungen. Diese Aktivitäten wurzeln zum einen in der ausgeprägten Frömmigkeit Henriettes und zum anderen in einem fürstlichen Verantwortungsgefühl. Allgemein sind im 19. Jahrhundert, beginnend mit der württembergischen Königin Katharina, die Fürstinnen in immer stärker werdendem Maße um das Wohl und die Bildung ihrer Untertanen besorgt.




Die Sonderausstellung „Ein bewegtes Leben“ findet vom 7. Mai bis 1. November 2007 im Städtischen Museum im Kornhaus statt: Sie beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken der württembergischen Herzogin Henriette und erinnert an Henriettes Tätigkeit und ihre Einrichtungen in Kirchheim unter Teck. 

Zu sehen sind zahlreiche Gegenstände aus dem persönlichen Besitz und dem Umfeld der Herzogin. Sie geben Aufschluss über ihre Person und interessante Einblicke in ihr Leben. An Hand von Stichen und Zeichnungen wird auch ein anschauliches Bild der damaligen Oberamtsstadt Kirchheim unter Teck vermittelt. 

Thema der Ausstellung sind des weiteren ihre Kinder, für die Henriette eine äußerst kluge Heiratspolitik betrieben hatte und daher oftmals auch als „Großmutter Europas“ genannt wurde.

Veranstaltungen

Vortragsreihe

20.05.07: Karl Georg Sindele
Herzogin Henriette, Perle des württembergischen Königshauses und der Stadt Kirchheim unter Teck
Der Autor der neuen Henrietten-Biografie schildert die zutiefst menschlichen, religiösen und wohltätigen Seiten der gebürtigen Fürstin von Nassau-Weilburg, die für ganz Württemberg, aber auch für die Notleidenden und Armen in Stadt und Amt Kirchheim unter Teck ein besonderer Glücksfall war.

08.07.07: Rainer Laskowski M.A.
Das Schloss nach Herzogin Henriettes Tod – Das Kirchheimer Heimatmuseum im Schloss
Mit dem Tod von Herzogin Henriette 1857 endet die Zeit der höfischen Nutzung des Schlosses. Es beginnen Fremdnutzungen, die stets mit einem Verlust an historischer Substanz verbunden sind. Eine Unterbrechung dieser Entwicklung bedeutete nur die Nutzung des Schlosses als Heimatmuseum (1922-1946), das zuletzt als „Haus des Volkstums" 21 Räume im Schloss belegte. Der Vortrag zeigt die bis 1946 noch bewahrte, heute leider größtenteils verloren gegangene historische Substanz auf.

22.07.07: Tillmann Marstaller M.A.
Der Dachboden des Schlosses und das Kirchheimer Flößerwesen

30.09.07: Holger Starzmann
Herzogin Henriette, die „Großmutter Europas“

Veranstaltungsort
Schlosskapelle Schloss Kirchheim

Beginn

17.00 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 5,00 €
Ermäßigt: 3,50 €

Ticketverkauf
Nach den Sonderführungen im Städtischen Museum oder an der Abendkasse.

Sonderführung (Schlossmuseum und Städtisches Museum)

Großmutter Europas: Henriette von Württemberg in Kirchheim
Die Jubiläumsführung zum 150.Todestag
Auch 150 Jahre nach ihrem Tod ist die Erinnerung an Henriette von Württemberg in Kirchheim sehr lebendig. Nach unsteten Jahren an der Seite ihres dauerhaft von Schulden geplagten Gatten – eines Bruders von König Friedrich I. – lebte die Herzogin über 40 Jahre lang im Schloss. Reizvolle Portraits der Räume zeigen erstmals in allen Details, wie sie sich hier eingerichtet hatte. Als Mutter von fünf Kindern wurde sie mit einer Schar bedeutender Enkel zur Großmutter Europas und auch als Wohltäterin Kirchheims blieb sie in dieser Stadt unvergessen. Die Zimmer der Henriette im Schloss mit dem Terrassengarten auf der Bastion und die Jubiläumsausstellung im Städtischen Museum bilden den Rahmen für Geschichten aus einem bewegten Leben, das sich in Kirchheim, im Schloss und in ganz Europa abspielte.

Referent
Holger Starzmann

Termine
Freitag, 18.05.2007, 15.00 Uhr
Sonntag, 20.05.2007, 15.00 Uhr
Sonntag, 27.05.2007, 15.00 Uhr
Donnerstag, 07.06.2007, 15.00 Uhr
Freitag, 22.06.2007, 15.00 Uhr
Sonntag, 08.07.2007, 15.00 Uhr
Donnerstag, 12.07.2007, 15.00 Uhr
Samstag, 21.07.20007, 15.00 Uhr
Freitag, 27.07.2007, 15.00 Uhr
Freitag, 03.08.2007, 15.00 Uhr
Sonntag, 02.09.2007, 15.00 Uhr
Freitag, 14.09.2007, 15.00 Uhr
Samstag, 22.09.2007, 15.00 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 7,00 €
Ermäßigt: 3,50 €

Anmeldung
vorab bei der Schlossverwaltung Ludwigsburg
Tel. 07141 / 18 20 04
Fax. 07141 / 18 64 34
E-Mail: info@schloss-ludwigsburg.de

Diese Sonderführung kann nach vorheriger Vereinbarung für Gruppen gebucht werden. Termine hierfür sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Informationen und Führungsbuchung unter 07141 / 18 26 54.






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