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11.08.2006
Selbstgemachtes: Süße Leckereien



Manche von uns werden sich vielleicht erinnern, als Kind manchmal beim Bonbonmachen dabei gewesen zu sein. Großmutter oder Mutter konnten das noch und die Erinnerungen an die Düfte nach karamellisierendem Zucker, nach Vanille, Zimt, Sahne und an andere Zutaten, die die Küche erfüllten, haben wir nicht vergessen.Und erst der Geschmack nach der erlaubten oder stibitzten ersten Naschprobe, wenn die sahnige Köstlichkeit auf der Zunge zerging!

Erweitert werden kann das Angebot selbsthergestellter süßer Leckereien durch kandierte Früchte und Blüten sowie Marzipan. Diese Süßigkeiten machte in der Renaissance Katharina von Medici am französischen Hof populär, die als Gattin des späteren Königs Heinrich II. die Hofküche zur höchsten Feinheit steigerte. Als 14-jährige kam sie an den Hof in Paris, brachte einen Stab florentinischer Köche und Zuckerbäcker mit und den Adeligen kultiviertes Speisen bei.

Diese süßen, aber auch salzigen, Naschereien eignen sich auch hervorragend als Mitbringsel oder als Geschenk aus der eigenen Küche!!

Selbst gemachte Süßigkeiten bestehen zum größten Teil aus Zucker, was sie zwar nicht unbedingt gesund, aber umso leckerer macht. Damit das
Zuckerkochen und Karamellisieren gelingt, sind vier Geräte notwendig:
Stielkasserolle mit dickem, gut wärmeleitendem Boden und möglichst nicht wärmeleitendem Griff Rührlöffel Zuckerthermometer mit Gitterschutz, welcher das Glasinstrument vor Bruch bewahrt Breiter Backpinsel

Von Sirup bis Karamell Beim Kochen und Erhitzen durchläuft der Zucker verschiedene Stadien.

Zuckersirup: Kristallzucker wird mit Wasser aufgekocht, bis sich der Zucker völlig auflöst und das Wasser teilweise verdampft. Je mehr Wasser verdampft, umso konzentrierter ist die Zuckerlösung.

Schwacher Faden:
Hat die Zuckerlösung die Temperatur von 105 °C erreicht, bildet sich bei der Fingerprobe ein schwacher, kurzer Faden.

Starker Faden:
Bei 107 °C bildet sich bei der Fingerprobe ein starker Faden. So gekochter Zucker wird z. B. für die Herstellung von Konfitüren ohne Geliermittel verwendet.

Kleiner Ballen:
Bei 115 °C bildet die Zuckerlösung bei der Fingerprobe eine kleine weiche Kugel, die sich gut von den Fingern lösen lässt. Zucker ist so für Fondant und Buttercreme richtig.

Großer Ballen: Wieder bildet sich aus der jetzt 121 °C heißen Zuckerlösung eine Kugel. Sie ist zwar noch geschmeidig, doch schon recht fest. Für bestimmte Baisermassen, auch manchmal fürs Marzipan, wird Zucker zum großen Ballen gekocht.

Kleiner Bruch: Bei 125 °C bildet die Zuckerlösung bei der Fingerprobe einen spröden Film, der zwar nicht an den Fingern, jedoch an den Zähnen klebt. Der Zucker ist so genau richtig für weiche Sahnebonbons, Toffees und Karamellen.

Großer Bruch: Bei 144 °C bricht der Zucker ähnlich wie Glas und klebt nicht mehr an den Zähnen - genau richtig für glasierte Früchte, harte
Karamellbonbons und zum Ziehen von Fäden.

Karamell: Die Färbung ist jetzt ausschlaggebend. Je dunkler der Karamell wird, umso bitterer schmeckt er. Hat der Zucker die richtige Färbung angenommen, den Topfboden sofort in kaltes Wasser tauchen. So verhindert man, dass der Zucker noch im Nachhinein verbrennt.

Wer kein Zuckerthermometer besitzt, kann das Stadium der kochenden
Zuckerlösung auch mit den Fingern testen. Die Fingerprobe kann allerdings nur bis zum großen Bruch durchgeführt werden, später, wenn der Zucker karamellisiert, ist er zu heiß.

Für die Fingerprobe kaltes Wasser und reichlich Eiswürfel in eine Schüssel geben. Zeigefinger und Daumen kurze Zeit in das Eiswasser, anschließend in den kochenden Sirup tauchen und etwas davon aufnehmen, um die Finger sofort wieder in das Eiswasser zu halten. Nun den Sirup zwischen Daumen und Zeigefinger verreiben, um die Konsistenz zu prüfen.

Wichtig fürs Zuckerkochen
Eine Schüssel mit kaltem Wasser bereitstellen, um den Topf möglicherweise später schnell abkühlen zu können. Das Zuckerthermometer erst einmal in eine Schüssel mit heißem Wasser
hängen, damit es später keinem zu starken Temperaturschock ausgesetzt
wird.

