26.04.2005
Die Zirkelbeleuchtung zum Empfang Napoleons in Karlsruhe 1809
Am 24. Oktober 1809 wurde Napoleon auf dem Rückweg von Wien nach Paris
in Karlsruhe erwartet. Der Einzug sollte mit Festdekoration und
Beleuchtung gebührend gefeiert werden. Weinbrenner entwarf einen
Triumpfbogen mit pyramidalem Aufsatz, Siegessäulen und Altäre, um den
Zirkel und die nach Süden führenen Strassen gebührend zu schmücken.
Der Kaiser nahm seinen Weg jedoch nicht über Karlsruhe, sondern machte
nur kurzen Halt in Rastatt, wo ihn Karl und Stephanie empfingen und bis
Strassburg begleiteten. In Wien hatte er sich über das Verhältnis des
Erbgrossherzogpaares unterrichten lassen und war sehr verärgert. Er
wollte, dass die Heirat "Ergebnisse" zeige, im Klartext heisst das, es
sollten endlich Kinder kommen.
Der angesagte Ball und die Festbeleuchtungen fanden dennoch statt.
Hebel berichtete Sophie Haute am 28. Oktober: "Gestern wurde die
Illumination, die auf den Kaiser gerüstet war, angezündet, wie man
einen Braten, wenn der Gast nicht gekommen ist, den anderen Tag selber
frisst."
Karoline von Freystedt erinnerte sich später des Ereignisses: "Es
verbreitete sich das gerücht, Napoleon werde noch den Abned kommen . .
. .Schnell war ich zur Prinzessin Stephanie geschickt, um zu wissen, in
welchem Kostüm dieses wahrscheinliche Ankunft zu werwarten sei.
Prinzessin Stephanie meinte, im Schleppkleid, also wurde schnell nach
Hause gefahren, sich geschmückt und dann wieder ins Schloss zu langer
Erwartung.
Man wusste nicht, wann der Kaiser kommen werde . . . So
verhielt man sich wartend bis 11 Uhr, wo endlich die Markgräfin, des
Harrens müde, sich nach Hause verfügte."