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07.01.2006
Chutney und Relishes
Exotische Früchte und Gewürze geben Chutneys und Relishes ihr pikantes
Aroma. Die Engländer brachten sie während ihrer Herrschaftszeit in
Indien mit nach Hause und haben ihre Rezepturen noch verfeinert. Die
Engländer haben den Namen "chatni" übernommen. Das ist Hindi und heißt
"zum Lecken".
Chutneys und Relishes zu beschreiben und sie gegeneinander abzugrenzen,
ist nicht leicht. Sehr ähnlich sind sich beide, und viele verwenden
diese beiden Begriffe deshalb synonym.
Trotzdem soll hier versucht werden, die beiden Begriffe voneinander zu
unterscheiden. Zunächst jedoch die Gemeinsamkeit: Chutney und Relish
sind - nüchtern betrachtet - pikante, säuerliche Saucen, die kalt
gegessen werden.
Chutneys und Relishes unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer
Konsistenz: Ein Chutney ist homogener, marmeladenartiger als ein
Relish, das zumeist stückiger bleibt und auch meist etwas säuerlicher
schmeckt. Doch die Grenzen sind fließend - und das macht die Zuordnung
der Saucen selbst für Profis schwer.
Chutneys und Relishes sind eine wunderbare Beilage zu gegrilltem
Fleisch, gebratenem Geflügel oder Braten. Aber auch zu gedünstetem
Fisch passen sie gut. Manche mögen die süß- sauren Saucen gerne zu
Käse, allerdings sollte dieser dann keinen zu strengen Eigengeschmack
haben. Also am besten einen milden jungen Gouda oder einen
Frischkäse wählen.
Auch in der fleischlosen Küche sind die pikanten Saucen beliebt, hier
werden sie zu Getreidepuffern oder zu Hülsenfrüchten gereicht. Und
natürlich - aber darauf muss eigentlich gar nicht erst extra
hingewiesen werden - sind sie obligatorisch für viele Gerichte
fremdländischer Küchen.
Grundlage eines Chutneys, sind verschiedene Gemüse- und Obstsorten und
vielerlei Gewürze, süßsauer oder pikantscharf, mit denen es
abgeschmeckt wird.
Sie werden mit Essig, Zucker und Gewürzen so lange gekocht, bis die
Flüssigkeit verdampft und die Zutaten weich sind und zerfallen. Die
Sauce wird dick, fast marmeladenartig. Nicht selten liegt die Kochzeit
eines Chutneys deshalb bei einer Stunde und mehr. In dieser Zeit
verbinden sich die Aromen der einzelnen Komponenten.
Auf Grund der langen Garzeit werden Chutneys auf Vorrat gekocht und
gelagert. Doch das ist nicht überall so. In Indien, der Heimat der
Chutneys, bereitet man sie häufig frisch zu. So unterschiedlich die
einzelnen Regionen dieses großen Landes sind, so unterschiedlich sind
dort auch die Chutneys: Das Angebot reicht von süßen Varianten, die die
Schärfe vieler indischer Gerichte mildern, bis hin zu Chutneys, die
höllisch scharf sind.
Der Klassiker unter den Chutneys und hierzulande wohl auch am
bekanntesten ist Mangochutney. Die aromatische Süße dieser so genannten
"King of Fruit" verbindet sich harmonisch mit anderen Zutaten und
Gewürzen und kann sowohl die Basis für ein mildes als auch für ein
scharfes Chutney sein.
Doch nicht nur Mangos, sondern auch heimische Gemüse- und Fruchtsorten
liefern Zutaten für ein richtiges Chutney, und das rund ums Jahr: zum
Beispiel Rhabarber im Frühsommer, Beeren im Sommer, Äpfel, Quitten im
Herbst und Zitrusfrüchte im Winter.
Die Gewürze für ein Chutney können Ingwer, Nelken, Chili, Zimt, Honig,
Essig, Wein, Zucker, Zwiebeln, Knoblauch und salz und Pfeffer sein.
Die Zutaten für ein Relish sind die gleichen, die auch für ein Chutney
genommen werden könnten. Doch werden sie für das Relish meist feiner
gehackt und mit Salz, Zucker sowie Gewürzen nur kurz gekocht. Auch rohe
Relishes sind keine Seltenheit. Diese werden kurz vor dem Gebrauch
zubereitet und sind deshalb nur ein paar Tage im Kühlschrank haltbar.
