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17.09.2007
Speisen mit Aromaölen würzen



Vielleicht haben Sie sich schon gefragt, ob man die wohlriechenden Essenzen nicht auch zum Kochen verwenden kann: Man kann und soll.

Wer in der Küche ein wenig experimentierfreudig ist, kann Speisen mit ganz neuen Nuancen kreieren. Was für die Anwendung von Aromaölen generell gilt, gilt auch hier, nämlich der Leitsatz: "Weniger ist mehr."

Wenn Sie zu "mutig" zu Werke gehen, können Sie leicht die Speisen verderben. Denken Sie immer daran, dass sich bei den Ölen um das Essentielle einer Pflanze handelt, das in hochkonzentrierter Form vorliegt. Entsprechend intensiv ist auch der Geschmack. Nehmen Sie je nach Menge einer zubereiteten Süßspeise oder eines Gerichtes zunächst nur 2 - 3 Tropfen Essenz. Schmecken Sie ab und geben Sie solange jeweils einen Tropfen dazu, bis Ihnen der Geschmack zusagt.

Zum Kochen eignen sich nur naturreine Aromen. Achten Sie beim Kauf auf die Bezeichnung "100 % ätherisches Öl" oder "100 % naturrein". Diese Öle sind garantiert auch frei von Konservierungsstoffen.

Anis:
Wer gerne selbst Likör herstellt, sollte Anisöl für eine neue
Geschmacksvariante ausprobieren. Auch für Gewürzbrot oder -kuchen eignet sich dieses Öl. In Ihrer Weihnachtsbäckerei sollte es ebenfalls enthalten sein.

Basilikum:
Bei dieser Essenz handelt es sich um einen Grenzfall. Wenn möglich, sollten die Blätter der frischen Pflanze bevorzugt werden. Sie duften hervorragend und geben einen wunderbaren Geschmack. Zum Würzen von Kräutersaucen kann man das Öl aber durchaus auch verwenden. Ein bis zwei Tropfen sind meist ausreichend.

Bohnenkraut:
Wer gerne gut gewürzte Speisen isst, kann mit dem Bohnenkrautöl sicher viel anfangen. Man gibt damit Saucen den letzten Pfiff, oder man verwendet es auch als Pfefferersatz.

Dill:
Diese Essenz lässt sich im Grunde genauso einsetzen wie die
Ursprungspflanze. Verfeinern Sie damit Dressings, Kräutersaucen und
Gemüse.

Ingwer:
Ingwer kann die unterschiedlichsten Assoziationen auslösen. Die einen denken sofort an einen leicht seifigen Geschmack, den anderen fällt spontan die asiatische Küche ein. Ingwer ist übrigens auch in Ginger Ale (ginger = engl. Ingwer) enthalten. Sie sollten ihn besonders zum Verfeinern süß-scharfer Gerichte ausprobieren. Die Essenz gibt nämlich nicht nur einen ausgesprochen exotisch-interessanten Geschmack, sondern ist besonders gut für die Gesundheit.

Knoblauch:
Knoblauchöl kann man nicht einfach wie frischen Knoblauch verwenden. Probieren Sie behutsam aus, wie sich der Geschmack einer Speise durch ein bis zwei Tropfen Essenz verändert. Wer sich an den Umgang mit Knoblauchöl gewöhnt hat, wird es sicher oft benutzen.

Koriander:
Schon der Duft erinnert an Weihnachten. Würzen Sie damit vor allem Brot.

Orange:
Nicht nur frische Orangen schmecken gut und sind gesund, auch das
Orangenöl besitzt diese Vorzüge. Besonders geeignet ist es für Kekse und Kuchen. Auch andere Süßigkeiten können damit verfeinert werden.
Probieren Sie beispielsweise zwei Tropfen in einer Schüssel Vanillepudding. Oder geben Sie damit selbstgemachtem Eis oder Shakes eine besondere Note.

Pfefferminzöl:
So angenehm die Anwendung von Pfefferminzöl beispielsweise bei der
Inhalation ist, so vielseitig und gut kommt es auch kulinarisch zur Geltung. Mit Mineralwasser und Zucker lässt sich daraus zum Beispiel ein schmackhaftes Erfrischungsgetränk zubereiten. Auch Likör bekommt mit diesem Öl ein wohlschmeckendes Aroma. Für Süßigkeiten wie Konfekt, Glasuren oder Eis wird es häufig verwendet. Schon ungewöhnlicher, aber durchaus lohnend, ist die Verfeinerung von herzhaften Saucen.

