Die Durchquerung Grönlands auf Skiern durch Fridtjof Nansen (1888) machte das Wintersportgerät auch in Deutschland bekannt.
Um 1890 erschien der erste Skiläufer auf dem Feldberg, 1891 wurde der
Skiclub Todtnau gegründet, dem Nansen als Ehrenmitglied angehörte.
100 Jahre Deutscher Skiverband
Am 4. November 2005 feiert der Deutsche Skiverband seinen hundertsten
Geburtstag. Das ist gewichtiger Anlass zu einer kurzen Rückschau.
Gemessen an über 6000 Jahre Geschichte des Skilaufs weltweit, deren
Anfänge sich in Innerasien verlieren, sind 100 Jahre wahrlich eine
kurze Zeitspanne, die aber trotzdem eine schier unendliche Fülle
skihistorischer Ereignisse aufweist.
Erst im ausgehenden 18. Jahrhundert tauchen in Mitteleuropa erste
Skiläufer auf. Dabei handelte es sich überwiegend um Norweger, die zum
Zwecke der Berufsausübung oder des Studiums dort weilten und in den
Wintermonaten den Skilauf pflegten. Quellenkritisch gesichert ist
zudem, dass der Begründer der neuzeitlichen schulischen Körpererziehung
in Deutschland, Johann Christoph Friedrich GutsMuths, zwischen 1799 und
1804 im Thüringer Wald ernsthaft Skilauf betrieb und dessen Ausübung
empfahl. Er wird damit zum Pionier des Skilaufs in Deutschland.
In den siebziger und achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts sind immer
häufiger Norweger auf Skiern in den deutschen Mittelgebirgen unterwegs.
Dadurch wird der Schneeschuhlauf popularisiert.
Ziemlich einheitlich, etwa zwischen 1883 und 1885, begannen die
deutschen Wegbereiter des Skilaufs mit ihren ersten Skiversuchen.
Das trifft z. B. zu auf Dr. Wilhelm Offermann in Thüringen (1884), den
späteren 1. Vorsitzenden des Deutschen Skiverbandes. Auf Arthur Ullrich
im Harz (1883), den Mitbegründer des Oberharzer Skiklubs. Auf Wilhelm
Paulcke in Davos (1884), den Initiator der Gründung des Deutschen
Skiverbandes, des Österreichischen Skiverbandes und des
Mitteleuropäischen Skiverbandes im Jahre 1905.
Nicht zuletzt auf Otto Vorwerk im Riesengebirge (1884/ 85), den
Initiator der Skilaufentwicklung dort, die zu Wegbereitern des
Deutschen Skiverbandes wurden.
Die Gründung des ersten deutschen Skivereins, des SC München, erfolgt
1890. Das Jahr 1891 besitzt für die Verbreitung des Skilauf eine
besondere Bedeutung, denn der Schneeschuhlauf im Alpenraum und in
Deutschland erhält starke Entwicklungsimpulse. Auslöser dieser
Entwicklung war das Erscheinen des Buches „Auf Schneeschuhen durch
Grönland“ von Friedjof Nansen Ende 1891 in deutscher Sprache. Das Buch
erlebte eine für die Zeit außergewöhnlich weite Verbreitung und
veranlasst viele Menschen sich mit Skilauf zu befassen und diesen
selbst auszuprobieren. Das hatte ein beträchtlichen Anwachsen
skiläuferischer Aktivitäten zur Folge.
Im Jahre 1892 gründeten sich mit dem SC Todtnau und dem SC Braunlage
Skivereine, die nachhaltiger als der kurzlebige SC München die weitere
Entwicklung des deutschen Skilaufs mitprägten.
Das Jahr 1892 ist auch das Geburtsjahr des Militärskilaufs in
Deutschland. In Goslar (Harz) beginnen im 82. Infanterieregiment
militärische Skiübungen.
Auch erste zaghafte Ansätze zur Herstellung von Ski entwickeln sich im
Verlauf der frühen neunziger Jahre und schon 1892/ 93 werden ca. 1300
Paar norwegische Importski in Deutschland verkauft!
Einen entscheidenden Schritt auf dem Wege hin zur Entstehung eines
nationalen deutschen Skiverbandes brachte das Jahr 1895. Mit der
Entstehung des SC Schwarzwald, der aus dem Skiclub Todtnau heraus am 1.
Dezember 1895 auf dem Feldberg gegründet wurde, entstand die erste
überörtliche Vereinsstruktur von Skiläufern in Deutschland und leitete
damit die Organisationsphase der Gründung von Ski – Regionalstrukturen
ein.
Im SC Schwarzwald entstand 1899 auch die Idee, künftig deutsche
Skimeisterschaften auszutragen und im Jahre 1900 am Feldberg kürte man
den Norwegers Bjarne Nielssen als 1. Deutschen Skimeister.
Die besondere Bedeutung des SC Schwarzwald erwuchs aber vor allem
daraus, dass hier zwischen 1895 und 1905 die entscheidenden
Voraussetzungen geschaffen wurden, die letztlich in der Entstehung des
Deutschen Skiverbandes ihren spezifischen Höhepunkt erreichten. Zu den
Initiatoren gehörten u.a. Dr. Wilhelm Offermann, Prof. Fritz Kohlhepp
und federführend Wilhelm Paulcke.