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15.03.2005
Johann Peter Hebel (1760-1826)



Der Dichter, Theologe und Schulmann gehört zu den herausragenden Gestalten des Geisteslebens. Seine "Alemannische Gedichte", die auch von Goethe geschätzt wurden, führten die Mundart in anerkannte Literatur ein. Seine Kalendergeschichten fanden weiteste Verbreitung. Der Reiz seiner Dichtungen hat sich bis heute erhalten. Eine neue Gesamtausgabe seiner Werke bemüht sich wieder um die authentischen Texte.

Johann Peter Hebel (* 10. Mai 1760 in Basel; † 22. September 1826 in Schwetzingen)

Leben
Seine Kindheit verlebte Hebel während der Wintermonate in Hausen im Wiesental (Südschwarzwald), wo seine Eltern Weber waren. Im Sommer arbeiteten die Eltern als Dienstleute in einem Basler Patrizier-Haus. Hebel besuchte ab 1766 die Volksschule in Hausen und ab 1769 die Lateinschule in Schopfheim. In den Sommermonaten war er Schüler der Gemeindeschule in Basel und ab dem Jahre 1772 des dortigen Gymnasiums am Münsterplatz.

Nicht ganz ohne eigene Mittel, aber auch unterstützt von Förderern konnte H. 1774 ins Karlsruher Gymnasium illustre eintreten, das er 1778 abschloss. Nach einem zweijährigen Theologiestudium (1778-1780) in Erlangen trat er eine Stelle als Hauslehrer und Vikar in Hertingen an und wurde 1783 zum Präzeptoratsvikar (Hilfslehrer) am Pädagogium in Lörrach ernannt. 1791 berief man ihn zum Subdiakon ans Karlsruher Gymnasium. Professor für Dogmatik wurde er im Jahre 1798 und unterrichtete bis 1814 als Gymnasiallehrer vielfältige Unterrichtsfächer.

Hebel blieb bis zu seinem Lebensende in Karlsruhe. 1792 wurde er zum Hofdiakon, 1798 zum a. o. Professor, 1808 zum Direktor des Gymnasiums, 1819 zum Prälaten der lutherischen Landeskirche und dadurch Mitglied der ersten Kammer des badischen Landtags ernannt.

Johann Peter Hebel starb auf einer Dienstreise am 22.9.1826 in Schwetzingen. Dort ist auch seine Grabstättte.


Werke
Hebels Werk besteht aus den alemannischen Gedichten, den Kalendergeschichten, sowie den Briefen an seine Freunde, die ein wichtiger Bestandteil der deutschen Briefliteratur darstellen. Weniger bekannt sind die biblischen Geschichten, die H. als Schulbuch für den evangelischen Religionsunterricht in Baden verfasste.

* Alemannische Gedichte. Für Freunde ländlicher Natur und Sitten (Karlsruhe 1803, anonym, zweite Auflage 1804 mit Verfasserangabe)

* Der Rheinländische Hausfreund. Kalendergeschichten über mehrere Jahrgänge (1803-1811).

* Bekannte Gedichte:
o Die Vergänglichkeit
o Der Mann im Mond
o Auf den Tod eines Zechers
o Das Gewitter
o Der Statthalter von Schopfheim

* Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes (Cotta Stuttgart 1811; zweite Auflage 1818) Zusammenstellung der Kalendergeschichten mit wenigen Auslassungen und Umstellungen.

* Bekannte Kalendergeschichten
o Unverhofftes Wiedersehen
o Kannitverstan
o Die drei Diebe
o Wie der Zundelfrieder und sein Bruder dem Roten Dieter abermal einen Streich spielen
o Wie der Zundelfrieder eines Tages aus dem Zuchthaus entwich und glücklich über die Grenzen kam
o Der Heiner und der Brassenheimer Müller
o Der Lehrjunge
o Wie sich der Zundelfrieder hat beritten gemacht

- Biblische Geschichten. Für die Jugend bearbeitet. (Cotta Stuttgart 1824).

- Briefe. Hrsg. Wilhelm Zentner. 2. Bde.; Karlsruhe. 1957.






www.litlinks.it/h/hebel_jp.htm


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