Pomeranze
Das Öl wird aus den Blüten und Früchten eines Baumes gewonnen, der mit Orange und Bergamotte verwandt ist. Sein Aroma ist recht kräftig und wird in erster Linie zum Verfeinern von Süßspeisen benutzt. Besonders Backwaren lassen sich damit köstlich abschmecken.

Sandelholz:
Schon der Duft ist ein Genuss. Süßmäuler schätzen allerdings auch den sehr eigentümlichen feinen Geschmack. Stellen Sie doch mal Speiseeis zusammen mit wenigen Tropfen der Essenz her. Auch Kekse und Kuchen erhalten durch Sandelholz eine besondere Geschmacksnote.

Vanille:
Hierbei handelt es sich um alles andere als ein exotisches Aroma. Vielleicht haben Sie bisher jedoch nur Vanilleschoten oder -zucker benutzt? Für Süßspeisen, besonders aber für Pudding und Eis, eignet sich diese Essenz. Lassen Sie einfach Ihre Phantasie spielen !

Ylang Ylang:
Ähnlich wie Sandelholz wirkt auch Ylang Ylang schon durch seinen
wunderbaren Duft. Und auch der kulinarische Einsatz ist empfehlenswert. Verwenden Sie die Essenz mit dem erotisierenden Duft für süße Getränke, Eis, Süßspeisen und Backwaren.

Zimtrindenöl:
Wenn Sie keine Zimtstange und auch kein Zimtpulver zur Hand haben, können Sie sich mit dieser Essenz durchaus behelfen. Achten Sie jedoch darauf, dass das Öl wirklich aus der Rinde und nicht aus den Blättern der Pflanze gewonnen wurde. Beide Sorten unterscheiden sich nämlich im Aroma und in Wirkung erheblich. Klassische Anwendungsmöglichkeiten bietet die Weihnachtsbäckerei. Aber auch einige Süßspeisen können mit dieser Essenz verfeinert werden (allerdings nur sparsam verwenden !).

Schönheitspflege mit Aromaölen:
Das sinnliche Vergnügen, sich in einem heißen, mit duftendem Kräuteröl parfümierten Bad zu entspannen, gehört zu den Freuden, die schon die Römer in vollendeter Weise zu genießen verstanden.

Sie machten das Baden in öffentlichen Anstalten zu einer Art Zeremonie:
Man wurde zunächst im unctorium, dem Salbraum des Bades, mit aromatisch duftendem Öl eingerieben, darauf folgte ein kaltes, dann ein lauwarmes Bad und anschließend badete man heiß im caldarius.

Über die Jahrhunderte verlor das Baden in Europa an Beliebtheit, was zu einem Teil dem Tabu der christlichen Kirche geschuldet war, doch im Frankreich des achtzehnten Jahrhunderts wurde das Baden zumindest bei den Adligen wieder zum unterhaltsamen Zeitvertreib.

Nach der Vielfalt der duftenden Zutaten zu urteilen, die es heutzutage gibt, hat ein ausgiebiges Bad seit damals nichts von seinem Reiz verloren, obgleich wir es wahrscheinlich vorziehen, dieser Leidenschaft ungestört zu frönen.

Ein Kräuterbad duftet nicht nur köstlich, sondern hat auch einen therapeutischen Effekt. Man verwendet entweder die Kräuter selbst, um ein zart duftendes Erfrischungsbad zu bereiten oder greift zu ätherischen Ölen, die einen stärkeren Wohlgeruch entfalten und eine ausgeprägtere Heilwirkung haben.

Kräuter verwendet man direkt, indem man sie in ein einfaches Musselinsäckchen steckt und dieses mit einem Band am Wasserhahn befestigt, damit das heiße Wasser darüber fließt und die Duftstoffe der Kräuter löst.

Für ein Ölbad lässt man zunächst die gewünschte Wassermenge in die Wanne und gibt dann etwa zehn Tropfen Öl dazu. Man kann auch seinem Lieblingsbadeöl einige Tropfen ätherischen Öls beimischen.

