21.10.2005
DaimlerChrysler erwartet gutes drittes Quartal - Oktober 2005
Der Stuttgarter Autokonzern DaimlerChrysler hat im dritten Quartal nach
Einschätzung von Analysten zu früherer Ertragskraft zurückgefunden. Die
Sanierung der Mercedes Car Group (MCG) mache Fortschritte, die
Modelloffensive zahle sich aus und die Qualitätsprobleme seien behoben.
Die von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Experten
erwarten im Schnitt einen operativen Konzerngewinn (Operating Profit)
von rund 1,6 Milliarden Euro (Vj: 1,33 Mrd Euro). Der Autobauer legt am
kommenden Mittwoch (26. 10.) die Zahlen für das dritte Quartal vor.
Unter dem Strich dürfte der Konzern zwischen Juli und September
allerdings nur knapp 700 Millionen Euro und damit weniger als im
Vorjahr (951 Mio Euro) verdient haben . Beim Umsatz rechnen die
Experten mit einem Anstieg von 34,9 auf etwa 37,5 Milliarden Euro.
HVB-Analyst Georg Stürzer lobt, der Absatz der Mercedes Car Group (MCG)
sei im Quartal um sechs Prozent gestiegen, die Marke Mercedes-Benz habe
sich sogar um neun Prozent verbessert. Besonders stark entwickeln sich
A-, B- und M-Klasse. Keine Trendwende ist dagegen beim Sorgenkind smart
in Sicht, dessen Restrukturierung in diesem Jahr 1,1 Milliarden Euro
verschlinge. Zwar sinken die Kosten spürbar, doch im hart umkämpften
Kleinwagensegment kommt das Trendauto weiterhin nicht auf die
gewünschten Stückzahlen.
Der Quartalsgewinn der Mercedes Car Group wird den Schätzungen zufolge
bei etwa 370 Millionen Euro liegen. Vor einem Jahr hatte die MCG 304
Millionen Euro verdient. Der Ergebnisaufschwung wird im laufenden
vierten Quartal jedoch durch den geplanten Abbau von bis zu 8500
Stellen wieder gebremst. Das Abfindungsprogramm soll 950 Millionen Euro
kosten. Diese erneute Sonderbelastung will DaimlerChrysler durch den
Verkauf des Dieselmotorenbauers MTU Friedrichshafen kompensieren.
Die US-Tochter Chrysler bewerten die Analysten als stabilen
Ertragsbringer mit einem erwarteten operativen Gewinn von rund 300
Millionen Euro (Vj: 217 Mio). Chrysler präsentiert sich damit in
Nordamerika deutlich gesünder als General Motors und Ford, die beide im
dritten Quartal Milliardenverluste verbucht haben. Weiter auf
Rekordfahrt sind die Nutzfahrzeuge. Hier liegt die Schätzung des
Quartalsgewinns bei etwa 450 Millionen Euro (Vj.: 159 Mio Euro). Bei
den Finanzdienstleistungen prognostizieren die Experten ein schwächeres
operatives Ergebnis von rund 340 Millionen Euro (Vj: 412 Mio Euro).
Im Gesamtjahr will die Stuttgarter DaimlerChrysler AG ohne
Berücksichtigung der Sonderbelastungen und Sondererträge den Operating
Profit von 2004 (5,8 Mrd Euro) leicht übertreffen.