Max Slevogt (* 8. Oktober 1868 in Landshut; † 20. September 1932 in
Neukastel / Pfalz) war ein deutscher Maler, Grafiker, Illustrator und
Bühnenbildner des Impressionismus. Slevogt gebührt eine besondere
Stellung in der Landschaftsmalerei.
Zusammen mit Lovis Corinth und Max Liebermann gehört er zu den letzten
Vertretern der Freilichtmalerei (Pleinairmalerei), der Malerei direkt
vor dem Motiv in der freien Natur, im Gegensatz zur Ateliermalerei.
Slevogt war Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler.
Nach dem Tode seines Vaters, des bayrischen Hauptmannes Friedrich von
Slevogt, im Jahre 1870 zieht er mit seiner Mutter, Caroline von Slevogt
(geborene Lucas, Saarbrücken) nach Würzburg. Dort verbringt er von 1874
bis 1884 seine Schulzeit. Er besucht Landau in der Pfalz und die
Familie Finkler auf Neukastel.
Von 1885 bis 1889 besucht er die Akademie in München. Dort entstehen
die ersten Landschaftsbilder in Neukastel. Seine Lehrer dort sind u. a.
Wilhelm von Diez, Gabriel von Hackl, Karl Raupp und Johann Caspar
Herterich.
1889 besucht er die Académie Julian in Paris. Die ersten Bilder, in
München entstanden, sind von einem bräunlichen Atelierton bestimmt, der
gegen Ende der 90er Jahre einer impressionistischen Farbenvielfalt
weicht. Diese wird beispielsweise an dem Hauptwerk Das Champagnerlied,
welches auch als Weißer d'Andrade bekannt ist und eine Illustration zu
Mozarts Don Giovanni ist, deutlich.
1890 unternimmt er eine Studienreise nach Italien mit Robert Breyer.
Danach lässt er sich in München als freier Künstler nieder. Zu seinen
Vorbildern gehören, neben Wilhelm Leibl, auch Arnold Böcklin mit seinen
historischen und symbolistischen Themen.
Slevogts Werk ist umfangreich und umfasst nicht nur Tafelbilder,
Bühnenbilder und Wandmalerei, sondern auch Aquarelle, Zeichnungen,
Druckgrafiken und Buchillustrationen. Unter seinem Schaffen versteht er
nicht nur die Übertragung von visuellen Eindrücken auf die Leinwand,
sondern eine auf alle Bereiche übergreifende Entfesselung der Fantasie.
1896 zeichnete er Karikaturen für die Münchner Zeitschriften
Simplicissimus und Jugend. Ein Jahr darauf hat er seine erste
Einzelausstellung in Wien.
Er heiratet 1898 Antonie („Nini“) Finkler aus Godramstein, die er auch
öfter als Motiv seiner Bilder verwendet. 1898 besucht er die
Rembrandt-Ausstellung in Amsterdam. Im Jahr darauf beteiligt er sich
mit dem Gemälde Danaë an der Ausstellung der „Münchener Secession“. Das
Bild wird aber wegen Obszönität aus der Ausstellung entfernt. Auf der
ersten Ausstellung der „Berliner Secession“ ist sein Triptychon Der
verlorene Sohn ein großer Erfolg.
1900 reist er wieder nach Paris, wo er im Deutschen Pavillon der
Weltausstellung mit dem Werk Scheherezade vertreten ist. Im selben Jahr
empfängt Slevogt starke Eindrücke von den Bildern von Edouard Manet.
1901 lässt er sich gemeinsam mit Lovis Corinth in Berlin nieder und
wird Mitglied der „Berliner Secession“.
