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29.04.2006
Bildungsanbieter finden: Seminardatenbanken



"Von der Wiege bis zur Bahre - Seminare, Seminare" könnte man eine Volksweisheit im Hinblick auf das immer populärer werdende "lebenslange Lernen" variieren: Vor allem im Berufsleben gilt es als unverzichtbar, sich regelmässig weiterzubilden - vor allem, wenn man seine Karrierechancen verbessern will.
Auch das Arbeitsamt hat die Notwendigkeit der kontinuierlichen Bildung erkannt und steckt Tausende Arbeitslose in Umschulungs- und Weiterbildungsmassnahmen, damit diese ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Ob arbeitslos oder berufstätig: Wer sich selbst aktiv um Weiterbildung bemüht, der zeigt Einsatzbereitschaft und Interesse am Beruf. Eigenständige Suche nach einem passenden Weiterbildungsangebot
garantiert ausserdem einen grösseren Einfluss bei der Auswahl, man
kann sich selbst heraussuchen, was einen wirklich interessiert. Doch
wo soll man suchen?

Der wachsende Bildungsbedarf hat einen mittlerweile unübersichtlich
gewordenen Bildungsmarkt entstehen lassen. Private Anbieter
konkurrieren mit Berufs- oder Branchenverbänden, öffentlichen
Einrichtungen und den verschiedensten anderen Bildungsträgern. Selbst
Hochschulen drängen verstärkt auf den Berufsbildungsmarkt, sie
hoffen, so eigene Einnahmeqüllen zu erschliessen.

Darüber hinaus zeigt die Diskussionen um die im Rahmen der GATS-Verhandlungen zur internationalen Liberalisierung der Dienstleistungsmärkte geforderte Internationalisierung der Bildungsmärkte, dass Bildung zunehmend zu
einer wirtschaftlich bedeutenden Ressource wird.

Für die Verbraucher - in diesem Fall also alle, die sich weiterbilden
wollen - ist das Resultat dieser Liberalisierungsbemühungen eine
deutlich grössere Angebotspalette. Doch die vergrösserte Auswahl
erschwert es gleichzeitig, den Ueberblick zu behalten. Wer
systematisch ein passendes Bildungsangebot suchen will, fühlt sich
schnell von der schieren Masse an Möglichkeiten erschlagen.

Im Internet finden sich viele Seminar- oder Weiterbildungsdatenbanken,
die die Suche nach Angeboten erleichtern sollen. Doch auch deren Zahl
ist - selbst im deutschsprachigen Raum - mittlerweile so gross, dass
eine systematische Erfassung fast aussichtslos erscheint.

Zahlreiche kommerziell ausgerichtete Betreiber erhoffen sich eine Teilhabe an den Umsätzen im Bildungsmarkt und verlangen von den Bildungsträgern Gebühren für den Eintrag in ihre Datenbanksysteme. Daneben betreiben die verschiedenen Verbände und öffentlichen Einrichtungen nicht-kommerzielle Bildungsdatenbanken.

Dem Suchenden ist dieses Nebeneinander nicht gerade eine Erleichterung. Für eine systematische Suche nach Seminarangeboten müsste man alle Datenbanken einzeln absuchen - und sich jedes Mal wieder in die spezifischen Suchsystematiken einarbeiten.

Einen sehr empfehlenswerten Einstieg in die Suche nach
Bildungsangeboten bietet die Checkliste "Qualität beruflicher
Weiterbildung" vom Bundesinstitut für berufliche Weiterbildung
(BIBB). Mit Hintergrundinformationen, Tipps und mögliche Fragen an
die Bildungsanbieter hilft die Liste, die Qualität von
Bildungsangeboten realistisch einzuschätzen. Die Checkliste kann man
kostenlos als PDF-Datei herunterladen oder als Broschüre bestellen:
www.bibb.de/checkliste.htm

Einen ersten Ueberblick über die Masse der Bildungsdatenbanken
verschaffen die verschiedenen Webkataloge. In der Regel können
Betreiber von Internetseiten ihre Angebote hier selbst eintragen, eine
wirklich systematische Erfassung erfolgt dort nur bedingt.

Aufgelistet werden die verlinkten Titel der Websites jeweils mit kurzen
Inhaltsbeschreibungen. Diese Beschreibungen sind oft nicht sehr
erhellend, und es ist nicht erkennbar, wie aktüll die Einträge sind
(ob also in den Listen beispielsweise noch Angebote geführt werden,
die zwar noch ("physisch") vorhanden sind, welche aber längst nicht
mehr aktualisiert werden).

Im folgenden die jeweiligen Kategorien von drei gängigen
Web-Katalogen - inhaltlich gibt es einige Ueberschneidungen (Achtung:
jeweils sehr lange URL, die in die nächste Zeile umbricht - ggf.
bitte vollständig in den Webbrowser übertragen!):

* Open Directory
Kategorie Wissen/Bildung/Weiterbildung/Verzeichnisse und Portale (42 Einträge)
dmoz.org/World/Deutsch/Wissen/Bildung/Weiterbildung/Verzeichnisse_und_Portale/

* Google Web-Verzeichnis
Kategorie Wissen/Bildung/Weiterbildung/Verzeichnisse und Portale (20 Einträge)
directory.google.com/Top/World/Deutsch/Wissen/Bildung/Weiterbildung/Verzeichnisse_und_Portale/

* Yahoo-Verzeichnis
Kategorie Ausbildung und Beruf/Portale und Linksammlungen/Fort- und Weiterbildung (21 Einträge)
de.dir.yahoo.com/ausbildung_und_beruf/portale_und_linksammlungen/fort__und_weiterbildung/

Eine etwas strukturiertere "Meta-Liste" mit Links zu
Bildungsdatenbanken bietet das Portal "Bildungslinks". Gesammelt sind
hier "Online-Weiterbildungsdatenbanken in der Bundesrepublik
Deutschland".

