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20.05.2005
20 Jahre Kunstverein Wilhelmshöhe - Ettlingen
Der Schwerpunkt der Arbeit des Kunstvereins liegt seit seiner Gründung
durch eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern im Jahr 1985 auf der
Förderung von jungen und ungesicherten künstlerischen Positionen. Auch
das Jahresprogramm anlässlich des 20-jährigen Bestehens des
Kunstvereins Ettlingen beruht auf dem Grundsatz der Förderung, und dies
in mehrfachem Sinn.
Das Jahresprogramm 2005 wurde eröffnet mit der Präsentation der
Akademieklasse von Prof. Erwin Gross, Karlsruhe und zeigte bis Mitte
Februar Arbeiten von 13 seiner Studentinnen und Studenten. Malerei und
Zeichnungen bildeten hier den Schwerpunkt.
Angehende Künstlerinnen und Künstler erhalten seit mehr als einem
Jahrzehnt auf der Wilhelmshöhe die Möglichkeit, ihre Arbeiten der
Öffentlichkeit vorzustellen und sammeln dabei schon während des
Studiums erste und wichtige Erfahrungen im Ausstellungswesen, hier noch
in der Gruppe, später für den Alleingang. So haben erfolgreich in
Ettlingen etwa die Klassen von Dieter Krieg, von Magdalena Jetelova bis
hin zu Ansgar Nierhoff ausgestellt.
Dieses Engagement werden wir weiter betreiben und gezielt
Akademieklassen einladen, auf der Wilhelmshöhe auszustellen. Durch die
kontinuierliche Arbeit des Kunstvereins sind inzwischen viele
Künstlerinnen und Künstler, die als Studenten oder Absolventen ihre
ersten Gehversuche hier gemacht haben, selbst Lehrende und Professoren
und dem Kunstverein Ettlingen verbunden geblieben. Diese Kontakte
führen nicht selten zu Ausstellungen.
Auftakt eines neuen Schwerpunkts bildet die Ausstellung von
Preisträgern der Villa Romana in Florenz, die seit 29. April zu sehen
ist. Geleitet vom oben beschriebenen Förderungsgedanken und der Idee,
die Vernetzung der deutschen Kunststiftungen im Ausland zu verbessern,
haben wir Stipendiaten der Jahre 2003 und 2004 zu einer Ausstellung
eingeladen. Die ausstellenden Künstler sind: Sven-Ole Frahm
(Düsseldorf), Markus Vater (London), Christian Schwarzwald (Berlin),
Jörg Wagner (Köln). Da die Villa Romana 2005 ebenfalls ein Jubiläum
begeht, ihr 100-jähriges Bestehen als älteste deutsche Kunststiftung,
ist es uns eine besondere Freude, hier die Vernetzung mit
Kunststiftungen zu beginnen. Außerdem verbindet die Villa Romana und
die Wilhelmshöhe, dass sie beide von Künstlern gegründet wurden.
Ettlingen ist übrigens eine der wenigen Stationen in Deutschland, an
denen das 100-jährige Jubiläum dieser besonderen Künstlerstiftung
gefeiert wird. Nicht wenige ehemalige Preisträger der Villa Romana
haben auch schon auf der Wilhelmshöhe ausgestellt, unter ihnen Franz
Bernhard, Arthur Stoll, Friedemann Hahn, Cordula Güdemann, Ansgar
Nierhoff, um nur einige zu nennen. Wichtig ist dem Team der
Wilhelmshöhe, dass wir junge, aktuelle künstlerische Positionen zeigen
und damit die Bedeutung der Villa Romana heute betonen, nicht ihre
Vergangenheit. Zur Ausstellung ist eine Publikation erschienen.
Ab dem 11. Juni 2005 werden sich in der Stadt Ettlingen und auf der
Wilhelmshöhe zwei weitere Akademieklassen in diesem Jahr begegnen. Ein
besonderes Experiment, das die beiden Professoren, Leni Hoffmann von
der Außenstelle Freiburg der Karlsruher Akademie und Udo Koch von der
Stuttgarter Akademie, begeistert aufgegriffen haben. Das Thema stellt
die Begegnung dar. Experiment ist es für die angehenden BildhauerInnen
allemal, sich mit Konzepten für Kunst im öffentlichen Raum, mit
Skulptur im engeren Sinn und Interventionen in der Stadt auseinander zu
setzen. Es geht hier um ein „work in progress“, das begleitet wird von
Diskussionen und einer Ausstellung auf der Wilhelmshöhe. (Eine
gesonderte Pressemitteilung und Einladung dazu wird rechtzeitig
versendet.)
Dem Programm junger Kunst stellt der Kunstverein Ettlingen einmal im
Jahr eine etablierte Position gegenüber. So haben bereits Tony Cragg,
Emil Schuhmacher, Timm Ulrichs, Günther Förg u.a. auf der Wilhelmshöhe
ausgestellt. 2005 konnte der Kunstverein den international bekannten
Künstler Erwin Wurm, Wien, gewinnen, der seine besondere Sicht
dreidimensionaler Arbeiten im September präsentieren wird. Welche
arrivierten und jungen Künstler bereits auf der Wilhelmshöhe vertreten
waren, ist auf unserer Website www.kunstverein-ettlingen.de
ausführlich dargestellt. Malerei, Bildhauerei und Installationen sind
die schwerpunktmäßig auf der Wilhelmshöhe gezeigten Gattungen.
Mit dem Wolfgang-Hartmann-Preis zeichnet der Kunstverein junge
KunsthistorikerInnen aus, die sich mit einem Ausstellungskonzept beim
Kuratorium, das am Kunstverein angesiedelt ist, bewerben können. In
diesem Jahr wird im November die Berliner Kunsthistorikerin Cristine
Heidemann Ihr Projekt "Jagdsalon" mit internationalen jungen Künstlern
auf der Wilhelmshöhe realisieren. Damit ist ein weiterer
Förderungsaspekt unserer Arbeit kurz vorgestellt. Eine Pressemitteilung
beschreibt das Projekt und die beteiligten KünstlerInnen genauer. Der
Hartmann-Preis ist z.Zt. der einzige Förderpreis für junge
KunsthistorikerInnen in Deutschland.
Der Kunstverein wird seit seinem Bestehen ehrenamtlich geleitet. Pro
Jahr werden meist sechs Ausstellungen realisiert. Das ambitionierte
Programm für 2005 wird von einem Team, das aus Künstlern,
Kunsthistorikern, Kunstverständigen und Kunstbegeisterten aus Vorstand
und Beirat besteht, verantwortet. Die engagierte Arbeit des
Kunstvereins wurde 2003 mit dem art frankfurt-Preis (ehem.
Adam-Elsheimer-Preis) ausgezeichnet.
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