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16.06.2005
Absinth - Was ist das? - Herstellung und Geschichte



Die auffällige grüne Färbung, die vielfältigen Rituale zu seinem Genuss und nicht zuletzt die berauschende Wirkung machten Absinth bereits vor über 100 Jahren zu einem Modegetränk. Berühmte Maler wie Toulouse-Lautrec, van Gogh oder Picasso bedienten sich seiner, um aus der halluzinogenen Wirkung der Wermutspezialität Inspiration zu ziehen. Auch heute ist Absinth wieder beliebt, doch mit der Modedroge vergangener Tage haben heutige Kreationen oft gerade noch den Namen gemein, fanden Chemiker heraus.

Bis heute rätseln Experten, woher die entrückende Wirkung von Absinth rührt. Möglicherweise, so vermuten Chemiker, liege dies an giftigen, so genannten "Terpenen" aus der Wermutpflanze, vielleicht aber auch einfach an dem beachtlichen Alkoholgehalt von bis zu 75 Volumenprozenten. In jedem Fall hat originaler Wermut das Potenzial, neurologische Schäden zu provozieren.

Daher wurde der geistreiche Trunk 1923 in Deutschland aus dem Verkehr gezogen. Seit 1991 dürfen Absinthprodukte hierzulande jedoch wieder vertrieben werden. Grund genug für Experten wie Dirk Lachenmeier, Leiter des Labors für Alkoholische Getränke im Chemischen und Veterinär-Untersuchungsamt Karlsruhe, sich den Stoff näher anzusehen. In seinem Labor finden sich rund 50 Flaschen der Spirituose: "Für unsere umfangreichen Analysen verbrauchen wir fast die komplette Menge einer Flasche. Also, wir trinken das jetzt nicht."

Dem Chemiker dürfte der Appetit auf das grüne Gesöff vergangen sein, angesichts dessen, was die Untersuchungen zutage förderten. Laut Etikett enthielten alle Produkte Absinth - also einen Bitter mit Auszügen der Wermutpflanze, sollte man meinen. "Wenn ein Produkt Absinth heißt, sollten auch zumindest gewisse Anteile der Wermutpflanze Artemisia absinthum darin vorliegen.

Nach der Analyse von 70 Absinth-Proben sind wir aber zu dem erstaunlichen Ergebnis gekommen, dass 41 davon minderwertig sind." Bei diesem Urteil stützen sich Lachenmeier und seine Mitarbeiter auf das Schweizer Lebensmittelbuch, denn schließlich stammt Absinth ursprünglich aus dem Alpenland. So sieht die Originalrezeptur vor, dass ein Absinth-Produkt mehr als zwei Milligramm Thujon pro Liter enthalten soll, um authentisch zu sein. Doch in den meisten Proben fanden die Karlsruher Lebensmittel-Analytiker nichts des ätherischen Öls aus der Wermutpflanze. Damit nicht genug, so der Chemiker: "Unsere analytischen Befunde wurden auch durch die sensorische Untersuchung bestätigt. Weder ein Bittergeschmack, noch die typische kräuterartige Wermut-Sensorik ließen sich bei den Produkten feststellen."

So ist denn der Verbraucher großen Künstlern wie Toulouse-Lautrec, van Gogh oder Picasso mitnichten nahe, genießt er vermeintlich deren legendäres grünes Laster. Die Wahrheit ist weit profaner: "Er trinkt 60prozentigen Alkohol, oft stark mit Anis aromatisiert. Also im Prinzip wie so eine Art Ouzo oder auch andere Produkte, die künstlich aromatisiert sind", ernüchtert Dirk Lachenmeier die Konsumenten. Auch der charakteristische "giftige" Grünstich stammt nur noch selten aus dem Pflanzenfarbstoff Chlorophyll. Die Illusion erzeugen vielmehr künstliche Farbstoffe. Verboten ist dies nicht, wenn sie denn auf dem Etikett vermerkt sind - was allerdings nicht immer der Fall ist. Nach solchen Wermutstropfen kann der Karlsruher Chemiker trotzdem auch Trost spenden. "Es gibt auch hochwertige Produkte, die wirklich mit Pflanzenauszügen von Wermut gefärbt sind." Wer also nicht schon beim Kauf des grünen Flaschengeistes einer Illusion aufsitzen möchte, tut gut daran, das Etikett zu studieren.

