Hans Peter Reuter - Documenta-Raumobjekt 1977 Raum: Länge 14 m, Breite
3,17m, Höhe 4,15m Majolika-Fliessen auf Putz Bild: Öl auf Leinwand,
351*370cm, Museum Fridericianum Kassel.
Hans Peter Reuter (geb. 1942 in Schwenningen am Neckar) studierte von
1963-1967 in der Akademie Karlsruhe bei Albrecht von Hancke und Emil
Schumacher und in München bei Franz Nagel.
1968 studierte er Kunstgeschichte an der Universität Karlsruhe und war
von 1969 bis 1975 Kunsterzieher an einem Karlsruher Gymnasium. 1985
wurde er als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste
nach Nürnberg berufen, behielt daneben seinen Karlsruher Wohnsitz bei.
Figuren in Räumen galt das anfängliche Interesse des Malers, der dann
auf die Figuren verzichtete und nur noch Räume malte, die aber - nach
abstrakten Prinzipien gestaltet sind, obgleich sie Räume zu sein
scheinen, die man zu kennen glaubt.
In Wirklichkeit sind es Raumphantasien auf der Grundlage von Geometrie.
Auf einem vorkonzipierten Grundriss erfolgt dessen bildnerische
Umsetzung mit Hilfe eines geometrischen Moduls, das der Betrachter mit
einer blauen quadratischen Wandfliese assoziiert.
Durch kontinuierliche
Verschiebung des Quadrats zum Rhombus wird die Illusion eines
perspektivischen Raumes erweckt, dessen Wirkung durch nuancierte
Farbveränderung innerhalb des monochromen Blau nach hell und und dunkel
dadurch gestaltet wird, dass man zusätzlich einfallendes Licht
assoziiert.
Solche Täuschung hat Tradition, seit in der Renaissance die
Fluchtperspektive in räumlichen Darstellungen obligatorisch wurde. Das
an der wand einer Ausstellung hängende Bild ist als Illusion, trompe
l'oeil ohne weiteres auszumachen.