02.03.2005
Grossherzog Ludwig von Baden (1763-1830)
Ludwig war der jüngste Sohn des Markgrafen Karl Friedrich und der Karoline Louise. Er schlug die militärische Laufbahn ein und war mit Leib und Seele Soldat. Zunächst stand er in preussischen Diensten und nahm 1793 als Oberst eines Grenadierregiments am Feldzug gegen Frankreich teil. 1795 kehrte er nach Karlsruhe zurück, wo er das Oberkommando über die badischen Truppen, sowie die Direktion der Oberforstkommission und des Finanzdepartements übernahm.
1804 überbrachte er mit seinem Neffen Karl Napoleon die Glückwünsche
Badens, anlässlich der Kaiserkrönung. Auf Karl übte er einen sehr
negativen Einfluss aus, indem er dessen Hang zu niedrigen Vergnügungen
nicht nur nicht bremste, sondern kräftig unterstütze.
Ludwig heiratete nicht offiziell, sondern ging 1822 mit Fräulein
Katharine Werner, die er zur Grafin Langenstein erhob, eine ungebürtige
Ehe ein und hatte mit ihr zwei Kinder. Nachdem seine Brüder und sein
Neffe vor ihm starben, folgte er diesem 1818 auf den badischen Thron.
Als Grossherzog hat sich Ludwig grosse Verdiente erworben. Durch siene
Sparsamkeit bracht er die Landesfinanzen wieder in Ordnung. Er sorgte
für die Verbesserung der Verkehrswege und schuf Erleichterungen bei den
Wegezöllen.
Seine zwölfjährige Regierungszeit war geprägt vom Kampf mit den Kammern
zwischen unbeschränkter Monarchie und der konstitutionellen
Regierungsform, wie sie in der badischen Verfassung verankert war.
Ludwig war nie ein Freund der Franzosen. Der Frau seines Neffen stand
er äusserst reserviert gegenüber. Sie ihrerseits machte ihn für das
ungebührliche Benehmen ihres Mannes und sein Verhalten ihr gegenüber
verantwortlich. Auf Anordnung Napoleons musste er sich zwei mal auf
seine Besitzungen nach Salem zurückziehen, zumal der Kaiser in ihm auch
die Antriebskraft der anti-französischen Partei sah. Als Grossherzog
verhielt er sich gegen die Witwe seines Vorgängers korrekt. Sie erhielt
zwar nicht alle ihr zustehenden Gelder, doch stellte er ihr einen
Flügel des Schlosses in Mannheim als Witwensitz zur Verfügung, nachdem
er zunächst Freiburg vorgeschlagen hatte, weil diese Stadt durch Heirat
an Baden gekommen war.
Sophie von Hahn spricht harte Worte über Markgraf Ludwig:
" . . . (er) wurde beschuldigt, die Versuche, unseres Grossherzogs Karl
schöne Anlage zum Heile des Landes zu entwickeln, vereitelt zu haben,
um sich einen desto nachträglicheren Einfluss auf den jungen Herscher
zu sichern. Ja man ging soweit, zu sagen, der Markgraf habe nichts
versäumt, seinen Neffen im Lebenskeime zu knicken und sein Nachfolger
zu werden, wie das auch geschah. In der Einsamkeit seines Gartens (am
Ende der Stephanienstr. gegen das Mühlburger Tor) verbrachte er ein auf
den Umgang mit einigen Männern niedrigen Standes beschränktes Leben."