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12.05.2006
Bagel - kreisrundes Gebäck mit einem Loch in der Mitte



Ein Bagel ist ein kreisrundes Gebäck mit einem Loch in der Mitte; er ist weich, zäh und knusprig zugleich. Im Unterschied zum "normalen" Brötchen quillt ein Belag beim Zubeißen nicht (so sehr) heraus. Der Klassiker ist "bagel with cream-cheese and lox", also mit Frischkäse, Salat und Lachs. Eine einfachere Variante verzichtet auf den Lachs. Dieser Belag respektiert eine Regel koscheren Essens, welches u.a. den gleichzeitigen Verzehr von Milchprodukten und Fleisch verbietet.

Unabhängig von seinen Füllungen, die auch süß sein können (etwa Schokoladenscheiben oder Beerenfrüchte), hat der Bagel Vorteile:
Er wird nicht so leicht matschig, hat eine lange Standzeit und
eignet sich zum Verzehr in den Händen, als Finger-Food.

Eine eigenständige Positionierung gegenüber anderen Konzepten mit belegten Backwaren ergibt sich aus der frischen Zubereitung der Backware vor den Augen des Kunden und nicht nur der anschließenden Füllung oder Belegung.

Der Teig für den Bagel wird zubereitet aus Mehl, Hefe, Milch, Butter, Wasser, einer Prise Salz und Zucker (bzw. Honig). Er wird geteilt und zu kleinen Kringeln geformt. Anschließend läßt man die Hefeteigkringel aufgehen.

Danach werden sie ein bis zwei Tage bei etwa 2° Celsius gekühlt und bilden dadurch eine bageltypische Haut.  Abschließend werden sie in kochendes Wasser getaucht (bzw. mit Wasserdampf behandelt) und im Ofen gebacken. Auf deutsch also: Laugengebäck.

Man unterscheidet folgende Zubereitungsvariationen:
den gekochten und gewendeten "New York Bagel",
den gekochten "Chicago Bagel",
den bedampften "California Bagel".

Erfunden wurden die Bagels angeblich 1683 von einem jüdischen Bäcker in Wien, als persönliches Dankeschön an den polnischen König Jan III Sobieski. Andere sehen seinen Ursprung im polnischen Balystok. Eine Hygieneverordnung habe es verboten, das Gebäck anzufassen, weswegen es an Stöcken angeboten worden sei.

Als Anfang des 20. Jahrhunderts osteuropäische Juden nach Amerika auswanderten, nahmen sie ihre Eßgewohnheiten mit. In New York entstanden die ersten Bagelbäckereien. Die Thompson Bagel Machine Corporation entwickelte die erste kommerziell einsetzbare Bagel-Maschine. Siehe auch "The History and Development of the Bagel Machine by Daniel Thompson".

Mit der Möglichkeit der maschinellen Herstellung seit den 60igern trat der Bagel endgültig von New York aus seinen Siegeszug in Amerika an. 

Etwa seit 1998 wird er auch in Deutschland mehr oder wenig erfolgreich angeboten, entweder als Schwerpunkt eines eigenständigen Konzeptes oder als ergänzendes Angebot:
etwa in Internetcafés,
Coffee-Bars,
koscheren Restaurants oder
Liefer-Services bis hin zu gestandenen Bäckern, die Bagels als Randsortiment führen.

Bagel lassen sich aber auch als Produkt differenzieren, etwa als
Vollkorn-Bagel oder mit Sesamsamen bestreut oder in ethnischen Konzepten mit den jeweils entsprechenden Belagen.

Bagel-Konzepte lassen sich auch einordnen in die größere Gruppe der Konzepte "belegte Backwaren".



Lust, einen Bagel zu probieren?

Gehen Sie ins Café Salomon gegenüber der Kunsthalle Karlsruhe.

Lesen Sie "Das Buch Bagel"

Broschiert - Fischer (Tb.), Frankfurt
Erscheinungsdatum: 2000
ISBN: 3596147484


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