In Mannheim trat der Motorwagen des Erfinders, der mit 85 Jahren in Ladenburg starb, seinen Siegeszug an. Hier fuhr er 1886 das erste Automobil der Welt. Unvergessen auch die spektakuläre Fahrt seiner Gattin Bertha von Mannheim nach Pforzheim, mit der das Zeitalter des Automobils so richtig begann.
Für seine Verdienste wurden Carl Benz zahlreiche Ehrungen zuteil. Die
Stadt Mannheim errichtete für ihren Bürger 1933 am Wasserturm ein
Denkmal. Die schlichte Aufschrift lautet: „Dem Pionier des
Kraftwagen-Baues“.
Am 25. November 1844 kam Carl Benz, Sohn von Georg und Josephine Benz,
in Mühlburg bei Karlsruhe zur Welt. Nach dem Besuch des Karlsruher
Lyzeums studierte er von 1860 bis1864 Maschinenbau an der
Polytechnischen Hochschule Karlsruhe.
1866 kam Carl Benz nach Mannheim und begann am 1. Oktober eine
Tätigkeit bei der Firma Schweizer, wo er auch zum „Zeichner und
Konstrukteur“ ernannt wird. 1869 ging er für zwei Jahre nach Pforzheim.
Zurück in Mannheim, lernte er 1871 den Mechaniker August Ritter kennen,
mit dem er in einem Holzschuppen in T 6, 11 ein Unternehmen namens
„Carl Benz und August Ritter, mechanische Werkstätte“ gründete.
Nachdem August Ritter ausschied, führte Benz als Alleininhaber 1872 das
Unternehmen „Carl Benz Eisengießerei und mechanische Werkstätte“
weiter. In diesem Jahr heirateten Carl und Bertha Benz, geborene
Ringer. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.
1877 forderte ein Geldgeber seine Einlage zurück und brachte so das
Unternehmen Carl Benz in ziemliche Bedrängnis: das Firmeninventar
musste versteigert werden.
Carl Benz erkannte, dass nur etwas völlig Neues eine neue Existenz
bieten konnte, und begann mit der Konstruktion eines Zweitakt-Motors.
Am 31. Dezember 1879 lief sein neuer Motor zum ersten Mal. 1883
gründete Carl Benz mit Partnern die „Fa. Benz & Cie. Rheinische
Gasmotorenfabrik“ in Mannheim und entwickelte die ersten Pläne zum
Kraftwagen. 1885 begann er mit dem Bau des dreirädrigen Motorwagens.
Am 29. Januar 1886 erhielt Carl Benz vom Kaiserlichen Patentamt das
Patent auf den ersten brauchbaren Motorwagen. Das Unternehmen wurde in
die Waldhofstraße verlegt.
1894 wurde das erste Benz Velo hergestellt, mit 1200 produzierten
Fahrzeugen das erste „Massen-Mobil“ der damaligen Zeit. 1903 trat Carl
Benz nach innerbetrieblichen Auseinandersetzungen aus der AG aus,
kehrte jedoch im Jahr darauf in den Aufsichtsrat zurück.
1905 zog die Familie Benz nach Ladenburg, 1906 entstand an der
Ilvesheimer Straße in Ladenburg eine neue Automobilbau-Gesellschaft „C.
Benz Söhne Ladenburg“. Die Unternehmen Benz & Cie. AG“ und
„Daimler-Motoren-Gesellschaft“ fusionierten zur „Daimler-Benz AG“.
Beide Konstrukteure, Carl Benz und Gottlieb Daimler, hatten zunächst
ohne Wissen voneinander am Automobilbau gearbeitet: Benz an einem neuen
Fahrzeugtyp. Daimler an der Motorentwicklung.
Im strengen Winter 1928/1929 zog sich Carl Benz einen Bronchialkatarrh
zu, von dem er sich nicht mehr erholte. Er starb am 4. April 1929 in
seinem Haus in Ladenburg.
Für seine Verdienste wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Unter
anderem erhielt er die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule
Karlsruhe, die Große Badische Staatsmedaille und die Ehrenbürgerwürde
der Stadt Ladenburg.
In Mannheim erinnern neben dem Benz-Denkmal in der Augustaanlage das
Carl-Benz-Stadion, die Carl-Benz-Straße, das Carl-Benz-Bad und die
Carl-Benz-Schule an den großen Erfinder und Konstrukteur.