20.08.2005 Brezel - Die Geschichte der Brezel und des Bäckerwappens
Das älteste nachweisbare Bäckerwappen datiert von 1111 nach Christus,
wobei die Brezel bereits als Berufszeichen der Bäcker auftauchen. Warum
sich die Bäcker gerade für Brezel entschieden, erklärt die Geschichte
dieses Gebäckes.
Denn die Brezel zählten zu den Gebildbroten antiken-christlichen
Ursprungs. Ihr Name verweist über das althochdeutsche
"Brezitella" auf das lateinische "Brachiatellium", zu übersetzen etwa
mit "Ärmchen": Der Brezel symbolisiert zum Beten verschränkte Arme.
Aus dem römischen Ringbrot, das im frühen Christentum für das Abendmahl
verwendet wurde, entstand zunächst eine abgewandelte Form , bei der ein
Arm - ähnlich eine Sechs - über den Ring hinausragte. Den Schritt
zur heute geläufigen Brezelform stellte das Aneinanderführen und
Verbinden "einarmiger Brezel" dar.
Diese Herkunft sowie die enge Verbindung zum christlichen Glauben
erklärt, weshalb der Brezel als "heiligem Gebäck" besondere Segens- und
Heilkraft zugeschrieben wurde.
Was wäre besser als Bäckerwappen geeignet gewesen? Das älteste
Bäckerwappen verfügt auch schon über Löwen, allerdings in unbeholfener
Form. Im Jahre 1323 verlieh Kaiser Ludwig von Bayern (1314 bis 1347)
den Münchener Bären für ihr Mitwirken und tapferes Verhalten in der
Mühldorfer Schlacht (28. September 1322) in Fahne und Wappen den
Deutschen Reichsadler und bestätigte ihnen erstmals das Recht, in das
Wappen zwei gekreuzte Schwerter aufzunehmen.
1348 wurde die Brezel zusätzlich mit der Böhmischen Königskrone
überhöht. Karl der V. verlieh im Jahr 1529 den Wiener Bäckern für ihre
Verdienste während der ersten Türkenbelagerung von Wien offiziell die
beiden aufgerichteten Löwen. Als die Türken Wien belagerten,
wollten sie des Nachts einen Stollen unter der Stadtmauer durchgraben.
Die Brezel - Bäcker, die stets in der Nacht arbeiteten, sollen die
klopfenden Geräusche zuerst gehört haben. Man sagt, sie kämpften wie
die Löwen, weshalb sie seitdem zwei aufgerichtete Löwen in ihrem
Wappen, die einen Brezel in der Mitte tragen, führen. Im Jahre 1690 gab
Kaiser Leopold zum Dank und als Anerkennung für ihre Verdienste während
der zweiten Türkenbelagerung den Bäckern die Erlaubnis, außer den Löwen
auch Schwerter im Wappen verwenden zu dürfen.
Neben den Brezel sehen wir früher oft ein eigenartiges Gebäck in
Dreieck- oder Viereckform mit kugelförmigen Verdickungen an den Spitzen
(Timpenbrot) oder einfach runde und längliche Wecken.