Exotische und recht selten anzutreffende Vertreter lassen sich
auch unter den Pluralen beobachten. Sie beanspruchen manchmal
ganz unerwartet unsere grauen Zellen: Lautet die Mehrzahl von
"Atlas" nun "Atlanten" oder "Atlasse"? Und wie mache ich aus
einem "Status" mehrere? Der Atlas lässt glücklicherweise beide
genannten Formen zu.
Beim Status sollte man hingegen nicht auf "Stati" verfallen, sondern
(vielleicht mit einem gedanklichen Ausflug zum Lateinunterricht) lieber
die "Status" - mit lang gesprochenem u - verwenden. Nicht verwandt mit
dem Status ist der "Kaktus", der als exotisches Gewächs auch eine
exotische Pluralendung verlangt: "Kakteen". Anders wieder der "Bambus"
-er möchte in der Mehrzahl gern mit "Bambusse" angeredet werden. Die
Pluralendung "-se" lässt sich der Kaktus zur Not auch gefallen (die
"Kaktusse"), allerdings nur mit Naserümpfen, denn sie gilt
hier als umgangssprachlich.
Wenn das alles nichts Neues für Sie ist, bringt Sie vielleicht
der letzte Fall ins Grübeln: Wie lautet der Plural von Inuit?
Die Frage ist nicht ganz fair, denn "Inuit" ist schon eine
Pluralform, und zwar von "Inuk", was in der Sprache der Inuit
"Mensch" bedeutet.
Richtig abenteuerlich werden Pluralformen übrigens in den
Fachsprachen. Dort ist - anders als in der Standardsprache -
vieles möglich: Es gibt "Wässer", "Verbräuche", "Blute",
"Fleische", auch "Milche" oder "Milchen" sind keine Seltenheit.
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