Quelle: Volker Mrasek

Was ist Absinth?


Absinth ist ein alkoholisches Getränk welches üblicherweise mittels Destillation hergestellt wird. Unter anderem werden hierbei Kräuter wie Wermut und Anis verwendet. Der Alkoholgehalt liegt meist zwischen 45%Vol. und 74%Vol.

Traditionell erzeugte Absinthe sind farblos bis leicht grünlich oder gelb. Sie enthalten keinen Zucker und keine künstlichen Inhaltsstoffe. Bereits in der Antike wurde Weine mit Wermutextrakten hergestellt.

Absinth in der heutigen Form wurde vermutlich von dem Arzt Dr. Pierre Ordinaire im Jahre 1792 in dem französischsprachigen Teil der Schweiz entwickelt. Später gelangte das Rezept dann nach Frankreich, worauf es einige Jahre danach zu einer regelrechten Blütezeit des Absinth kam.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Absinth dann in weiten Teilen Europas und Amerika verboten. Die Gründe hierfür sind wahrscheinlich mehr populistisch denn wissenschaftlich fundiert. In Deutschland ist Absinth seit dem Jahr 1991 wieder zugelassen und erfreut sich seitdem einer wachsenden Beliebtheit..

Wie trinke ich Absinth?

Absinth ist ein Genussmittel. Daher ist es nicht zu empfehlen diesen pur zu trinken. Je nach Geschmack wird eine kleine Menge Absinth in ein Glas gegeben und anschließend mit kaltem, stillem Wasser verdünnt. Eventuell löst man noch etwas Zucker darin auf. Letzteres hängt von dem verwendeten Absinth und den persönlichen Vorlieben ab...

Wie kann ich Absinth aufbewahren?

Absinth sollte im besten Fall gut verschlossen, dunkel und kühl aufbewahrt werden. Allerdings gehört Absinth nicht in den Kühlschrank. Der Geschmack reift eventuell mit der Zeit noch etwas nach. Eine Zeitbegrenzung für die Aufbewahrung gibt es nicht....

Wie schmeckt Absinth?

Hochwertiger Absinth hat ein abgerundetes Geschmacksbild. Wermut, Anis oder Alkohol stechen nicht hervor, sondern bilden eine Einheit. .

Ist Absinth verboten?

Nein. In den Jahren von 1923 bis 1991 war Absinth in Deutschland verboten. Seit Ende 1991 ist Thujon als Inhaltsstoff in begrenzten Mengen wieder zugelassen und Absinth wieder legal. Das damalige Verbot ist hauptsächlich durch Lobbyismus der Weinindustrie und Hysterie zu erklären. In der Schweiz wurde das Absinthverbot am 31. März 2005 aufgehoben..

Kann ich von Absinth Halluzinationen bekommen?

Sicher nicht. Die halluzinogene Wirkung, welche dem Nervengift Thujon nachgesagt wird, tritt bei den geringen Mengen, welche sich in Absinth wiederfinden nicht auf. Alle anderen Behauptungen sind Marketing Strategien, welche bereits in renommierten Zeitschriften widerlegt wurden. Nichts desto trotz sollte Absinth aufgrund des hohen Alkoholgehaltes In Maßen konsumiert werden..

Macht Absinth blind?

Nicht mehr. In der Hochzeit des Absinthes, Anfang des 19. Jahrhunderts, wurde teilweise minderwertiger Alkohol und gefährliche künstliche Zusätze zur Herstellung verwendet. In heutigen Zeiten der strengen Lebensmittelkontrolle sind solche Verfahren undenkbar. Lediglich bei privaten Schwarzbränden sollte man vorsichtig sein..

Woher bekomme ich echten Absinth mit viel Thujon?

Thujon hat aufgrund einiger Hersteller, Händler und Berichterstatter gerade bei Einsteigern einen hohen Stellenwert. Wer sich mit dem Thema Absinth näher befasst und auch schon die ein oder andere Sorte getestet hat, wird schnell feststellen, dass Thujon von nachrangiger Bedeutung ist. Sprich traditioneller Absinth, hatte ebenfalls kaum höhere Thujongehalte wie die heutige Sorten. Deshalb sollte mehr auf gute Inhaltsstoffe und traditionelle Herstellung geachtet werden..





www.absinth-guide.de
www.absinthdealer.de



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