27.04.2005
Heidelberg, 23. September 2004 "Chaotisches Pendel" schwingt im ExploHeidelberg
Das ExploHeidelberg ist seit heute um eine Attraktion reicher.
Auszubildende der Heidelberger Druckmaschinen AG übergaben der
Geschäftsführerin der Stiftung Jugend und Wissenschaft gGmbH, Professor
Charlotte Schulze, im Beisein von Oberbürgermeisterin Beate Weber und
dem Vorstandsvorsitzenden der Heidelberger Druckmaschinen AG und
Mitglied im Förderkreis des Explo, Bernhard Schreier, während eines
Festakts ein neues Exponat: ein Chaotisches Pendel.
Das Pendel ist im Rahmen einer Projektarbeit der Abteilung Berufliche
Bildung der Heidelberger Druckmaschinen AG entstanden. Auszubildende
aus den Berufsbereichen Mechaniker, Technischer Zeichner, Industrie-
und Informatikkaufmann tüftelten ein halbes Jahr lang gemeinsam über
der kniffligen Aufgabe.
Oberbürgermeisterin Beate Weber dankte Bernhard Schreier und den
Auszubildenden für ihre gelungene Projektarbeit. "Dieses chaotische
Pendel", so die Oberbürgermeisterin, "ist ein hervorragender Beweis der
erfolgreichen Kooperation "Heidelberg für Heidelberg" und zeigt das
beispielhafte Engagement der Heidelberger Druckmaschinen AG für das
Explo, durch das bereits die Einrichtung des Medienlabs ermöglicht
wurde." Dies, so Beate Weber, sei ein glücklicher Tag für das Explo und
ein deutliches Indiz für die hervorragende Kooperation zwischen
Wirtschaft, Wissenschaft und Kommune.
"Ich bin stolz auf unsere Auszubildenden, die haben einen ganz tollen
Job gemacht", freute sich Druckmaschinen-Vorstandschef Schreier. "Das
ist ein kleines Unternehmen, das Sie hier sehen, dieses Unternehmen hat
alles gemacht, von den ersten Entwürfen bis zur Herstellung des
Pendels."
Die Auszubildenden berichteten, wie die Absicht, ein chaotisches Pendel
als Exponat für das Explo herzustellen, künftige Techniker, Mechaniker,
Zeichner und Kaufleute in einer Arbeitsgruppe zusammenführte und die
Aufgabe dank gemeinsamer Anstrengungen schließlich auch fristgerecht
bewältigt werden konnte. "Wenn die Exponate schon so erarbeitet werden,
dann hat das Explo eine Dimension bekommen, an die wir am Anfang gar
nicht gedacht haben", so Oberbürgermeisterin Beate Weber.
Das Chaotische Pendel dient dem ExploHeidelberg als Dauerexponat und
ist dort Teil der interaktiven Ausstellung "Wahrnehmen mit Augen und
Ohren – Da bewegt sich doch etwas".
Beim chaotischen Pendel gilt das Prinzip, dass eine kleine Ursache eine
große Wirkung haben kann. Minimale Änderungen der Ausgangsbedingungen
haben einen enormen Einfluss auf die Schwingungen des Pendels, das
daher niemals ein und dieselbe Bewegung vollführen wird. Damit werden
eine genaue Berechnung und auch eine Vorhersage der Pendelbewegung
unmöglich. Diese Tatsache widerspricht der klassischen Mechanik, wonach
ähnliche Ursachen auch ähnliche Wirkungen haben sollen. Sinn des
Pendels ist es, durch die Veranschaulichung seiner nicht vorhersehbaren
Bewegungen einen Beweis für die Chaostheorie zu liefern.
Das chaotische Pendel im Explo ist als Schwinggewicht konstruiert, das
aus mehreren Ge-lenken besteht. Dafür wurden zwei Winkelpendel
konstruiert, die hintereinander gelagert sind. Die Pendel haben einen
Radius von 75 Zentimetern und werden durch ein Handrad in ihre
Ausgangsposition gebracht. Die Kugellager sind aus leichtgängigem
Stahl. Die Pendel sind aus Sicherheitsgründen zwischen zwei
Plexiglasscheiben montiert. Gleichzeitig angestoßen, vollführen die
beiden Pendel nach kurzer Zeit völlig unterschiedliche Bewegungen.
Bildunterschrift: Das chaotische Pendel, das Auszubildende der
Heidelberger Druckma-schinen AG für das ExploHeidelberg gebaut haben.
Oberbürgermeisterin Weber (3. v. rechts), Heidelberg
Vorstandsvorsitzender Schreier (3. v. links) enthüllten das Pendel.
Quelle: Heidelberger Druckmaschinen AG. Der Abdruck ist honorarfrei.