Über 35.000 Besucher wurden auf der diesjährigen art KARLSRUHE gezählt. Damit ist die Messe im vierten Jahr ihres Bestehens am Sonntagabend mit einem neuen Besucherrekord zu Ende gegangen. Im Vorjahr waren bereits knapp 32.000 Menschen zur art KARLSRUHE gekommen, 2004 hatten 20.500 Gäste die Premiere der Messe besucht.
Unser Konzept ist vollauf bestätigt worden“, zog denn auch Ewald Karl Schrade, der Gründervater und Kurator der art KARLSRUHE, Bilanz. Und Gerald Böse, der Geschäftsführer der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH, ergänzte: „Wir haben immer auf Qualität statt Quantität gesetzt. Das zahlt sich nun aus. Wir wollen nicht in der Fläche wachsen, sondern unser hohes Niveau stetig steigern.“
Hohe Umsätze mit Klassischer Moderne und Gegenwartskunst
Die Verkaufsbilanzen der diesjährigen Messe belegen eindrucksvoll, dass sich Karlsruhe zum Kunst-Marktplatz entwickelt hat. „Die Umsätze stimmen“, sagte nicht nur der Freiburger Galerist Henrik Springmann, der vom Eröffnungsabend an gute Geschäfte tätigte. Auch viele seiner Kollegen konnten Werke der Spitzenklasse zwischen 100.000 und 500.000 Euro verkaufen. So veräußerte die Schweizer Galerie Henze & Ketterer neben Lithographien von Otto Mueller und Aquarellen Ernst Ludwig Kirchners ein Gemälde von Carl Hofer aus dem Jahr 1931 für 120.000 Euro und auch Dr. Doris Möllers (Münster) freute sich über viele Verkäufe, unter anderem den einer frühen Arbeit von Emil Schumacher für 80.000 Euro an einen wichtigen Sammler aus Süddeutschland. Die Galerie Schlichtenmaier (Grafenau/Stuttgart) machte bereits während der Preview und Vernissage am Mittwoch gute Geschäfte. Dort wurden Werke etablierter Künstler wie Erich Heckel (55.000 Euro) genauso verkauft wie zeitgenössische Kunst, beispielsweise Arbeiten von Beate Knapp oder Sibylle Wagner. Hochzufrieden zeigte sich auch der Düsseldorfer Galerist Rainer M. Ludorff, der zum ersten Mal an der art KARLSRUHE teilnahm. Er versicherte: „Wir kommen auf jeden Fall wieder. Das war ein guter Auftakt.“ Auch die Gegenwartskunst fand ihr Publikum auf der art KARLSRUHE. Und so freute sich beispielsweise Dorothea van der Koelen (Mainz/Venedig), die von Beginn an zu den Ausstellern der Kunstmesse gehört, über viele neue Kontakte zu Sammlern aus dem Süddeutschen Raum, aus Frankreich und der Schweiz. Ihre Messebilanz: „Ich bin sehr zufrieden. Wir konnten hier Einiges anbahnen und gut verkaufen.“
„Fantastische Hallen für die Kunst“ und ein aufgeschlossenes Publikum
Viele Galeristen lobten die Ausrichtung der art KARLSRUHE, die von Beginn an auf das gleichberechtigte Nebeneinander von Klassischer Moderne und Gegenwartskunst setzte. „Das ist ein verlässliches Konzept, damit baut man Vertrauen auf“, meinte beispielsweise Dr. Doris Möllers. Dem schloss sich auch Georg Nothelfer (Berlin) an, dem die Tendenz anderer Messe, ausschließlich auf junge und jüngste Kunst zu setzen, widerstrebt. Viel Lob gab es auch für das Publikum der art KARLSRUHE. So genoss Hans Maulberger (München) den „frischen Geist“ der Besucher und Harald Fiebig von der Galerie Melsheimer (Köln) geriet gerade zu ins Schwärmen: „Das Publikum in Karlsruhe ist klasse. Die Leute sind neugierig und interessiert und gucken wirklich intensiv. Und die Messehallen sind einfach großartig.“ Diese Meinung teilten nicht nur viele Kollegen, sondern auch die Künstler. Markus Lüpertz meinte denn auch bei seinem Streifzug über die Messe: „Das sind fantastische Hallen für die Kunst.“ In seinem Konzept, die Messe auf zwei Hallen mit dem Schwerpunkt Gegenwartskunst bzw. Klassische Moderne zu konzentrieren, wurde Ewald Karl Schrade von allen Seiten bestätigt.
Attraktives Rahmenprogramm / Museumsmeile und art meeting
Auch wenn sich die art KARLSRUHE 2007 zum starken Marktplatz entwickelte, so wurde auch Wert auf nicht Merkantiles gelegt. Zum ersten Mal wartete die Kunstmesse deshalb mit einer Museumsmeile auf, die vom Publikum als Insel der Ruhe und Muße geschätzt wurde. In einer eigenen Halle waren hier die Sammlung Selinka und Arbeiten aus dem ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie, zu genießen. Und auch die Staatliche Hochschule für Gestaltung trug ihren Teil dazu bei, die art KARLSRUHE zur größten Galerie Süddeutschlands und zu einem temporären Museum werden zu lassen.
Hochkarätig besetzt war das art meeting, das sich dem Thema Malerei und Wirtschaft widmete. So debattierten Karola Grässlin, die Leiterin der Kunsthalle Baden-Baden, Markus Lüpertz, der Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie und Gabi Czöppan, Kunstjournalistin des Focus am 22. März vor großem Publikum über den „Wert der Kunst“. Und am 23. März gab Andrea Firmenich von der Altana Kulturstiftung Einblicke in die Sammlungsgeschichte des Unternehmens, während der Schweizer Galerist Wolfgang Henze die Restitutionsproblematik zum Thema hatte. Moderiert wurden die Veranstaltungen von Kunstjournalistin Dorothee Baer-Bogenschütz.
Die art KARLSRUHE 2008
Die art KARLSRUHE 2008 findet vom 28. Februar bis zum 2. März 2008 statt. Die Vernissage ist am Mittwoch, den 27. Februar 2008.
Lindinger + Schmid
Büro für Kunst und Öffentlichkeit
Tel.: 0941-22 1 77
www.art-karlsruhe.de
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