Der Vertrag über die Entwicklung des europäischen
Satellitennavigationssystems Galileo ist unterzeichnet. Bis 2008 soll
die Technik stehen. Ende 2010 wollen die europäische
Weltraumorganisation ESA und das Konsortium Galileo Industries das
System in Betrieb nehmen.
Der am 19. Januar im Bundesverkehrsministerium unterzeichnet
Entwicklungsvertrag hat ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. "Für
die Bundesregierung ist das Satellitennavigationssystem Galileo das
wichtigste europäische Gemeinschaftsprojekt", erklärte
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. "Es zeigt, dass Europa
gemeinsam hochkomplexe Vorhaben dieser Größenordnung meistern kann", so
der Minister.
Galileo soll 150.000 Arbeitsplätze schaffen
Bis 2008 soll die Satellitentechnik und die dazugehörige
Bodeninfrastruktur entwickelt werden. Die ersten vier Satelliten werden
zunächst für einen sechsmonatigen Testbetrieb im Weltraum stationiert.
So funktioniert Galileo
Bis Ende 2010 sollen dann weitere 26 Satelliten folgen. Ihre Signale
erlauben die Ortung und zentimetergenaue Positionsbestimmung von
Gegenständen rund um den Globus. Parallel dazu werden in
Oberpfaffenhofen bei München und in Fucino in der Nähe von Rom die
dazugehörigen Bodenstationen aufgebaut.
Die Gesamtkosten für Galileo belaufen sich auf etwa 3,8 Milliarden
Euro. Davon entfallen 2,4 Milliarden auf die öffentliche Hand.
Schätzungen gehen davon aus, dass Galileo mit seinen vielfältigen
Nutzungsmöglichkeiten allein in Europa rund 150.000 neue Arbeitsplätze
im Dienstleistungssektor schaffen kann.
"Das Projekt Galileo ist auf gutem Wege", zeigte sich der Bundesverkehrsminister bei der Vertragsunterzeichnung zufrieden.