05.03.2007
Wind liefert Energie der Zukunft - erster Lehrstuhl in Stuttgart
An der Universität Stuttgart ist der bundesweit erste und einzige Windenergielehrstuhl eingerichtet worden. Professor Martin Kühn sieht im Wind eine Energiequelle der Zukunft. Er verweist auf eine Studie des Instituts für Solare Energieversorgung (ISET) in Kassel, die gezeigt habe, dass die Stromversorgung in Europa ausschließlich mit erneuerbaren Energien gesichert werden könnte.
Die Kosten wären kaum höher als bei den herkömmlichen Energiequellen. «Zentral dafür ist die Kombination verschiedener Energiequellen und der Energietransport in einem transkontinentalen Verbundnetz», erläutert der Professor.
Nach Schätzungen des Bundesverbands Windenergie werden sich etwa im Jahr 2013 die Kosten der Windkraft denen anderer Energien angeglichen haben. Schon jetzt boomt der Windenergiemarkt, weiß der 43-jährige Forscher. «Weltweit wächst er um über 20 Prozent jährlich.» Im vergangenen Jahr setzte die Branche weltweit über elf Milliarden Euro um.
Die deutsche Technologie hatte dabei einen Anteil von über einem Drittel. «Natürlich kommt man noch nicht an die Automobilindustrie heran, aber die Windenergiehersteller sind auch längst keine Garagenfirmen mehr», betont Kühn. Mit 18.685 Anlagen ist Deutschland weltspitze; etwa sechs bis sieben Prozent des Elektrizitätsverbrauches kann mit der sauberen Energie produziert werden. Kühn hebt hervor: «Abgesehen von der Wasserkraft ist die Windenergie die kostengünstigste erneuerbare Energiequelle.» Eine neue Anlage kostet etwa zwei Millionen Euro und kann über 20 Jahre etwa 1.000 Haushalte mit Strom versorgen.