Blütenwässer sind eine weitere Art von Toilettenartikeln, deren Geschichte bereits Jahrhunderte zurückreicht. Manche behaupten, das erste unter ihnen sei Lavendelwasser gewesen und Hildegard von Bingen, eine Benediktinerin, die im zwölften Jahrhundert im Rheinland lebte, habe es hergestellt.

In späteren Jahrhunderten wurden Blütenwässer von Männern und Frauen häufiger als parfümiertes Erfrischungswasser und Hauttonikum verwendet. Von Napoleon wird berichtet, er habe täglich mehrere Flaschen Eau de Cologne
verbraucht.

Die Damen der viktorianischen Zeit führten an heißen Sommertagen stets ein Fläschchen Blütenwasser zur Erfrischung mit sich. Blütenwasser lässt sich aus Blüten oder aus ätherischen Ölen herstellen. Es ist schön, im Sommer den Duft von Rosen und Lavendel, noch ehe sie verblüht sind, in etwas erfrischendem Kölnischwasser zu konservieren.

Man gibt dazu eine Tasse Lavendelblüten oder Blütenblätter von Rosen in ein großes Schraubglas und übergießt sie mit 50 ml Wodka. Dann wird das Glas gut geschüttelt und für sechs Tage an einen dunklen Platz gestellt.

Die Mischung muss jeden Tag kräftig geschüttelt werden. Man seiht das Ganze durch und gießt die Flüssigkeit in eine hübsche Parfümflasche. Das Blütenwasser sollte innerhalb eines Monats vom Herstellungstag an aufgebraucht werden.

Körperöl mit Cistrose (Labdanum - moschusartiger Geruch)
50 ml Mandel- oder Aprikosenkernöl, 2 Tropfen Cistrose
Das Basisöl in eine kleine Flasche füllen, das ätherische Öl dazugeben und beides kräftig durchschütteln. Diese Mischung sollten Sie vor allem dann ausprobieren, wenn Ihre Haut am ganzen Körper trocken ist. Nach einem Bad massieren Sie das Körperöl in die gut abgetrocknete Haut sanft ein.

Körperöl mit Melisse:
50 ml Mandel- oder Aprikosenkernöl, 2 Tropfen Melisse
Herstellung und Anwendung wie beschrieben. Sie werden schnell spüren, dass Melisse die Haut zart macht. Wenn Sie über raue Knie und Ellenbogen klagen, sollten Sie eine größere Menge des Öls herstellen und dieses in die entsprechenden Bereiche morgens und abends gründlich einmassieren.

Lotion mit Myrrhe und Kamille:
15 g Kakaobuttel, 10 g Bienenwachs oder Lamecreme, 100 ml Jojobaöl, 40 ml Kamillenaufguss, 3 Tropfen Myrrhe Um eine Lotion herzustellen, arbeiten Sie mit drei Bestandteilen: mit der Fett- und Wasserphase sowie mit dem Emulgator, also dem Stoff, der es möglich macht, dass sich Fett und Wasser miteinander verbinden. Das hört sich komplizierter an, als es ist.

Erwärmen Sie die Kakaobutter, das Wachs bzw. die Lamecreme und das Jojobaöl in einem Gefäß auf etwa 60 Grad. Ob Sie Bienenwachs oder Lamecreme als Emulgator wählen, bleibt Ihnen überlassen. Bei Bienenwachs handelt es sich um ein natürliches Produkt, das in seltenen Fällen, zum Beispiel bei schweren Heuschnupfenerkrankungen, Allergien auslösen kann.

Bei 60 Grad schmelzen die Zutaten, die gründlich verrührt werden müssen. Parallel erhitzen Sie den Kamillenaufguss, den Sie wie starken Kamillentee zubereitet haben. Nach und nach alles der Fettphase zugeben und zwischendurch immer wieder gut umrühren.