Die Einträge sind nach "überregional" (bundesweit),
"landesweit" (einzelne Bundesländer betreffend) und "lokal/regional"
sortiert. Insbesondere bei den überregionalen Datenbanken wird
jeweils der inhaltliche Schwerpunkt genannt (beispielsweise
"Fernunterricht", "Bildungsurlaub" oder einzelne Branchen).

Neben dem Logo und einem unnötigen Screenshot der einzelnen Angebote findet sich auch ein Hinweis auf den jeweiligen Herausgeber. Trotz der 68 Einträge ist die Liste mit Sicherheit nicht vollständig. Doch sie bietet aufgrund der regionalen Unterteilung und der Nennung
inhaltlicher Schwerpunkte deutlich mehr Orientierung als die
Webkataloge. Verzeichnet sind bevorzugt die "grossen" und
nicht-kommerziellen Bildungsdatenbanken.
www.bildungslinks.de

Eine Linkliste mit insgesamt 85 Einträgen findet sich beim "Info Web
Weiterbildung" (IWWB), einem vom Bundesbildungsministerium
geförderten Projekt zur systematischen Erfassung und Vernetzung von
Weiterbildungsdatenbanken.

Wichtigstes Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erstellung einer Weiterbildungs-Meta-Suchmaschine. Die weitgehend nach regionalen Aspekten geordnete Linkliste ist unter dem Menüpunkt "Weiterbildungsdatenbanken" zu finden. Das Aktualisierungsdatum (28.1.03) zeigt, dass die Liste aktuell ist und regelmässig gepflegt wird.
www.iwwb.de

In der Linkliste des IWWB sind auch zwei bereits existierende Weiterbildungs-Metasuchmaschinen verzeichnet:
* "fernlern.de" sucht momentan 23 Weiterbildungsdatenbanken ab
www.fernlern.de

* "GULP - Seminar Metascanner" ist spezialisiert auf persönliche
Weiterbildung im IT-Bereich, abgesucht werden 17 Datenbanken
www.gulp.de/robot/sguide.html

Für Fernlehrgänge oder Fernstudium gibt es einen guten Einstieg bei
der "Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht" (ZFU). Die ZFU ist
eine behördliche Einrichtung, ohne ZFU-Zulassung dürfen in
Deutschland keine Fernlehrgänge oder Fernstudiengänge angeboten oder
beworben werden. Die Webseiten der ZFU sind schlicht gehalten - ebenso die Datenbank der Zentralstelle.

Vorteil der Datenbank ist, dass dort sämtliche zugelassenen Fernlehrgänge und -studienangebote verzeichnet sind. Die Suchmodalitäten sind sehr einfach, dafür erfolgt die Ausgabe von Ergebnissen äusserst schnell. Unter dem Menüpunkt "Links" findet man ausserdem einige interessante Verweise zu den Themen Bildung, Berufsbildung und Fernlernen.
www.zfu.de/

Zur offline-Nutzung kann man die Datenbank (Access 2000) herunterladen: www.zfu.de/05041999__plu__ratgeber.phtml

Aufgrund der verschiedenen Suchsystematiken ist ausserdem die Aus- und Weiterbildungsdatenbank der Bundesanstalt für Arbeit ("KURS") zu empfehlen. Bildungsanbieter können hier ihre Seminare kostenlos
eintragen, aktualisiert wird monatlich.

Obwohl "KURS" zum Internetangebot von "Arbeitsamt.de" gehört, sind nicht nur Weiterbildungsangebote verzeichnet, die von den Arbeitsämtern gefördert werden. So finden sich beispielsweise auch grundständige und aufbaünde Studiengänge. Suchen kann man in der Datenbank "frei" anhand von Stichworten zu Bildungsziel, Bildungsanbieter, Bundesland oder Veranstaltungsort - weiter eingrenzbar nach Bildungsbereichen.

Ausserdem kann man sich in der hierarchischen Systematik zu passenden Einträgen "vorarbeiten" - entweder vom Bildungsziel ausgehend oder vom "Ausgangsberuf". Es ist zwar manchmal etwas mühsam, sich auf die unterste Hierarchieebene durchzuklicken, dafür erleichtert der systematische Aufbau die Suche nach angrenzenden Themengebieten oder
nach regionalen Präferenzen.
www.arbeitsamt.de/cgi-bin/aoWebCGI?kurs

Speziell auf die Berufliche Weiterbildung ausgerichtet ist das
"Weiterbildungs-Informations-System" (WIS), ein Gemeinschaftsprojekt
von Industrie-, Handels- und Handwerkskammern. An deren Belangen
orientiert sich die fachliche Ausrichtung der verzeichneten
Bildungsangebote. Nach eigenen Angaben sollen dort über 15.500
Veranstaltungen verzeichnet sein.
www.wis.ihk.de

Neben den Weiterbildungsdatenbanken gibt es weitere empfehlenswerte
Ansatzpunkte bei der Suche nach Bildungsangeboten: Berufsverbände,
Standesorganisationen, Branchenverbände, Gewerkschaften und ähnliche Organisationen bieten vielfach selbst Weiterbildung an. Oft werden bei diesen Einrichtungen auch Informationen über fachspezifische Bildungsangebote "fremder" Anbieter bereitgehalten. Empfehlenswerte Anlaufstellen sind hier sowohl die örtlichen Niederlassungen, als auch die Dachorganisationen dieser Verbände und deren jeweilige Internetseiten.








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