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01.09.2005
Die Geschichte des Klosters Schwarzach - Rheinmünster



Die Frühgeschichte des Klosters Schwarzach ist durch Verlust der wichtigsten Urkunden schwer zu beurteilen. In der Ende des neunten Jahrhunderts geschriebenen Pirminsvita wird Suarzaha  (Schwarzach) als Pirminsgründung genannt.

In den Kapitularien Ludwig des Frommen von 817 erscheint das Kloster und um 826 wird der Schwarzacher Konvent im Gedenkbuch der Reichenau mit 55 Mönchen genannt. Vor dem amtierenden Abt Iob werden fünf tote Äbte erwähnt. 

Erste urkundlich sichere Erwähnung ist 828 eine Tauschurkunde zwischen  Abt Waldo und dem Grafen Erkingar. Darin wird Schwarzach als Reichsabtei mit reichem Grundbesitz vom Elsaß bis an den oberen Neckar genannt. Ausgrabungen innerhalb der Kirche belegten eine vielfach umgebaute frühkarolingische  Kirchenanlage.

1032 vergab der erste Salierkönig Konrad II. das Kloster als Lehen an die Bischöfe von Speyer, die das Kloster finanziell ruinierten. Erst der Canossakaiser Heinrich IV. erbarmte sich der Abtei und erließ ihr die Abgaben an Speyer.

Nachdem die finanziellen Grundlagen in der Folgezeit unter Abt Konrad wieder gefestigt wurden, begann der umfangreiche Umbau der Klosteranlage, dessen Hauptbau die heute noch bewunderte Klosterbasilika ist.

Im 13. Jahrhundert musste sich die Abtei mit den Vögten, vor allem den Rittern von Windeck, auseinandersetzen. In weitere Bedrängnis geriet die Abtei, als sich die  Herren von Lichtenberg in der nördlichen Ortenau niederließen und 1300 die Stadt Lichtenau gründeten. Das Kloster suchte Unterstützung  beim Kaiser, der es unter den Schutz des Markgrafen von Baden stellte,  welcher davon landesherrliche Rechte ableitete. Der Streit darüber zog  sich bis zum Ende des Klosters hin, das sich stets als reichsunabhängig  sah.

Bauernkrieg und Reformation stürzten  die Abtei in eine existenzbedrohende Krise. Plündernde Bauern überfielen 1525 das Kloster, verprassten die Vorräte und vernichteten die  wertvolle Bibliothek. Das Kloster geriet unter badische Verwaltung, stand zeitweise leer und hatte sogar einen protestantischen Abt.

Obwohl  am Rande seiner Existenz, überlebte das Kloster den Dreißigjährigen Krieg und die nachfolgenden politischen Wirren. Die Wendung ist durch die 1653 erfolgte Übertragung der Gebeine der Heiligen Rufina gekennzeichnet, die noch heute im Barockschrein im südlichen Querhaus aufbewahrt werden.

Unter Abt Gallus Wagner verbesserten sich die Verhältnisse.  Obwohl der Prozess um die Reichsunmittelbarkeit Unsummen verschlang,  begann sein Nachfolger Bernhard Steinmetz 1724 mit dem Bau einer neuen, monumentalen Klosteranlage nach den Plänen des Vorarlberger  Barockbaumeister Peter Thumb.

Die Bauzeit des Konventsgebäudes dauerte  bis ca. 1736 und die der Gesamt-Anlage mit Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden und dem zuletzt erstellten Klostertor bis ca. 1775. 

Lange sollte die barocke Pracht nicht bestehen, denn 1802/03 beendete  die Säkularisation die über 1000jährige Geschichte des Klosters Schwarzach.

Das rechtsrheinische Gebiet der Abtei Schwarzach bestand seit dem 16. Jh. nur noch aus zwei Gerichtsstäben  oder Schultheißereien: der sog. innere oder Schwarzacher und der äußere  oder Vimbucher Stab.

1803 gehörte zum inneren Stab: Schwarzach, Ulm,  Greffern und Hildmannsfeld; zum äußeren Stab Vimbuch, Oberbruch mit  Kinzhurst, Balzhofen mit Henckhurst, Zell, Oberweier und Moos.

Das  kleine, kaum 70 km2 umfassende Territorium grenzte im Westen  an den Rhein, im Süden an die Grafschaft Hanau - Lichtenberg und die  kaiserliche Landvogtei Ortenau; sonst war es überall von der  Markgrafschaft Baden eingeschlossen, dessen Fürsten seit dem Jahr 1422  die Kastenvogtei über das Kloster führten.

In den zehn Ortschaften lebten bei  der Säkularisation etwa 3.000 Einwohner.

Der Flächeninhalt sämtlicher  Gemarkungen betrug 17 068 Morgen, wovon 6013 Morgen Ackerfeld, 3467  Morgen Wiesen, 7388 Morgen Wald waren.





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