23.07.2006
Aktiv gegen die Schuldenfalle - dieGesellschafter.de
Das Handy ist eine typische Schuldenfalle bei Jugendlichen. Mal eben
von unterwegs anrufen oder den neusten Klingelton aus dem Internet
herunterladen: Handy-Dienste sind oft mit kaum überschaubaren Gebühren
verbunden.
Engagierte Schüler des Friedrich-List-Berufskollegs aus Bonn kennen die
Konsumwünsche ihrer Generation, wissen aber auch, wie schnell sich die
Schuldenspirale drehen kann. In dem von der Aktion Mensch geförderten
Projekt "Aktiv gegen die Schuldenfalle", klären sie als Finanzscouts
andere Jugendliche über die Risiken der Verschuldung auf.
Prävention durch Aufklärung
Ausgerüstet mit einer Tasche voll Infomaterial zum Thema Verschuldung,
besuchen die 16- bis 18-Jährigen Schulen und Jugendeinrichtungen in
Bonn. Sie möchten ihre Altersgenossen für das Thema Verschuldung
sensibilisieren und halten dazu Vorträge in Schulklassen und
Jugendeinrichtungen. Über ein persönliches Gespräch können sich
Jugendliche über die Risiken und mögliche Auswege aus der Schuldenfalle
informieren: In einer Liste stellen die ehrenamtlichen Berater
Einnahmen den Ausgaben gegenüber und zeigen, wie man Schuldenfallen
umgehen kann. Auf der projekteigenen Internetseite
www.aktion-schuldenfalle.de können Jugendlichen in einem Chat ihre
Probleme mit Verschuldung auch anonym ansprechen.
Durch die verantwortungsvolle Aufgabe investieren die jungen Berater in
ihre eigene Zukunft, weiß Finanzscout Markus N.: „Man hat auch was
davon, weil man lernt, vor einer Gruppe etwas zu präsentieren. Das
macht sich später gut im Lebenslauf.“
Die Beratung der Finanzscouts hat aber auch ihre Grenzen: Sind die
Jugendlichen bereits verschuldet, vermitteln die Finanzscouts sie an
geeignete Einrichtungen der Schuldnerberatung weiter.
Von der Projektidee zum Einsatz
Die Idee zum Projekt ist im Jahr 2004 während eines Schulprojekts am
Friedrich-List-Berufskolleg entstanden. Im Rahmen des
Wirtschaftsunterrichts wurden die Themen Verschuldung und Überschuldung
behandelt. Um das Problem der zunehmenden Verschuldung Jugendlicher
anschaulich darstellen zu können, haben die Schüler Videos, Power Point
Präsentationen und Fotostories zum Thema „Wege aus der Schuldenfalle“
erstellt. Anschließend haben sich rund 30 Schüler freiwillig zur
Ausbildung als Finanzscout am Gustav-Stresemann-Institut in Bonn
gemeldet. In mehrtägigen Schulungen lernten sie alles für ihre Einsätze
an Schulen und in Jugendeinrichtungen - finanztechnische und
psychologische Grundkenntnisse sowie Persönlichkeits- und
Kommunikationstraining. Fachlich unterstützt wurden sie dabei u.a. von
der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Zeit als Finanzscout zu investieren, stellt für die beteiligten
Jugendlichen kein Opfer dar. Eher im Gegenteil, wie Benjamin B.(16)
erzählt: „Es macht Spaß und die Jugendlichen haben was davon. Da lass
ich schon mal das Fußballtraining ausfallen.“
Heike Grelka
Finanzscouts - aktiv gegen die Schuldenfalle
http://www.aktion-schuldenfalle.de
Friedrich List Berufskolleg
http://www.flb-bonn.de