Erst wenn die wässrigen Bestandteile ganz aufgenommen sind, gießen Sie davon etwas nach. Nachdem Sie die Fett- und Wasserphase komplett miteinander vermischt haben, rühren Sie noch zehn Minuten weiter. Wenn die Lotion noch handwarm ist, geben Sie drei Tropfen Myrrheöl hinzu. Die fertige Lotion pflegt spröde Haut wieder wunderbar zart, und sie hilft, dass entzündete Stellen schneller heilen. Sollten Sie sich täglich mit dieser Lotion einreiben wollen, können Sie die obengenannten Mengenangaben übernehmen. Bei sparsamerer Benutzung ist es ratsam, nur die Hälfte herzustellen, da die Haltbarkeit begrenzt ist.

Lotion mit Orange:
15 g Kakaobutter, 10 g Bienenwachs oder Lamecreme, 100 ml Jojobaöl, 40 ml destilliertes Wasser, 3 Tropfen Orange Herstellung wie oben beschrieben. Die Lotion pflegt trockene Haut wieder geschmeidig. Außerdem stimmt der angenehme Duft heiter. Statt des destillierten Wassers können Sie auch Aqua conservans verwenden. Das ist ein mildes Konservierungsmittel, das dafür sorgt, dass die Lotion länger haltbar bleibt.

Bei schnell fettender, großporiger Haut helfen:

Waschpaste mit Kamille:
1 Waschstück (100 g), dessen ph-Wert zwischen 5 und 6 liegt, 300 ml
destilliertes Wasser, 70 ml Jojobaäl, 2 EL Honig, 4 Tropfen Kamille
Erhitzen Sie das Wasser, und reiben Sie das Waschstück hinein. Rühren Sie solange, bis es vollständig aufgelöst ist. Dann mischen Sie auch das Öl und den Honig unter. Zum Schluss geben Sie die Kamillenessenz hinzu. Sollten Sie eine besonders großporige Haut haben, können Sie die Hälfte des destillierten Wassers durch Hamameliswasser ersetzen.

Gesichtswasser mit Zitrone
50 ml Hamameliswasser, 40 ml Kamillenaufguss, 10 ml Alkohol (70 %), 3 Tropfen Zitrone Geben Sie alle Zutaten in eine dunkle Glasflasche, und schütteln Sie die Mischung kräftig durch. Sie sollten das Gesichtswasser morgens und abends nach der üblichen Reinigung anwenden. Einfach eine kleine Menge auf einen Wattebausch geben und Gesicht und Dekollete damit gründlich abreiben.

Creme mit Pfefferminze:
15 g Kakaobutter, 10 g Bienenwachs oder Lamecreme, 100 ml Jojobaöl, 40 ml destilliertes Wasser, 3 Tropfen Pfefferminze Stellen Sie die Creme in gewohnter Weise her, indem Sie zunächst die Fettphase (Kakaobutter, Wachs oder Lamecreme und Jojobaöl) erwärmen. Bei ca. 60 Grad verschmelzen die Zutaten. Sie rühren alles gut durch. Geben Sie dann langsam das Wasser hinzu. Immer nur eine kleine Menge, bis diese ganz mit dem Fett verbunden ist. Weiterrühren und schließlich in die noch handwarme Masse das Pfefferminzöl geben.

Variation mit Thymian und Rosmarin:
15 g Kakaobutter, 10 g Bienenwachs oder Lamecreme, 100 ml Jojobaöl, 40 ml destilliertes Wasser, 2 Tropfen Thymian, 2 Tropfen Rosmarin
Herstellung wie oben beschrieben. Ob Sie Pfefferminze oder die würzige
Variante mit Thymian und Rosmarin wählen, ist reine Geschmackssache. Schnell fettende Haut spricht auf beide Rezepte gut an.

Sie kennen nun ein paar Beispiele für die Verwendung ätherischer Öle in der Küche und im Bad. Wie bereits erwähnt, sollten sie immer sparsam eingesetzt werden. Schmecken Sie Gerichte, Saucen oder Keks- und Kuchenteig immer schon vor dem Kochen oder Backen ab. Beachten Sie auch, dass das Aroma durch Einfrieren nachlässt.

Mit diesem Beitrag wollten wir Sie für die Aromaküche und die Aromaöle überhaupt interessieren. Vielleicht bekommen Sie Lust, ein wenig damit zu experimentieren. (teilweise wurde als Quelle "Aromaöle" von I. Hammelmann genutzt)








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