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15.01.2007
Agenturchefin für 2007 optimistisch - mehr Arbeitsplätze
Die gute Entwicklung auf dem Südwest-Arbeitsmarkt hält auch im kommenden Jahr an. «Wir werden etwa 10.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mehr haben und bis zu 15.000 Arbeitslose weniger», sagte die Chefin der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit, Eva Strobel, in einem dpa-Gespräch in Stuttgart. Sie glaubt, dass das Land auch 2007 bei der Arbeitslosenquote bundesweit die Nase vorn haben wird. Im November lag die Quote bei 5,5 Prozent. Gewinner der anziehenden Konjunktur seien neben Personal für das Baugewerbe (hoch)qualifizierte Arbeitskräfte, vor allem in der Elektroindustrie und im Maschinenbau.
Gleichzeitig sieht Strobel einen Mangel an gerade diesen Arbeitnehmern voraus. Sie rief die Betriebe auf, Qualifizierungsprogramme für ältere Arbeitnehmer zu nutzen. «Alle reden darüber, aber es wird nur zögerlich angenommen.» Das mit insgesamt 22,5 Millionen Euro ausgestattete Qualifizierungsprogramm «Wegebau» unter anderem für ältere Arbeitnehmer bei Betrieben mit bis zu 100 Beschäftigten sei 2006 nur von 117 über 50-jährigen Menschen wahr genommen worden. Der Großteil der Fördermittel sei in die Qualifizierung von Arbeitslosen geflossen. «Wir wünschen uns aber eine andere Relation.»
Im kommenden Jahr kann das Programm auch von Betrieben bis zu 250 Beschäftigten und für Arbeitnehmer vom 45. Lebensjahr an genutzt werden. «Diese erweiterten Vorgaben kommen unseren Vorstellungen entgegen, weil diese größeren Firmen eventuell auf ein internes Personalmanagement zurückgreifen können», erläuterte Strobel. Denn es fehle weder an Willen noch Geld, sondern vielmehr an der organisatorischen Kompetenz in den Betrieben. «Da brauchen wir Netzwerke etwa bei den Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften oder Kammern, die den Unternehmen unter die Arme greifen.» Zudem rät sie den Arbeitgebern, auch über Bedarf auszubilden. «Die Investition in den Nachwuchs wird sich auszahlen», zeigte Strobel sich überzeugt.
Alle 28 Arbeitsgemeinschaften von Agenturen und Kommunen im Südwesten haben im ablaufenden Jahr die Vorgabe, jeweils 10 Prozent mehr Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren als im Vorjahr, erfüllt. «Das ist ein Wert über dem Bundesschnitt, aber wir müssen noch besser werden.» Für 2007 ist ein Zuwachs von fünf Prozent angepeilt. Dabei können die Arbeitsgemeinschaften alle Instrumente von dem Ein-Euro-Job über die Qualifizierung bis hin zur Vermittlung in ein reguläres Arbeitsverhältnis anwenden. Am häufigsten gelingt die Integration über die Ein-Euro-Jobs, in denen derzeit 17.000 Menschen tätig sind. «Sie werden gerne angenommen, weil Langzeitarbeitslose eine Aufgabe haben wollen.» Sie kommen im Gesundheitswesen, Gartenbau oder in Museen unter.
Folge der Integrationsbemühungen: Die Zahl der Empfänger von Arbeitslosengeld I, die weniger als zwölf Monate ohne Arbeit sind, nahm im Laufe des Jahres um 32 Prozent auf gut 135.000 ab; deshalb werden im Südwesten derzeit noch 174 Millionen pro Monat Arbeitslosengeld I ausgegeben, fast 22 Prozent weniger als zu Jahresbeginn. Die Zahlungen für Hartz-IV-Empfänger sind innerhalb dieses Jahres von 145 Millionen Euro auf 103 Millionen Euro gesunken.
Der Arbeitsmarkt im Südwesten wird immer ausgeglichener: Das Sorgenkind Mannheim hat sich im November auf einen Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent (Vorjahresmonat: 9,4 Prozent) hochgearbeitet. Damit liegt die Quadratestadt nur noch einen Prozentpunkt über Stuttgart. Ravensburg weist als bester Agenturbezirk eine Quote von 3,9 Prozent auf. Mannheim habe vor allem mit konsequenter Aktivierung die Arbeitslosenquote gesenkt, erzählt Strobel. Dort erhalten Langzeitarbeitslose bereits beim Eintritt ins Jobcenter ein Angebot.
Quelle: dpa/lsw
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