Relishes ("relish" bedeutet "Erfrischung") ähneln also Chutneys, sind
meist aber etwas dünner als diese und schmecken zu Fleisch oder
Reisgerichten und nicht selten dienen sie als vegetarischer
Brotaufstrich.
Relishes sind also mehr saucenartig und ähneln stark den Salsas
Mexikos, den karibischen scharf - säuerlichen Mangosaucen oder den
südostasiatischen Sambals.
Zubereitung und Aufbewahrung
Für ein Chutney können die Früchte und Gemüse richtig reif sein, dürfen
aber keinesfalls zu faulen oder zu gären beginnen. Leichte Druckstellen
schneidet man großzügig heraus. Für Relishes, die nicht so lange
gekocht werden, nimmt man reife, aber nicht überreife, einwandfreie
Rohprodukte.
Das Gemüse oder das Obst wird gewaschen, geputzt und klein geschnitten
und dann mit einer Mischung aus Zucker und Essig sowie verschiedensten
Gewürzen in einen Topf gegeben und ganz langsam eingekocht, am besten
beigeringster Hitzezufuhr. Anfangs genügt es, hin und wieder mit einem
Holzlöffel durchzurühren. In der Endphase des Garprozesses ist es bei
vielen Chutneys aber unerlässlich, ständig zu rühren, damit die Sauce
nicht am Topfboden anbrennt.
Das Chutney ist fertig, wenn es eine dicke, marmeladenartige Konsistenz
hat und sich keine Flüssigkeit mehr am Topfboden sammelt, wenn man mit
dem Löffel durch die Sauce fährt. Im Gegensatz zum Chutney ist die
Kochzeit beim Relish nicht so lange, und es bleibt flüssiger-
Anschließend werden Chutneys und Relishes kochend heiß in saubere, heiß
ausgespülte Gläser gegeben, und zwar so, dass die Gläser bis kurz unter
den Rand gefüllt sind. Dabei das Glas mehrmals vorsichtig auf die
Stellfläche klopfen oder das Chutney mit einer sauberen Gabel
durchrühren, damit eventuell entstehende Luftblasen entweichen. Man
wischt den Glasrand noch einmal kurz mit einem sauberen Tuch ab,
verschließt dieGläser am besten mit einem Schraubdeckel und stellt sie
für etwa fünf Minuten auf den Kopf.
Geschmack und Aroma brauchen ihre Zeit:
Leider ist es unmöglich, den Geschmack des Chutneys oder des Relishes
während der Zubereitung zu testen. Denn das typische Aroma und der
Geschmack entwickeln sich erst während der langen Garzeit und vor allem
während der Lagerung. Wer eine Vorahnung auf das Geschmackserlebnis
erhalten möchte, kann ein wenig der Sauce vor dem Abfüllen in die
Gläser beiseite nehmen und nach dem Erkalten probieren. Am besten ist
es jedoch, ihr Chutney oder Relish etwa vier bis sechs Wochen ruhen zu
lassen und erst dann zu öffnen. "Rezeptkorrekturen", die auf Grund von
persönlichen
Geschmacksvorlieben gewünscht werden, zum Beispiel mehr Chili oder
weniger Pfeffer, können natürlich erst bei der nächsten Zubereitung
berücksichtigt werden.
Die richtige Lagerung:
Voraussetzung für die Lagerung von Chutneys und Relishes sind ein
kühler, dunkler, trockener Raum wie zum Beispiel eine kalte
Speisekammer oder ein kalter Keller. Wer diese Möglichkeiten nicht hat,
sollte immer nur kleine Mengen zubereiten und diese im Kühlschrank
aufheben. Chutneys sind unter guten Lagerbedingungen sechs bis zwölf
Monate haltbar, Relishes etwa drei Monate. Ist ein Glas einmal
angebrochen, muss man es in den Kühlschrank stellen und innerhalb von
zwei Wochen verbrauchen.
Hat sich beim Öffnen des Glases Schimmel gebildet, so muss leider der
gesamte Inhalt entsorgt werden. Gründe können sein: zuwenig Essig,
zuwenig Zucker, Gläser waren nicht ganz sauber oder die Sauce wurde
nicht lange genug gekocht
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass für ein unbedingtes Gelingen
der hier vorgestellten Möglichkeiten des Selbermachens keine Garantie
übernommen wird. Trotz sorgfältiger Erarbeitung der Tipps und Rezepte
erfolgen alle Angaben ohne Gewähr und für evtl. Nachteile und Schäden
wird keine Haftung übernommen!
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