Martin Doerry fragt. Ralph Giordano und Anita Lasker-Wallfisch sprechen. Am Sonntag, dem 25.02. findet in Mannheim in der Alten Feuerwache eine besondere Veranstaltung statt. Im Rahmen des Literaturfestes lesen.hören 1 gibt es um 11 Uhr eine ganz besondere Buchpräsentation. Martin Doerry (Hrsg.)“Nirgendwo und überall zu Haus”. Gespräche mit Überlebenden des Holocaust. Fotografien von Monika Zucht. Deutsche Verlags-Anstalt, München; 264 Seiten; 39,90 Euro.
Zur Veranstaltung wird der Herausgeber Martin Doerry anwesend sein und es ist uns eine große Ehre, daß Anita Lasker-Wallfisch undRalph Giordano ebenfalls zugesagt haben und ein Gespräch mit Martin Doerry führen werden.
Ernest W. Michel, der einer der Gesprächspartner in dem Buch ist und in den USA lebt, ist in Mannheim geboren und wird aus Anlass der Veranstaltung einige Tage nach Mannheim kommen, seine alte Schule besuchen und ebenfalls mit Herrn Doerry auf dem Podium sitzen. Sie überlebten Auschwitz und Bergen-Belsen. Oder sie wurden als Kinder in die Fremde geschickt, um nicht den Nazis in die Hände zu fallen. Im SPIEGEL-BuchNirgendwo und überall zu Haus erzählen 24 Holocaust-Überlebende von ihren Leidensjahren.
Für die Fertigstellung des Buches reiste Doerry in den vergangenen Jahren mit der langjährigen SPIEGEL-Fotografin Monika Zucht quer durch Europa und Amerika, um die verschiedenen Lebensläufe zu schildern: von Menschen, die die Konzentrationslager in Auschwitz, Bergen-Belsen, Dachau und Buchenwald überlebt haben, von Kindern, die von ihren Eltern in die Fremde geschickt wurden, oder von jenen, die Deutschland verließen, um in anderen Ländern zu überleben, um danach zu Teilen auch wieder zurückzukehren.
24 Einzelschicksale schildert das Buch - bekannte Namen sind darunter wie Ralph Giordano, Alfred Grosser und Imre Kertész, aber auch die weniger prominenter Zeitzeugen. Einer der Befragten ist Saul Friedländer. Der in Prag geborene Historiker war von seinen Eltern in einem französischen Kinderheim versteckt worden und pendelt heute zwischen Tel Aviv und Los Angeles; Mutter und Vater kamen im Holocaust um. Er sei “nirgendwo und überall zu Hause”, sagte Friedländer und gab so dem Buch seinen Namen. Es sind “intensive Gespräche mit den letzten Repräsentanten eines untergegangenen Judentums”, wie Thierse feststellte. Die Interviewten sprechen über ihre Geschichte, was es für sie bedeutet, Jude zu sein, und wie sie ihren Kampf ums Überleben gewonnen haben. Und so soll das Buch eine Vorlage sein für die optimistische Antwort, die Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel in dem Werk selbst auf die Frage nach der Zukunft und den fehlenden authentischen Berichten gibt: “Jeder”, sagt Wiesel, “der heute einem Zeugen zuhört, wird selbst Zeuge werden.”
Uns ist diese Veranstaltung ein großes Anliegen, wir sind sehr geehrt, dass wir Frau Lasker-Wallfisch, Herrn Michel, Herrn Giordano und Herrn Doerry bei uns begrüßen dürfen und laden Sie herzlich ein, diese Veranstaltung zu besuchen.
Alte Feuerwache - Beginn 11 Uhr (Einlass 10.30 Uhr) - VVK zzgl. Gebühren 8 / AK 10 Euro
