26.08.2007
Egon Eiermann (1904 - 1970) - Die Kontinuität der Moderne
Egon Eiermann, den man mit Fug und Recht als den ersten "Stararchitekten" der Bundesrepublik bezeichnen kann, zählt heute zu
den Vätern der modernen Architektur in Deutschland.
Ausstellung vom 18.9.04-9.1.05
Die Kontinuität der Moderne Städtische Galerie
Lorenzstr. 27
Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa und So 11-18 Uhr
(Das obere foto zeigt eins seiner kunstwerke!! )
Am 29. September 2004 jährte sich sein 100. Geburtstag. Aus diesem
Anlass veranstaltet das Südwestdeutsche Archiv für Architektur und
Ingenieurbau an der Universität Karlsruhe als Bewahrer des Nachlasses
von Eiermann die erste umfassende Gesamtschau zum Werk des bedeutenden
Architekten.
Massgebliche Bedeutung kommt Egon Eiermann für die Kontinuität des
modernen Bauens in Deutschland zu. Anders als die Pioniere der Neuen
Sachlichkeit blieb der noch unbekannte, junge Eiermann nach 1933 in
Deutschland, und spezialisierte sich auf Gebäude, die auch im
Nationalismus weitergehend in einer modernen Formensprache ausgeführt
werden durften, wie beispilesweise Fabriken, Ladenbauten oder
Wohnhäuser.
Nach 1945 knüpfte er nahtlos an diese Lösung an und wurde
zu einem der wichtigsten Verfechter des Neuaufbaus im kriegszerstörten
Deutschland.
Mit dem Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel 1958, der
Kaiser-Wilhlem-Gedächtniskirche in Berlin, dem Kanzleigebäude der
Deutschen Botschaft in Washington und dem Abgeordnetenhaus in Bonn
(Langer Egon), erlangte er internationalen Ruf und gilt als einer der
bedeutendsten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts.
Als charismatischer Lehrer an der Universität Karlsruhe (TH), wo er von
1947-1970 lehrte, zog er eine ganze Generation von Studenten in seinen
Bann.
Eiermanns Werke - ob Architektur oder Design - zeichnen sich durch
Funktionalität und Präzision bis ins Detail aus. Eigenschaften des
Materials, Logik der Konstruktion und Logik der Konstruktion und
architektonische Form bedingen sich gegenseitig.
Als "Liebender des Stahls" bezeichnete er sich gerne und lehnte daher
den Beton als beliebig formbaren Baustoff ab. Technik und Ästhetik,
Freiheit und Geborgenheit, Architektur und Natur stellen gegensätzliche
Qualitäten dar, die Eiermann in seiner Arbeit einer harmonischen
Verbindung zuführen wollte.
Sein Bemühen um architektonische Vollendung beinhaltete auch die gesamte Ausstattung und Möblierung eines Bauwerkes.
In seinen offiziellen Bauten verkörperte Egon Eiermann die junge Bundesrepublik Deutschland als modernen Staat.
Durch das Leichte, Einfache und Heitere seiner Architektur
überzeugte
Egon Eiermann eine internationale Öffentlichkeit. Diese sah vor allem
in der Transparenz der gläsernen Bauten, der Offenheit der Grundrisse
und der funktionalen Klarheit seiner offiziellen gebäude für die
Bundesrepublik Deutschland den Ausdruck einer modernen Gesellschaft.
Zu
dieser Wirkung trugen auch die vor der Fassade platzierten, begehbaren
Umgänge mit ihrem filigranen Gestänge bei. Sie entwickelten sich zu
einem Markenzeichen von Egon Eiermanns Architektur.
In der Fächerstadt baute Professor Eiermann das Versuchskraftwerk der
Universität Karlsruhe (1951 bis 1956) und das Verwaltungs- und
Kasinogebäude der DEA-Scholven-GmbH, der heutigen MiRO.
Die DEA-Bauten in Knielingen, zu denen auch Magazin-, Werkstatt- oder
Magazinhäuser zählen, entstanden in den Jahren 1961 bis 1963 und sind
heute geschütztes Kulturdenkmal.