16.03.2006
Ludwig Frommel (1789-1863) - Burg Ebertstein
Ludwig Frommel (1789-1863) - Burg Ebertstein
Aquarell, 1831, 48,3*37,7 cm, Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe.
Carl Ludwig Frommel war maler, Zeichner, Kupferstecher und Radierer. Er
ist auf Schloss Birkenfeld / Nahe geboren und und in Ispringen bei
Pforzheim gestorben. Nachdem er in Karlsruhe zum Professor für Malerei und Kupferstich
geworden ist, wurde er 1829 Direktor der Grossherzoglichen
Gemäldegalerie in Karlsruhe und behielt diese Stellung bis ins Jahr
1858.
Frommel studierte ab 1805 Malerei und Kupferstich in Karlsruhe. Seine
Lehrer waren Philipp Jakob Becker und der Hofkupferstecher Christian
Haldenwang.
1809 reiste er nach Paris. Kaiserin Josephine gab ihm dort den Auftrag
zu einem zwölfteiligen Zyklus von großformatigen Landschafts-Aquarellen.
Ab 1813 hielt sich Frommel in Italien auf. Er lebte einige Zeit in Rom,
wo er sich im Umfeld der Nazarener bewegte. Mit den aufstrebenden
jungen Architekten Friedrich von Gärtner und Daniel Ohlmüller bereiste
er Sizilien. Seine Malerfreunde Ferdinand und Friedrich Olivier, Johann
Christian Rist und Julius Schnorr von Carolsfeld begleitete er im
Sommer 1817 auf einer Reise durch das Salzburger Land. Anschließend
kehrte Frommel nach Karlsruhe zurück.
Bei Karlsruhe Nach seiner Rückkehr wurde mit 28 Jahren in Karlsruhe zum
Professor der Malerei und Kupferstechkunst ernannt. Der 1818 gegründete
Kunst und Industrieverein für das Großherzogtum Baden zählte Frommel zu
seinen Gründungsmitgliedern.
Bei einem Studienaufenthalt in London eignete sich Frommel die
neuartige Technik des Stahlstichs an, die 1820 von Charles Heath
erfunden worden war und sich in England bereits großer Beliebtheit
erfreute. Nach seiner Rückkehr eröffnete Frommel zusammen mit dem
Engländer Henry Winkles 1824 in Karlsruhe ein Atelier für Stahlstecher,
das erste seiner Art in Deutschland.
Von 1829 bis zu seinem altersbedingten Rücktritt 1858 war Frommel zudem
Direktor der Großherzoglichen Gemäldegalerie. Unter seiner Leitung
entstand der Neubau der modernen Staatlichen Kunsthalle (geplant von
Heinrich Hübsch, fertig gestellt 1847). Nach seiner Pensionierung zog
er sich nach Baden-Baden zurück.
Sein jüngster Sohn Otto Frommel (1835-1861) sowie sein Adoptivsohn Karl
Lindemann-Frommel (1819-1891) erlangten als Maler eine gewisse
Bekanntheit. Der Sohn Emil Frommel (1828-1896) wurde protestantischer
Pfarrer, machte sich auch als Schriftsteller einen Namen und brachte es
zum Hofprediger Kaiser Wilhelms II.. Auch Max Frommel (1830-1890)
wandte sich wie sein älterer Bruder der Kirche zu und machte sich als
Theologe einen Namen.
Als der Vater in Ispringen starb, war Max Frommel dort Pfarrer der Altlutheranischen Gemeinde.