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15.02.2006
DVD adé - Blu Ray Disc



Es ist ein offenes Geheimnis des freien Marktes, dass das gekauft wird, was auch gefällt. Und das ist keine reine Frage der Qualität, sondern eine des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Der Kunde ist nun einmal König. Und wenn der Kunde etwas als gut goutiert, dann ist er bereit, auch mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

So mausert sich der Kampf um das Nachfolgeformat für die DVD immer mehr zum marktwirtschaftlichen Overflow. Denn der Kampf um den potentiellen Nachfolger der DVD wird sich nicht ausschließlich auf Basis der Zahl der unterstützenden Firmen entscheiden, sondern ebenso an der Ladentheke. Highend-Firmen wie Sony gaben nun erstmals bekannt, mit welchen Preisen man für Kinofilme im so genannten „Blu-Ray-Format" rechnen muss.

Und die Entwickler der DVD-Nachfolger machen Druck. Dass die beiden Anwärter auf die DVD-Nachfolge höhere Qualitäten und mehr Möglichkeiten bieten als die bisher üblichen Silberscheiben, steht außer Frage: Das Blu-Ray-Format hat in Bezug auf die Speicherkapazität leicht die Nase vorn - bei einem Durchmesser von 12 cm fasst eine Scheibe mit einer Lage bis zu 27 GB (25,1 GiB) und mit zwei Lagen bis zu 54 GB (50 GiB) an Daten.

Die Spezifikationen für die Blu-ray Disc (engl. für Blaustrahl-Scheibe) wurden am 19. Februar 2002 durch die neun Unternehmen der Blu-ray Group, Matsushita, Pioneer, Philips, Sony, Thomson, LG Electronics, Hitachi, Sharp und Samsung, beschlossen; Dieser Gruppierung schlossen sich Ende Januar 2004 noch Dell und Hewlett-Packard sowie Mitte März 2005 Apple an. Nun gab Sony, Haupt-Akteur hinter dem Blu-Ray-Standard, erstmals Zahlen bekannt, wie viel Kinofilme im blauen Format kosten werden.

Die Preise beziehen sich auf 18 Filme aus dem Repertoire von Sony und MGM. Für Titel aus dem „Back-Katalog" mit Filmen aus den letzten Jahren werden die Studios im Großhandel Preise um die 18 Dollar verlangen, während neue Titel für etwa 23,50 Dollar im Handel käuflich zu erwerben sind. Das entspricht – je nach Titel – einem Preisaufschlag von 15 bis 20 Prozent gegenüber der DVD-Version.

Kein Wunder also, dass Branchenbeobachter den Aufschlag als eher bescheiden und somit als aktiven und aggressiven Versuch von Sony werten, das neue Format über einen vergleichsweise niedrigen Einführungspreis auf den Markt zu bringen. Unter Druck gerät damit das Lager des HD-DVD-Standards, für das das Unternehmen Toshiba steht. Bisher galt HD-DVD als die adäquateste DVD-Alternative mit Qualitätszuwächsen gegenüber der DVD, die preiswerter auf den Markt gebracht werden sollte als Blu-Ray. Erste Player kündigt Toshiba für den März an, und die sollen deutlich billiger werden als beispielsweise die Blu-Ray-Player, die Samsung derzeit in Entwicklung hat.

Doch einer führenden Marktpositionierung Toshibas und der anderer Konkurrenten steht nun Sony mit dem knappen Preisaufschlag für Filme im Blu Ray-Format im Wege. Erste Player und Filme hierfür sollen noch im Frühjahr in den Verkauf gehen. (hb)

Quelle: spiegel.de, zdnet.de








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