Am Mittwoch, 30. Januar 2008, beschloss der Heidelberger Gemeinderat, die Entwicklung des künftigen Stadtteils Bahnstadt mithilfe des Instruments „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ durchzuführen. Den Satzungsbeschluss, der nach umfangreichen Vorberatungen in den Ausschüssen einstimmig ausfiel, bezeichnete Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner als „ein wichtiges Signal, das von Heidelberg ausgeht“.
Zuvor hatte die Entwicklungsgesellschaft Heidelberg (EGH) – ein Konsortium aus der Sparkasse Heidelberg, der LBBW Immobilien GmbH sowie der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz Heidelberg (GGH) – sechzig Hektar ehemaliger Bahnflächen von dem Immobilienunternehmen Aurelis erworben. Fünfzehn Hektar, die nicht zur Bebauung vorgesehen sind, erwarb die Stadt Heidelberg. Rund zwanzig Hektar werden derzeit noch von den amerikanischen Streitkräften genutzt, weitere zwanzig Hektar befinden sich in Privatbesitz.
Nach der notariellen Beurkundung der Kaufverträge am 29. Januar 2008 markiert der Beschluss des Heidelberger Gemeinderates einen weiteren Meilenstein auf dem Wege zur Verwirklichung des neuen Stadtteils.
Auf rund 115 Hektar stillgelegten Bahnflächen südwestlich des Hauptbahnhofs sollen 2.500 Wohnungen und 7.000 Arbeitsplätze entstehen. Ein zentrales Element ist die Realisierung eines „Campus II“ mit Forschungseinrichtungen und wissenschaftsnaher Produktion.
Begonnen wird mit der Entwicklung auf den Flächen, die sich bereits im Besitz der EGH befinden. Die EGH rechnet mit jeweils rund vierzig Prozent Wohn- und Gewerbeflächen, zwanzig Prozent sollen Mischgebiet werden. Mit vierzehn von sechzig Hektar wird ein beträchtlicher Anteil für Grünflächen genutzt.
Die Entwicklung des neuen Stadtteils soll Freiräume und eine Bebauung für mehrere Generationen und unterschiedliche Nutzungsansprüche schaffen. Auf dieser Basis soll ein durchgrünter, klimatisch ausgeglichener Stadtteil mit einer vielfältigen, lebendigen Nutzungsmischung aus Wissenschaftseinrichtungen, Gewerbe und Wohnraum entstehen. Diese ausgewogene Verbindung aus Bautypologien und Wohnformen soll um eine ökologische Energieversorgung und ein ebenso ökologisch wie wirtschaftlich sinnvolles Entwässerungskonzept ergänzt werden.
An der Eppelheimer Straße ist ein Fachmarktzentrum geplant und an der Promenade ein Wohngebiet. Die Stadt Heidelberg arbeitet derzeit intensiv daran, das erforderliche Baurecht zu schaffen. Mit den Erschließungsarbeiten soll im September dieses Jahres begonnen werden, der Baubeginn ist bereits für das Frühjahr 2009 geplant.
Hintergrund „Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme Bahnstadt“:
Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ist ein Instrumentarium des Baugesetzbuches, um die Stadtentwicklungsziele einer Kommune auf Brach- und Konversionsflächen zu unterstützen. Die erforderlichen vorbereitenden Untersuchungen wurden von der Arbeitsgemeinschaft der Büros Bachtler, Böhme und Partner (BBP) sowie der Forschungs- und Informations-Gesellschaft für Fach- und Umweltplanung (FIRU), beide Kaiserslautern, durchgeführt. Die juristische Beratung erfolgte durch die Kanzlei Noerr Stiefenhoefer Lutz, Frankfurt.
Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Voraussetzungen für die Anwendung des Instrumentariums „städtebauliche Entwicklungsmaßnahme“ vorliegen:
- Es besteht in Heidelberg ein erhöhter Bedarf an Wohnbauflächen und Arbeitsstätten.
- Bei der künftigen Bahnstadt handelt es sich um einen Ortsteil, der im Rahmen der städtebaulichen Neuordnung einer nachhaltigen Entwicklung zugeführt werden soll.
- Die Maßnahme zielt auf die Wiedernutzung brachliegender Flächen und dient damit dem Allgemeinwohl.
- Die Bereitschaft der Grundeigentümer zur Mitwirkung ist nicht in ausreichendem Maße vorhanden.
- Die Voraussetzungen für eine zügige Durchführung sind gegeben und die Maßnahme ist wirtschaftlich umsetzbar.
Weitere Informationen zur Bahnstadt
www.heidelberg.de
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