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17.03.2005
Prof. Dr. Heinrich Klotz (*1935, †1999)
Prof. Dr. Heinrich Klotz (*1935, †1999), Gründungsrektor des ZKM und der HfG Kalrsruhe.
Professor Heinrich Klotz, am 20. März 1935 in Worms geboren, studierte
in Frankfurt, Freiburg, Heidelberg und Göttingen Kunstgeschichte,
Archäologie und Philosophie.
Nach Gastprofessuren in den USA war er von
1972 bis 1989 ordentlicher Professor am Kunstgeschichtlichen Institut
der Universität Marburg. Parallel zu seiner Tätigkeit als
Universitätsprofessor baute Heinrich Klotz seit 1979 in Frankfurt am
Main das Architekturmuseum auf und wirkte wesentlich an der Errichtung
des Museumsufers mit. Mit der Gründung des ZKM sollte die Chance, die
Künste auf die digitalen Techniken beziehen zu können, realisiert
werden:
»Das ZKM hat die Aufgabe, die schöpferischen und Möglichkeiten einer
Verbindung zwischen den traditionellen Künsten und der
Medientechnologie auszuloten, um vorausweisende Resultate zu gewinnen.
Eine Bereicherung der Künste, nicht deren technologische Amputation ist
das Ziel. Deshalb müssen sich die traditionellen Künste und
Medienkünste aneinander messen. Beide Seiten haben – für sich und
miteinander – im ZKM einen Ort der Förderung.
Als Vorbild kann das 1919 gegründete Bauhaus in Weimar gelten. Das
Bauhaus hat zum ersten mal die Kunst vom Handwerk fort auf die Maschine
orientiert. Das ZKM bezieht, den neuen Möglichkeiten des ausgehenden
20. Jahrhunderts entsprechend, die Künste auf die digitalen Techniken.
So wie das Bauhaus vermieden hat, die Maschinenproduktionen an die
Stelle der künstlerischen Hervorbringung zu setzen, so wird auch das
ZKM zu verhindern wissen, daß an die Stelle der Kreativität des
Künstlers die Automatik technologischer Verfahren gesetzt wird.
So
wenig wie die Malerei durch die Computergrafik überflüssig gemacht
wird, so wenig wird man den Konzertflügel fortwerfen, weil es den
Synthesizer gibt. Um den dargelegten Aufgaben gerecht zu werden, muß
das Zentrum inhaltlich wie auch in seinen organisatorischen Strukturen
neue Wege einschlagen.
Es muß in Deutschland einen Ort geben, wo der Versuch unternommen wird,
die künstlerischen und medientechnologischen Resultate für die Zukunft
fruchtbar zu machen und unter der Beteiligung der besten schöpferischen
Kräfte eine Synthese der Künste und Medientechnologie anzustreben.
Die
Ermöglichung des multimedialen Gesamtkunstwerks wie auch die
Erforschung der speziellen Techniken, die Beförderung des Neuen wie
auch die Kritik einer blinden Medieneuphorie sind das angestrebte Ziel.
Das ZKM stellt Künstlern und Wissenschaftlern, aber auch interessierten
Bürgern seine Einrichtungen und Instrumente zur Verfügung, um dieses
Ziel erreichen zu können.
Anders als in den bisher bestehenden Institutionen und Schulen, die auf
improvisierende Weise diesen Aufgaben gerecht werden wollen, wird das
ZKM die getrennten Teilbereiche von Kunst und Medientechnologie
zusammenfassen und die spezialisierten Programme aufheben. Besonders
vielversprechende Ergebnisse sind von einer Verbindung visueller und
akustischer Mediengattungen zu erwarten, wie sie sich aus einer
Koppelung von elektronischer Musik, Laser, Video und Videoanimationen
ergeben können.
Darüber hinaus müssen die Gattungen der neuen Medien wiederum auf die
Gattungen der traditionellen Künste bezogen werden, so daß Reibflächen
entstehen können zwischen medientechnologischen und konventionellen
Herstellungsweisen von Gebrauchsprodukt und Kunstwerk. Für die hier
entwickelten Möglichkeiten und Fragestellungen muß eine institutionelle
Antwort gefunden werden.(...)«
(Heinrich Klotz, tacho 3, Karlsruhe 1992)
© 2004 ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe :: Impressum/Web Site Credits
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