Zucker und Wasser bei schwacher Hitze heiß werden lassen, dabei anfänglich gelegentlich rühren. Hat sich der Zucker gelöst, die Temperatur erhöhen, bis der Zucker kocht. Dann erst das Zuckerthermometer in den Topf hängen und den Zucker, ohne zu rühren, kochen, bis er die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Die Hitze zum Schluss etwas herunterschalten, da die Temperatur sehr schnell ansteigt.

Zuckerkristalle, die sich beim Kochen am Topfrand absetzen, mit einem
feuchten Backpinsel abwischen. Sind die Kristalle einmal verbrannt, können sie den Sirup leicht verfärben und lassen ihn kristallisieren.

Hat sich der kochende Sirup in lauter starre Kristalle verwandelt, ist es leider schon zu spät, und nur ein neuer Versuch kann noch zum gewünschten Ergebnis führen. Mit einigen Tricks kann man aber das Kristallisieren verhindern.

1.
Dem Sirup einige Tropfen Zitronensaft, Traubenzucker oder Glukose (aus dem Konditorfachgeschäft) beigeben.
2.
Zucker erst im Wasser lösen, bevor man den Sirup kocht.
3.
Kochenden Läuterzucker nicht mehr rühren.
4.
Zuckerkristalle vom Topfrand immer mit dem angefeuchteten Pinsel
entfernen.

Achtung! Zucker wird beim Kochen sehr heiß und verursacht bei Hautkontakt schlimme Verbrennungen. Deshalb sehr konzentriert und vorsichtig arbeiten und Kinder nicht zu nahe an die Kochstelle heranlassen!!

Früchte kandieren Schritt für Schritt

1 L Wasser mit 1 kg Zucker so lange kochen, bis die Lösung Fäden zieht und auf 105 °C erhitzt ist. Das geht am besten in einer Kasserolle mit dickem, gut wärmeleitendem Boden. Obst, wie Ananas, Erdbeeren, Kirschen, Nektarinen, Weintrauben oder Zitrusfrüchte, waschen, trocknen und eventuell in Stücke schneiden. Trauben
und Kirschen einstechen.

Die vorbereiteten Früchte in ein feinmaschiges Sieb geben und das Sieb über eine wenig größere Metallschüssel hängen. Das Sieb soll gut hineinpassen. Die Zuckerlösung über die Früchte gießen, bis sie vollständig damit bedeckt sind. Die Früchte zugedeckt 24 Stunden in der Zuckerlösung ziehen lassen. Das Sieb mit den Früchten aus der Schüssel mit der Zuckerlösung herausnehmen und die Zuckerlösung erneut einkochen, bis sie 105° C heiß ist.

Für die Probe ohne Thermometer einen Löffel mit der Zuckerlösung in
Eiswasser tauchen. Bildet die Lösung zwischen Daumen und Zeigefinger Fäden, so ist sie fertig. Früchte wieder mit der Zuckerlösung vollständig bedecken. Nach weiteren 24 Stunden Sirup erneut aufkochen, über die Früchte gießen. Vorgang insgesamt fünfmal wiederholen. Beim letzten Mal die Zuckerlösung auf 108° C erhitzen, so dass sich bei der Probe lange Fäden bilden. Früchte auf dem Kuchengitter trocknen lassen.

Kandierte Orangen:
3 unbehandelte Orangen (ca. 1 kg)
1 kg Zucker

Die Orangen heiß abwaschen und dabei die Schale leicht abbürsten. Die Früchte mit der Schale in dünne Scheiben schneiden und einige Stunden in kaltes Wasser legen, damit sich die Bitterstoffe verflüchtigen. Dabei das Wasser öfter wechseln.

Orangenscheiben in einem Topf mit Dämpfeinsatz vorsichtig garen, bis sich die Schalen mit einem Zahnstocher leicht durchstechen lassen. Die Früchte herausnehmen, auf Küchenpapier gut abtropfen lassen.
Eine Zuckerlösung mit 1 Kilogramm Zucker und 1 Liter Wasser zubereiten und die Orangenscheiben, wie im Grundrezept oben, kandieren. Variante: Auf die gleiche Weise lassen sich auch andere unbehandelte Zitrusfrüchte wie Zitronen, Grapefruits, Limetten und Clementinen kandieren. Bewahren Sie die kandierten Früchte in Schachteln durch Pergamentpapier getrennt auf.

