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So ungewöhnlich wie die Anlage selbst sind auch die Ziele dieses Freilichtmuseums:
Restaurierung und Präsentation bäuerlicher und industrieller Architektur zählen ebenso dazu wie das Bewahren des kulturellen Erbes und des Lebensstils vom Mittelalter bis in die heutige Zeit.
Das Ecomusée d'Alsace repräsentiert das Gedächtnis ganzer Generationen und bietet eine aussergewöhnliche Mischung aus bäuerlicher und industrieller Architektur, einer Kali-Mine, traditionellem Handwerk, einem Bauernhof, kulinarischen Überraschungen, Volksfesten und ländlichen Feierlichkeiten... all dies in einer landschaftlich höchst reizvollen und geschützten Umgebung.
Die Entstehung dieses Museums war ein langer Prozess – er hatte immer zum Ziel, einen Ort entstehen zu lassen, an dem sich vor allem Familien besonders wohlfühlen. So bieten zahlreiche Werkstätten und Präsentationen die Möglichkeit, sich für einen Tag oder mehr in eine andere Zeit versetzen zu lassen und in ein Leben einzutauchen, das heute fast vergessen ist.
Überblick
Auf einer Fläche von über 110 Hektar erstreckt sich das Freilichtmuseum mit einem Dorf aus über 70 (2006) traditionellen elsässischen Fachwerk-Häusern, einer echten Backstube, einem Bahnhof, einer Schule, einer Wasser- und einer Ölmühle, Kneipen, Gärten und verschiedenste Plantagen für Gewächse seltener oder bedrohter Sorten, wie beispielsweise über 200 Apfelsorten, die noch bis über den Zweiten Weltkrieg am Oberrhein gediehen und jetzt nur noch im Ecomusée d‘Alsace überleben…
Entlang der Promenaden entdeckt der Besucher die Tiere auf dem Bauernhof, Handwerker-Werkstätten, wie die des Töpfers, des Wagners, des Stellmachers, des Schmieds und des Sattlers – lauter Spezialisten, deren altes Wissen langsam in Vergessenheit gerät.
Das Ecomusée d'Alsace hat sich immer mit dem Thema «Haus» beschäftigt, das sich in seinem Namen wiederfindet: Das griechische Wort «oikos» bedeutet «Haus», und «Öko» kennen wir ja von «Ökonomie» oder «Ökologie» - französisch «économie, écologie» und eben «écomusée». Im erweiterten Sinne beschäftigt sich das Ecomusée d‘Alsace somit mit allem, was mit dem «Haus» zu tun hat: Angefangen vom Baumaterial bis zu den Beschäftigungen der Bewohner, die dem Haus Form und Funktion gaben, wobei das eine wie das andere eben auch von der Umgebung, von der Landschaft und dessen Naturprodukten abhängig war.
In diesem Sinne hat das Ecomusée d‘Alsace in den letzten Jahren das «Internationale Festival des Hauses» ins Leben gerufen: Ein Freiraum für zeitgenössisches Experimentieren und Schaffen von Formen, an dem sich Architekturschulen aus den unterschiedlichsten Ländern Europas beteiligen.
Eine weitere Station ist das «Haus der Geschmäcker und Farben», wo der Besucher bei Vorführungen und Verkostungen lernt, wie man sich früher über das Jahr hinweg ernährte und sich vielleicht auch an gewisse Spezialitäten erinnert, die man gerne wieder mal auf dem Speisezettel des Hauses und wohl auch anstelle von «MacDonalds» geniessen würde…
Auf dem Jahrmarkt («La Place des Manèges») entdecken grosse und kleine Gäste den Charme und die Nostalgie von Fahrgeschäften aus vergangenen Zeiten: Zum Beispiel das kultige Kettenkarussell oder der Karussell-Hit der 50er-Jahre mit den «topmodernen» Peugeot 203, aber auch das Marionetten- und Kasperletheater und, und, und… Jedoch speziell das Salon-Karussell «Eden Palladium» aus der «Belle Epoque» von 1906 mit seiner künstlerisch gestalteten und illuminierten Front von unglaublichen 23 Meter Länge - es ist das Prunkstück des historischen Jahrmarkts in der riesigen Jahrmarkthalle!
icht weit von dort wartet auf dem ersten Bahnhof der ersten internationalen Bahnlinie Basel–Strassburg von 1841 eine Eisenbahn-Komposition aus dem Jahr 1930 auf das Abfahrtszeichen des Bahnhofvorstehers. Er nimmt die Besucher mit in eine ganz andere Welt – in die der Kaliminen im elsässischen Kalibecken. Das heisst in das Industrie-Quartier des Ecomusée d'Alsace. Dort befindet sich die Installation «Clair de Mine» in der stillgelegten Mine «Rodolphe II» und zeigt das Leben der Minenarbeiter und die Entwicklung der Berbautechnologien von der Entdeckung des Kalisalzes im Elsass um 1904 bis zu dessen Erschöpfung um die Jahrtausendwende.
So gibt es das ganze Jahr hindurch – bis hin zu den Festlichkeiten am Ende des Jahres – eine Menge zu entdecken: Der Besuch des Ecomusée d'Alsace ist eine Abenteuerreise auf den Spuren der Lebens- und Denkweise der Menschen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert.
ECOMUSEE D‘ALSACE
Chemin du Grosswald
BP 71
F-68190 Ungersheim
Tel.: 0033 3 89 74 44 74
Fax: 0033 3 89 74 44 65
Anfahrt:
Das Ecomusée d‘Alsace liegt am südlichsten Zipfel des Gemeindebanns der Ortschaft Ungersheim an der D 429 mit Zugang/Zufahrt zwischen Pulversheim und Bollwiller.
Es ist erreichbar per Bahn/Bus, Velo, Auto
Öffnungszeiten:
• März, April, Mai, Juni, September: 10 bis 18 Uhr
• Juli, August: 9.30 bis 19 Uhr
• Oktober, November: 10 bis 17 Uhr
«Clair de Mine» (Minen-Komplex «Rodolphe II»): täglich geöffnet vom 18. Juni bis zum 3. September 2006
Eintrittspreise
Einzelbillette
Juli/August Hochsaison
(Besuch der Mine inbegriffen)
Erwachsene 12 €
Kinder von 4 bis 16 Jahren 6.50 €
Familienkarte (2 Erwachsene + 5 Kinder von
4 bis 16 Jahren) 26 €
In der Hochsaison keine weiteren Vergünstigungen
ausserhalb der Hochsaison
halbtags ab 15 Uhr
Erwachsene 6.50 €
Kinder von 4-16 Jahre 5.50 €
Familien (2 Erwachsene, 5 Kinder) 15.50 €
ganztags
Erwachsene 9.50 €
Kinder von 4 bis 16 Jahre 6.50 €
Familien (2 Erwachsene, 5 Kinder) 22 €
www.ecomusee-alsace.com
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