In der Zeit nach 1900 schafft er einen von fremden Einflüssen freien
und in der Materie kompakten Malstil: Komposition und Farbgebung sind
fest aufeinander abgestimmt. Eine weitere Veränderung kommt durch die
in Ägypten entstandenen Bilder. Die Farbenmacht des gleißend
dargestellten Lichts löst den Eigenwert der Materie endgültig ab. Im
selben Jahr wird er auf Veranlassung des bayerischen Prinzregenten
Luitpold zum Professor ernannt. 1902 entsteht seine erste
Buchillustration Ali Baba und die 40 Räuber und malt noch im selben
Jahr das berühmt gewordene Bild Das Champagnerlied oder Der Weiße
d’Andrade, es ist eines der Hauptwerke der deutschen Kunst um 1900.
Es zeigt den berühmten portugiesischen Bariton Francisco d’Andrade, der
in Berlin in der Rolle des Don Giovanni Triumphe feiert. Mit ihm hatte
sich Max Slevogt angefreundet denn Slevogt hatte selbst eine
wunderschöne Stimme und musste sich zwischen Malerei und Gesang
entscheiden. Eine zeitlang wollte er Sänger werden. Das Bild heißt Der
weiße d' Andrade, weil es noch ein weiteres Portrait von Francisco
d’Andrade gibt Der schwarze d' Andrade.
1905 erscheint Schwarze Szenen bei Bruno Cassirer. Slevogt beginnt ein
Jahr darauf Bühnenbilder und Kostüme für Max Reinhardts Kammerspiele
des Deutschen Theaters zu entwerfen.
1907 und 1908 werden seine Kinder Nina und Wolfgang geboren.
1909 entsteht das Bild Landhaus in Godramstein.
Im Auftrag des Prinzregenten Luitpold malt er zwischen 1908 und 1910
eine Reihe von Landschaften, Porträts und Zeremonien, wie die
Seelenmesse der Georgiritter (Mass for the Dead of the Knights of St.
George in the Court Church at Munich).
1914 reist er nach Ägypten. Dort entstehen 21 Gemälde sowie zahlreiche
Aquarelle und Zeichnungen. Auf der Rückreise macht er Station in
Italien. Im Oktober erwirbt er den Landsitz Neukastel.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird Max Slevogt als offizieller
Kriegsmaler an die Westfront geschickt. Seine Erfahrungen des Kriegs
reflektiert er in visionären Bildern. Das Kriegserlebnis wirkt
schockierend auf ihn, weshalb er um neue Ausdrucksformen sucht, um für
die Schrecken des Ersten Weltkriegs angemessene künstlerische
Gestaltungsformen zu finden. Im selben Jahr noch wird er Mitglied der
Königlichen Akademie der Künste in Berlin.
1917 wird Slevogt zum Vorsteher eines Meisterateliers für Malerei an die Akademie der Künste in Berlin berufen.
Er entwirft 1924 Bühnenbilder für die Aufführung von Mozarts Don
Giovanni in der Dresdner Staatsoper. Darüber hinaus arbeitet er an
Illustrationen zu Goethes Faust und malt den Musiksaal im Schloss
Neukastel aus. 1927 entsteht seine Wandmalerei im Bremer Ratskeller.
Das Jahr darauf gibt es eine große Ausstellung zum 60. Geburtstag von
Max Slevogt in der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Von 1931
bis 1932 entsteht das religiöse Wandbild Golgatha in der Friedenskirche
in Ludwigshafen am Rhein. Es wurde während des Zweiten Weltkriegs durch
Bomben vernichtet.
Max Slevogt wurde in der Grabstätte der Familie Finkler auf Neukastel beigesetzt.
Auf dem von Ludwig I. von Bayern erbauten Schloss Villa Ludwigshöhe
in Edenkoben/Pfalz betreut das Landesmuseum Mainz die Max
Slevogt-Galerie. Neben einer ständigen Ausstellung, die insbesondere
Bilder aus dem Nachlass Slevogts zeigt, finden mehrmals jährlich
Wechselausstellungen vorwiegend zum Thema Slevogt bzw. Wittelsbacher
statt.