Nusskrokant:
100 g Pistazienkerne
100 g Mandeln, ganz
100 g Haselnüsse, ganz
450 g Zucker

Die Nüsse getrennt in einer trockenen, beschichteten Pfanne hell rösten. Dabei ständig rühren, damit die Nüsse nicht anbrennen. Anschließend abkühlen lassen und die dünnen Häutchen der Nusskerne entfernen. Das geht gut mit den Händen oder auch, wenn man die Nüsse in einem Geschirrtuch gegeneinander reibt. Eine rechteckige Form mit Backpapier auslegen. Den Zucker in einem Topf mit dickem, gut wärmeleitendem Boden bei niedriger Temperatur langsam erhitzen, bis er vollständig aufgelöst ist. Den Zucker so lange kochen, bis er eine hellgelbe Farbe angenommen hat. Die Nüsse zugeben, kurz im Zucker schwenken, ohne dass der Zucker verbrennt, und die Krokantmasse in die Form gießen. Mit dem Löffel schnell glatt streichen. Den Krokant abkühlen und trocknen lassen, dann in Stücke brechen und in einer gut verschlossenen Dose aufbewahren. Je nach Bedarf kann der Krokant fürs Backen im Blitzzer- kleinerer gemahlen oder mit dem Nudelholz fein
zerkleinert werden. Hübsch verpackt lässt er sich gut verschenken.

Fruchtlollis (für ca. 15 Stück):
250 g Zucker
1 Messerspitze Zitronensäure
2-3 Tropfen natürliches Zitronen- oder Orangenaromaöl
Backpapier
Holzstäbchen

Den Zucker in einer Kasserolle mit dickem, wärmeleitendem Boden mit 7 Esslöffeln Wasser verrühren und so lange kochen, bis er leicht Farbe annimmt. Dann sofort vom Herd nehmen, Zitronensäure und Aromaöl einrühren und den Topf kurz in ein kaltes Wasserbad setzen, damit der Zucker nicht nachbräunt. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Esslöffelweise Kleckse von der Zuckermasse auf das Backpapier geben. Sofort in jeden Klecks ein Holzstäbchen drücken. Alles erkalten und erstarren lassen, dann die Fruchtlollis vorsichtig vom Papier lösen. Die Lollis in Zellophanpapier wickeln, damit sie vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden können. Wer möchte, kann die Lutscher noch mit Speisefarbe einfärben oder sie z. B. auch mit natürlichem Pfefferminzöl oder mit Vanilleessenz aromatisieren. In ein Glas gesteckt sind die Lollis eine hübsche Überraschung, über die sich nicht nur Kinder freuen. Die Herstellung braucht ein bisschen Geschick, aber beim 2. Versuch, gelingt es bestimmt!

Weiche Sahnebonbons:
250 g Zucker
250 g Sahne
ausgeschabtes Mark von 1 Vanilleschote
Backpapier und Butter für die Form

Zucker, Sahne und Vanillemark in einem hohen Topf mit dickem, gut
wärmeleitendem Boden unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.
Die Temperatur auf mittlere Hitze herunterschalten und die Masse 25 bis 30 Minuten offen einkochen lassen, dabei ständig rühren. Die Sahnemasse hat die richtige Konsistenz, wenn ein Tropfen davon beim Eintauchen in kaltes Wasser fest wird. Eine flache Porzellanform mit Backpapier auslegen und mit Butter einfetten. Die Bonbonmasse etwa 2 Zentimeter hoch einfüllen und glatt streichen. Die noch warme Sahnecreme in bonbongroße Stücke schneiden und abkühlen lassen, bis sie völligerstarrt ist. Tipp: Zum Verschenken die Sahnebonbons in Zellophanpapier oder bunte Folie wickeln und mit bunten Bändchen an beiden Enden zubinden. Die Bonbons halten sich kühl gelagert maximal 4 Wochen.

Gefüllte Datteln:
250 g getrocknete Datteln
150 g Marzipanrohmasse
75 g Puderzucker
2 EL Cognac oder Weinbrand
etwa 30 abgezogene Mandeln
250 g Zucker

Die Datteln an je einer Seite aufschneiden und die Steine herauslösen.
Die Marzipanrohmasse mit dem Puderzucker und dem Cognac oder Weinbrand zu einer glatten, geschmeidigen Masse verkneten.
Die Marzipanfüllung in etwa 30 Portionen teilen, jede Portion oval formen und in eine Dattel stecken. Anschließend je 1 Mandel leicht in die Dattelöffnung eindrücken.

Den Zucker mit 1/8 Liter Wasser so lange kochen, bis ein dicklicher Sirup entstanden ist. Die gefüllten Datteln mit dem Zuckersirup überziehen und auf einem Kuchengitter trocknen lassen. In Schachteln mit Pergamentpapier aufbewahren.

Weitere Rezepte gerne auf Anfrage per E - mail oder fragen sie einfach in unseren Foren danach! Quelle: das Buch von E. und P. Casparek "Hausgemacht", das eine Fülle von Rezeptideen und Herstellungshinweisen enthält. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass für ein unbedingtes Gelingen der hier vorgestellten Möglichkeiten des Selbermachens keine Garantie übernommen wird. Trotz sorgfältiger Erarbeitung der Tipps und Rezepte erfolgen alle Angaben ohne Gewähr und für evtl. Nachteile und Schäden wird keine Haftung übernommen!








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