07.03.2005
Hans Adolf Bühler - Hiob im Hotzenwald Tempera auf Sperrholz, 1908, 91,5*120,5 cm, Museum für Neue Kunst Freiburg
Zwischen Hans Adolf Bühler (1877-1951) aus Steinen im Wiesental und den
Mitgliedern der Badischen Secession bestand eine starke Gegnerschaft.
Diese war sowohl politisch als auch künstlerisch bedingt, und es ist zu
einem grossen Teil den Machernschaften Bühlers zu verdanken, dass die
Künstlergruppe 1936 zwangsweise von der Reichskammer der bildenden
Künste, Berlin, aufgelöst wurde.
Nach einer Lehre als Maler und Anstreicher hatte Bühler zunächst an der
Karlsruher Akademie von Schurth, Schmidt-Reutte und Fehr unterrichtet
und war Meisterschüler von Hans Thoma. Bereits im ersten jahrhzehnt
sprachen ihn besonders mythologische und biblische Themen an.
Im Mittelgrund dieses Bildes befindet sich Hiob. Die in schwarzen
Anzügen gekleideten Freunde Eliphas, Bildad und Zophan haben sich zu
ihm gesellt.
Es ist bemerkenswert, dass Bühler den verarmten Hiob vor einer explizit
als solche zu erkennenden Hotzenwaldlandschaft dargestellt hat. Diese
Gegend gehört nämlich (bis heute) zu den ärmsten Gegenden Südbadens,
und so mancher Hotzenwaldbauer mag seinen unvorteilhaften Geburtsort
als Prüfung Gottes empfunden haben.
1932 wurde er als Direktor der Karlsruher Landeskunstschule eingesetzt
und hatte ein Jahr später zusätzlich die Leitung der Badischen
Kunsthalle inne.
Er nahm nun die Umgestaltung der Kunstschule vor und entliess die
Professoren Babberger, Dillinger, Gehri, Hubbuch, Schnarrenberger,
Scholz, Speck und van Taak, sowie die Fachlehrer Gilles, Schick und
Winkler aus ihren Ämtern.
Als Leiter der "Deutschen Kunstgesellschaft" organisierte er 1933 die
beiden "Schreckenskammerausstellungen" in Kalrsruhe und Mannheim, auf
denen bereits dem vorgegriffen wurde, was sich dann 1937 in Münchner
Haus der Kunst nochmals abspiuelen sollte, nämlich die Diffamierung
moderner Kunst.
Werke der deutschen Impressionisten, Gemälde der "beurlaubten"
Akademieprofessoren, Arbeiter der ehemaligen Künstlergruppe "Rih" sowie
Kompositionen Marées, Munchs, Hofers, Bizers, Erbslöhs, Fuhrs,
Grossmanns und Kanoldts wurden als "entartete Kunst" gebrandmarkt.