Im elsässischen Ort, Bouxviller, ehemalige Residenz der Grafen von
HANAU-LICHTENBERG. fand der französische Forscher Georges Cuvier im
letzten Jahrhundert ein Unzahl von Fossilien, die diesen Zeitabschnitt
der Erdgeschichte beleuchten. Vor 40 Millionen Jahren war die
Rheinebene erfüllt von einem riesigen Meer, tropischen Pflanzen und
exotischen Tieren.
Von dem grossen Parkplatz (Place du
Château) aus spaziert man durch das kleine malerische Städtchen. An der
Grand Rue geht man rechts, vorbei am Elsässich-jüdischen Museum, das
sicher einen Besuch Wert ist.
Am Restaurant "Au Soleil" biegt man links ab und läuft bis zur nächsten
Kreuzung. Hier beginnt der eigentliche Spaziergang mit einer
Schautafel, auf der man sich die vorgeschichtliche Rheinebene und das
Elsass lebhaft vorstellen kann.
Dann das kleine Treppchen hinunter und die Strasse entlang. Der
"Sentier Géologique" wird durch unscheinbare braune Schilder
gekennzeichnet, die allerdings schwer zu erkennen sind. Dieser
"geologische Pfad" führt einen von Fundstelle zu Fundstelle den Berg
hinauf.
Zunächst geht es noch durch das Dorf, hinauf durch das Neubaugebiet,
aber bald steht man auf Wiesen und mitten in der Natur. Natürlich kann
man sich auch durchfragen nach dem "Sentier Géologique" und direkt oben
am Wiesenrand parken. Auf der Wiese weiterlaufend, trifft man schon
bald auf die erste Fundstelle.
Wer nun ein multimedial aufbereitetes Aha-Erlebnis erwartet oder gar
Krokodile hinter Schilfhalmen vermutet, muss entäuscht werden. Die
Wissenschaft der Geologie ist gnadenlos nüchtern und wohl nur Experten
können in einzelnen Felsen und Gesteinsbrocken die drammatischen
Vorgänge der Erdgeschichte erspüren.
- Verschiedene Meeresüberflutungen (Stationen 1-4)
- Einbruch des Oberrheingrabens im Tertiär (Stationen 5+6)
Der "geologische Pfad" dient click2day auch nur als "roter Faden" für
einen Ausflug. Ein Vorwand sozusagen. Also laufen wir weiter, den
Westhang des Berges entlang und entdecken nun eine wunderschöne Landschaft die sich dem Blick
öffnet und die wir in dem Dorf noch gar nicht vermutet hätten. Eine
Meeresweite kann man sich jetzt schon eher vorstellen.
Nach einer halben Stunde gelagen wir zur Station 2 (Augen immer
offen halten). Seit einiger Zeit sieht man schon das grosse Kreuz an
der Spitze des
Berges. Dies ist das Ziel. Ob man nun direkt den Berg hinaufläuft oder
dem Weg folgt, spielt keine Rolle, da es einen "richtigen" Weg hier
wohl nicht gibt. Fassen Sie das ganze von nun an einfach als einen
abwechslungsreichen Spaziergang mit Wandercharakter auf. Auf halber
Strecke steht ein sehenswerter Baum mit dem Namen "Goethe".
Da Goethe 1770 ebenfalls hier entlang wanderte, wurde diesem hohen
Besuch zu Ehren in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Eiche gepflanzt.
Sie ist nun 22 m hoch und misst 3,70 im Durchmesser.
Die meisten werden dankbar schon hier ein Picknick machen wollen. Viele
Bänke, der Schatten und der wunderbare Blick laden auch dazu ein.
Danach geht es durch ein kleines wildes Wäldchen. Achtung: Station 3+4
befinden sich hier.
Aus dem Wäldchen heraustretend, gelangen wir bald zum Kreuz auf dem
kleinen Bastberg, dem sagenumwobenen Hexenplatz. Der atemberaubende
Blick über die Ebene ist berühmt geworden durch Goethes Beschreibung.
Durch Jahrhunderte galt der Bastberg den Elsässern als anrüchiger Spuk-
und Hexenplatz. Wandelnde Feuer und feurige Kugeln erschreckten die
nächtlichen Wanderer, und jedes Jahr, in der Walpurgisnacht fanden sich
hier - auf Besen, Heugabeln, Böcken und roten Katzen reitend, alle
Hexen der Umgegend ein.
Goethe hatte sich auf dem Bastberg für etwas ganz anderes interessiert.
"Dies Höhe, ganz aus verschiedenen Muscheln zusammengehäuft, machte
mich zum ersten Mal auf solche Dokumente der Vorwelt aufmerksam; ich
hatte sie noch niemals in so grosser Masse beisammen gesehen."
Vom grossen Kreuz aus schauen wir Richtung Norden auf das Dorf und sehen rechts, Nordost, ganz nah, den "Grossen Bastberg".
Wer möchte, besucht auf dem "Grossen Bastberg" auch noch die Stationen
5+6 des Sentier Géologique". Wer bereits genug hat kann einfach und
bequem immer geradeaus dem Weg hinunter ins Dorf folgen.
Der "grosse Bastberg" entstand beim Einbruch des Oberrheingrabens und
ist bedeutend jünger. Bis zum 15. Jahrhundert wurde er auch Galgenberg
genannt, weil sich hier die Richtstätte der Grafschaft befand. Warum er
als "Gross" bezeichnet wird, ist nicht klar, da der "Kleine Bastberg"
mächtiger und grösser erscheint.
Der "grosse Bastberg" ist von einem Kiefernwald bedeckt. Ein Weg führt
zu ihm hinüber. Wegstrecke 15 Minuten. Auf einem kleinen Pfad verlassen
wir die Wiesen und befinden uns kurze Zeit später in einer ganz anderen
Welt: Hügel, Bäume, Lianen und Stille.
Mitten im Wald wieder eine der unscheinbaren Fundstellen.
Die Wanderung durch den kleinen Wald, das baldige Heraustreten auf die
Wiesen und der Spaziergang hinunter ins Dorf sind auf alle Fälle
kurweilig und schön. Station 6 ist wohl der Steinbruch, in dem Georges
Cuvier fündig wurde.
Systematisch untersuchte als Erster der französische Naturforscher
Georges Cuvier zu Beginn 19. Jahrhunderts die Fossilien des grossen
Steinbruchs.
Er entdeckte dabei fossile Knochenfragmente einer heute ausgestorbenen
tapierähnlichen Tierart, von denen eine zu Ehren des Fundortes von
späteren Paläonthologen "Lophiodon buchsowillanum" getauft wurde.
Am Ende des Rundgangs durchschreitet man einen schaurig schönen alten
Friedhof, auf dem noch viele Grabmale mit alten, deutschen Inschriften
versehen sind.
Wichtiger Hinweis:
unbedingt Proviant mitnehmen. Auf der ganzen Strecke gibt es keine Möglichkeit, den Durst oder Hunger zu stillen.
Stadtinformationen
1, place du Château
67330 Bouxviller