25.04.2008
Schienenradeln zwischen Landau und Germersheim - Südpfalzdraisine
Es gibt ein neues Freizeitvergnügen der besonderen Art in der Südpfalz:
die Südpfalz-Draisinenbahn auf der alten Bahntrasse zwischen Bornheim
bei Landau und Lingenfeld. Bis zu 7 Leute pro Draisine können dann auf
der 14 Kilometer langen Strecke mitten durch die Landschaft auf Gleisen
dahin gleiten. Das Beste: Nur 3 Mitfahrer müssen radeln, die anderen
sitzen ganz gemütlich am runden Tisch mit Pfälzer Schoppenhalter und
genießen die Fahrt!
Und wenn Sie irgendwo anhalten möchten, können die Fahrzeuge an den
Haltestationen einfach rechts oder links auf die Holzflächen
herausgefahren und abgeschlossen werden. Halte- und Raststationen gibt
es im Abstand von 1-2 Kilometern. Zum Beispiel am Bahnhof Hochstadt mit
dem gemütlichen Biergarten des Waldhauses Schuster oder im Lokal „Zur
Dampflok“.
Der Rheinland-Pfalz-Takt bringt Sie hin: mit allen Nahverkehrszügen zum
Bahnhof Landau, von dort mit Bus 587 zur Haltestelle Bornheim EKZ am
Startpunkt der Draisinenstrecke. Starten können Sie Ihre Draisinentour
im Einbahnverkehr täglich zwischen 10 Uhr und 12 Uhr in Bornheim. Um 14
Uhr wird die Draisine dann ganz einfach an einem der Haltepunkte
gedreht und es geht zurück nach Bornheim.
Infos und
Busverbindungen: Südpfalz-Draisinenbahn
Tel.
0 63 27/96 10 16
Was ist eine Draisine?
Die Draisine ist ein leichtes vierrädriges Schienenfahrzeug, das für
Streckenkontrollen von Bahnanlagen verwendet und durch Muskelkraft oder
durch einen Verbrennungsmotor angetrieben wird.
Der Name des Schienenfahrzeugs geht auf Karl Friedrich von Drais, badischer
Forstmeister aus Karlsruhe (1785-1851) zurück, der das Schiebe- oder
Tretrad erfand.
Etwa zur gleichen Zeit, als die so genannten Rollräder mit Pedalantrieb
entstanden, wurden die einfachen Schienenfahrzeuge entwickelt, deren
Antrieb mittels einer Wippe funktionierte. Zum Fahren musste man
Letztere nach vorne stoßen und wieder zu sich zurückziehen. Eine
verbesserte Version dieses kraftraubenden Fortbewegungsmittels stellt
die Handhebel-Draisine dar. Die Handhebel dieses Fahrzeugtyps wurden in
verschiedenen Größen und mit abweichenden Kraftübertragungsmechanismen
konstruiert.
Gleichzeitig kam auch das Schienenfahrrad auf, und zwar sowohl
einsitzig mit Stützrad, also dreirädrig, als auch vierrädrig, mit dem
Sattel zwischen den beiden Gleissträngen. Weiterentwickelte Modelle
waren mit mehreren Sitzen, Verdeck und Pedalen ausgestattet.
Im 19. Jahrhundert entwickelte man die ersten Motor-Draisinen, die die
von Muskelkraft betriebenen Draisinen in der Folgezeit ablösten. Erst
allmählich sollten diese motorbetriebenen Gleiskraftwagen, die dem
Fahrer zunächst noch wenig Platz und Schutz boten, mit dem nötigen
Komfort ausgestattet werden.