Auf seiner Italienreise im Jahr 1853 entstand die im darauffolgenden
Jahr veröffentlichte volkstümliche Verserzählung "Der Trompeter von
Säckingen", 1855 gefolgt von dem historischen Roman "Ekkehard. Eine
Geschichte aus dem 10. Jahrhundert".
Beide Texte bildeten den Beginn von Scheffels Aufstiegs zu einem der
beliebtesten Schriftsteller des national empfindenden neuen
Deutschland. Von Scheffel stammen auch studentische Lieder, die er
unter anderem in der Sammlung "Gaudeamus" (1868) veröffentlichte, sowie
Texte, in denen er das Mittelalter und das Vagantentum idealisierte.
Zugleich sind von ihm auch mehrere hundert Zeichnungen und Aquarelle
erhalten.
Seinen Wirkungskreis hatte er in München, wo er nach 1856 Anschluss an
den Münchner Dichterkreis, zu dem auch Emanuel Geibel gehörte, fand,
und in Donaueschingen als Archivar und Bibliothekar (1859). Im Jahr
1876 wurde Scheffel nobilitiert. Der Schriftsteller starb 1880 in
seiner Heimatstadt Karlsruhe.
Der 1876 geadelte Dichter zählt zu den Erfolgsautoren des
19.Jahrhunderts. Seine historischen Romane erreichten ein breites
Publikum, die Studenten- und Trinklieder sind noch heute lebendig.
Scheffel schöpfte seine Themen aus der deutschen Geschichte und passte
somit gut in die Gedankenwelt des Kaiserreiches. Damalige Biographen
rühmten ihn als "Lieblingsdichter des Deutschen Volkes", ein heutiger
Biograph nennt ihn "zu unrecht vergessen".